Ich hab’ super geschlafen und bin schon um 07:20 Uhr aufgestanden. Offensichtlich gab es vorher noch keinen Start oder keine Landung auf dem direkt nebenan liegenden Airport, denn davon wäre ich mit Sicherheit wach geworden!

Beim Frühstück dachte ich etwas wehmütig daran, dass ich heute in einer Woche bereits auf dem Rückweg sein musste, um dann Ende der nächsten Woche wieder zuhause sein zu können; ein eigenartiges Gefühl! Aber immerhin hatte ich ja noch sieben Tage Zeit, um neben Lissabon auch noch ein paar weitere Orte in Portugal kennenzulernen.

Albufeira zum Beispiel! Diese Stadt hat nur ca. 30.000 Einwohner, ist in meinen Augen aber der absolute Hotspot unter den Touristenorten an der Algarve. Im Sommer muss sie das Zehnfache(!) an Gästen aus aller Welt verkraften! Kein Wunder also, dass man sich dort auch ein wenig auf die Massenabfertigung spezialisieren musste, um dieser Flut Herr zu werden. Das sieht man an den Hotels, den unzähligen Appartement-Anlagen und vor allem natürlich an der extremen Dichte von Restaurants, Clubs und Bars am „Ballermann“ der Stadt, dem Centro Histórico de Albufeira.

Albufeira liegt nur etwa 50 km von Faro entfernt. Auf dem Weg dorthin wollte ich unbedingt noch eine kleine Sehenswürdigkeit dieser Gegend „mitnehmen“, nämlich die Kirche Igreja de São Lourenço  am Ortsausgang von Almancil. Ihr Innenraum ist komplett mit Motiven aus blau-weißen Kacheln (Azulejos) dekoriert.

Leider war sie, als ich gegen kurz vor 09:00 Uhr dort eintraf, noch geschlossen; geöffnet wird erst um 10:00 Uhr! Ok, das passiert mir häufig, weil ich immer recht früh unterwegs bin! Irgendwann in einer ruhigen Minute werde ich ‘mal darüber nachdenken, ob ich das ändern sollte…

Ich musste mich also leider mit ein paar Fotos von aussen zufrieden geben. Netterweise hat man extra für solche Menschen wie mich auch aussen ein paar hübsche Kacheln angebracht… 😉

Also fuhr ich weiter nach Albufeira und zum Wohnmobilstellplatz Parque da Palmeira, im Norden der Stadt gelegen. Mit seinem sandigen Boden und den bohlenähnlichen Begrenzungen zwischen den Parzellen sieht er etwas eigenartig aus, aber hier gibt’s tatsächlich alles, was man braucht, und man steht sehr sicher auf einem videoüberwachten und eingezäunten Areal. Und das für nur 6 Euro!

Kurz nach der Ankunft saß ich natürlich schon wieder auf meinem Fahrrad und radelte in Richtung Küste. 

Wer schon einige meiner Reiseberichte gelesen hat, der weiß, dass ich in solchen Fällen eigentlich immer das gleiche „Stickmuster“ verwende: Ich fahre zu Beginn direkt bis zum Meer und dann parallel zum Wasser bis in Höhe des Zentrums. Diese Art, sich einem Ort zu nähern, ist für mich die schönste. Man verbringt viel Zeit am Wasser, hat herrliche Ausblicke auf das Meer und die Küste, und die Umgebung wird immer interessanter und belebter, je näher man dem Ort kommt.

Hier funktionierte das leider nicht so! Albufeira liegt überwiegend etwas erhöht über dem Meer. Erst kurz vor dem Wasser geht’s relativ steil hinunter zum Strand. Und weil hier die gesamte Küste komplett mit Hotels und Appartements „zugebaut“ ist, gibt es leider auch keine Promenade oder wenigstens eine Straße, die parallel zum Wasser in die Stadt führen würde.

So konnte ich mit dem Rad nur sehr einige wenige Punkte anfahren, die einen Ausblick auf Strand und Meer erlaubten, musste dann aber wieder zurück (und bergauf!), danach auf Straßen etwas in Richtung Stadt und später schließlich wieder zurück zum Wasser fahren. Eine ziemliche Tortur bei den vielen Steigungen, die mich einige Male gehörig ins Schwitzen brachte! Nicht nur einmal musste ich absteigen und das Fahrrad schieben.

Solche Abschnitte wie auf dem folgenden Foto gibt es mehrfach: Ein breiter Strand, dann ein etwas höher gelegener Fußweg und dahinter jede Menge Restaurants. 

Übrigens, zwischen Faro und Albufeira beginnt nach Westen hin die so genannte Felsalgarve, während der Bereich östlich davon Sandalgarve genannt wird. Diese beiden Namen sind ja eigentlich schon selbsterklärend; die Steilküste der Felsalgarve kann bis zu 50 m Höhe erreichen und besteht überwiegend aus Sand- und Kalkstein. Die ersten Ausläufer sind hier in Albufeira schon zu sehen, wie man auf vielen der weiteren Fotos gut erkennen kann…

Appartement-Anlagen dominieren hier streckenweise das Bild. Ich muss aber zugeben, dass sie sogar einigermaßen attraktiv aussehen. Davon abgesehen, sind sie natürlich auch um Klassen hübscher als riesige Hotelburgen!

In den Felsen kann man oftmals etwas herumklettern. Auch einige Wanderwege findet man und entdeckt auf diese Weise trotz der vielen Touristen so manche einsame „Privatbucht“…

Hier hatte ich den ersten schönen Blick auf die eigentliche Stadt, die hoch über dem Meer liegt. Und auch hier bin ich wieder von den überwiegend weißen Gebäuden fasziniert!

Nun befinde ich mich an einem ganz besonderen Aussichtspunkt, dem Pau da Bandeira. Von hier hat man einen tollen Blick auf die Altstadt und die Strände Praia dos Pescadores und Praia do Inatel. Und hier führen sogar Rolltreppen(!) hinunter zum Strand!

Fast 45 Minuten stand ich hier oben und sah mir das Treiben am Strand und das Kommen und Gehen der vielen Touristen hier oben an, danach ging es, teilweise auf extrem steil abfallenden Straßen, hinunter in die Altstadt. 

Ich wandte mich zunächst in Richtung Strand und erreichte den großen, direkt davor liegenden, befestigten Platz, wo ich mich nach allen Seiten umsah und ein paar Fotos machte.

Danach schaute ich mir die Altstadt an, das Centro Histórico de Albufeira. Hier erwartete mich ein buntes, quirliges Treiben mit etwa einer Million Restaurants und Bars (wirklich…!), und es roch überall fantastisch! Ich konnte mir schon jetzt lebhaft vorstellen, wie es hier wohl abends aussah…

Auf dem zentralen Platz, dem Largo Engenheiro Duarte Pacheco, besuchte ich ein Weingeschäft und verkostete verschiedene Portweine. Ich suchte mir drei Flaschen in verschiedenen Qualitätsstufen als „Bringmixel“ für meine Familie aus und verpackte sie, so gut es hing, in den Gepäcktaschen meines Fahrrads; hoffentlich überstehen sie den Rest meiner Radtour… 😉

Eigentlich wollte ich noch etwas weiter in Richtung Westen fahren, aus der Stadt heraus, aber dazu war es mir inzwischen doch etwas zu spät, denn ich möchte am Abend noch einmal in die Stadt, um Essen zu gehen! Ausserdem war es jetzt doch ziemlich heiß, deshalb machte ich mich auf den Rückweg zum Wohnmobil und legte dort meine Kaffeepause ein.

Nachdem ich mir schon ein paar Notizen zum heutigen Tag gemacht und mir einen ganz winzigen „Feierabendpils“ einverleibt hatte, machte ich mich zur Abenddämmerung auf den etwa 2 km langen Weg in die Stadt, wieder über den schon vorhin beschriebenen Aussichtspunkt.

In der bereits „proppenvollen“ Altstadt suchte ich mir ein hübsches Lokal aus, besser gesagt, ich wurde von einem der vielen „Anmacher“ ausgesucht! Aber hier war’s recht nett; ein schönes Ambiente, nicht allzu laute Musik, viele Gäste und eine umfangreiche Speisekarte! Die Kellnerin ist super nett und spricht sogar „drei Wörter“ deutsch!

Meine Wahl fiel dieses Mal auf eine Paella mit Garnelen, Muscheln, Wurstscheiben und Hühnchenfleisch; als Vorspeise gab’s Sardinen mit Tomatengemüse. Und ein kleine Flasche Rotwein, die viel zu schnell leer wurde… 😉 

Auf dem Rückweg zum Stellplatz spürte ich sie wieder, diese „Ballermann-Atmosphäre“, aber ich muss sagen, dass ich sie keinesfalls abstoßend fand! Die vielen Menschen hier feierten, tanzten und tranken um die Wette, aber irgendwie immer gesittet und ohne andere zu belästigen! Wenn man, wie ich, allein unterwegs ist, kommt man sich in einer solchen Umgebung vielleicht etwas fehl am Platz vor, aber mit mehreren Leuten würde ich hier auch sehr gern ‘mal ordentlich „abhängen“… 😉 

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