Tja, der Titel sagt es schon: Es ist mir auch vor Ort tatsächlich nicht mehr gelungen, noch ein Ticket für den Besuch der Alhambra, der weltberühmten „Roten Burg“ von Granada, zu ergattern, weder direkt an den Verkaufsschaltern der Festungsanlage noch sonst irgendwo in der Stadt! Nichts zu machen!

Die einzige Möglichkeit bestand wohl darin, zu versuchen, an einer der Gruppenveranstaltungen teilzunehmen, bei denen eventuell noch Restplätze zur Verfügung ständen; dabei wurden allerdings Preise von oftmals über 100,- EUR verlangt, und das war mir eindeutig zu viel!

Eigentlich hatte ich mich ja schon ausreichend darüber geärgert, dass mir dieser Fehler unterlaufen war, aber jetzt tat ich es gleich noch ‘mal! Ich hätte schon während der Reisevorbereitungen ganz klar wissen müssen, wieviele Tage vorher man spätestens reservieren muss! Natürlich begibt man sich damit immer in eine gewisse Abhängigkeit bezüglich des Termins, aber vor ca. drei bis fünf Tagen hätte ich den Tag meiner Ankunft in Granada durchaus schon wissen und dann wahrscheinlich auch problemlos buchen können!

Ok, dann eben Granada ohne Alhambra! Und man sollte ja nicht glauben, dass diese tolle Stadt nichts anderes zu bieten hätte…

Meine Fahrt vom gestrigen Übernachtungsplatz auf dem schönen Picknickplatz am Stausee bis hierher dauerte nur knapp eine halbe Stunde. Ich fuhr, weil ich zu diesem Zeitpunkt wegen des Tickets ja noch ganz nicht aufgegeben hatte, zu einem riesigen Parkplatz im Westen des Palasts, der auf dem Sabikah-Hügel thront! Man könnte dort auch übernachten, und ich wusste vorher schon, dass das Parken dort nicht ganz billig sein würde! Aber ich wollte ja nur einige Stunden bleiben; trotzdem wurden später am Kassenautomat immerhin doch 17,40 EUR fällig!

Am Haupteingang, der etwa 10 min entfernt lag, herrschte bereits reger Betrieb, an den Kassen auch! Aber schon nach kurzer Zeit wusste ich, dass so gut wie alle Besucher hier entweder bereits Tickets besaßen oder im Voraus für die nächsten Tage kauften!

Da ich mein Fahrzeug gut aufgehoben wusste, wanderte ich nun den Hügel, der mitten in der Stadt liegt, hinunter bis zur Altstadt. Dabei konnte ich zumindest ein paar Fotos von der imposanten Stadtburg aus der Entfernung machen. 

Ich war überrascht, dass der Hügel mit der Stadtburg so hoch über der Stadt liegen würde; entsprechend steil war der Weg nach unten. Hier wieder „hinaufkrabbeln“ zu müssen, war gar keine schöne Vorstellung! Aber ich konnte ja eventuell auch einen Bus nehmen…

Unten angekommen, erwartete mich eine freundliche Umgebung, die sehr aufgeräumt und sauber wirkte. Ich wanderte am kleinen Flüsschen Rio Darro entlang in Richtung Altstadt. Die beiden folgenden Fotos zeigen den hübschen Plaza de Santa Ana mit dem Gebäude des Obersten Gerichtshof Andalusiens

Der Plaza de las Pasiegas befindet sich direkt vor der gewaltigen Kathedrale von Granada, die sich hier allerdings in meinem Rücken befindet.

Rund um die Kathedrale geht es zu wie auf einem arabischen Basar. In engen Gassen befindet sich ein Laden neben dem anderen. Vor lauter Waren findet man kaum die Eingänge zu den meist sehr schmalen, aber dafür länglichen Verkaufsräumen. 

Hier gibt’s so ziemlich alles, was man sich in einer solchen Umgebung vorzustellen vermag: Gewürze aus aller Welt, exotische Teesorten, Lebensmittel, Teppiche, Seidentücher, Schals, Hüte, Shirts, Wasserpfeifen und alle möglichen (und unmöglichen) Souvenirs…

Nun wollte ich mir aber natürlich die Kathedrale genauer anschauen! Eine Gesamtansicht für ein schönes Foto hab‘ ich vergebens gesucht; man „erwischt“ immer nur einen Ausschnitt.

Dann ging es aber endlich hinein! Der Eintritt beträgt stolze 5,- EUR, die aber wirklich gut angelegt sind! Ein Audio-Guide ist bereits im Preis eingeschlossen; man wird nach der gewünschten Sprache gefragt, und die wird vom Personal dann gleich eingestellt.

Die Grundsteinlegung der neuen Kathedrale Santa María de la Encarnación de Granada erfolgte 1523, und erst 181 Jahre später wurde der Bau für vollendet erklärt! Das Innere der Kathedrale wirkt licht und elegant und wird von enormen Säulen gegliedert. 

Ein Modell im Inneren der Kirche zeigt den monumentalen Bau, den man von aussen so nicht erwartet hätte. Er besitzt einen rechteckigen Grundriss mit zwei Seitenschiffen.

Zwei von Leonardo Fernández Dávila erbaute Orgeln stehen parallel zueinander am Ende des Hauptschiffes, hier eine davon:

Der große Altarraum bildet sicherlich das Prunkstück der Kathedrale. Der halbrunde Bau wirkt schon fast wie eine Kirche in der Kirche!

Ein Blick in die Sakristei mit ihren vielen Exponaten und Gemälden.

Erst nachdem ich mit der Besichtigung der Kirche fertig und wieder im Freien war, fiel mir mein großer Hunger auf. Ich suchte mir ein Restaurant in der Nähe und bestellte mir ein Tapas-Menü, das mir wirklich sehr gut schmeckte. Dazu gab’s ein kühles Bier.

Nach dem Essen erkundete ich weitere Bereiche der Altstadt und fuhr später schließlich mit dem Bus wieder zurück zum Parkplatz. Ich zahlte die schon oben erwähnter Parkgebühr und machte mich dann auf die Weiterreise in Richtung Málaga.

Unterwegs legte ich eine kleine Kaffeepause hoch über dem Meer ein und näherte mich dann am Nachmittag endlich meinem Ziel, einem relativ neuen Wohnmobilstellplatz direkt an der Küste und nur ein paar Kilometer von Málaga entfernt.

Leider hatte ich Pech; der Platz war schon voll besetzt, und ich musste gleich wieder umkehren. Ich aktivierte „Plan B“, fuhr zu einem anderen Stellplatz in der Nähe und musste dort aber feststellen, dass der zurzeit wegen Umbaumaßnahmen komplett geschlossen war und erst in ein paar Monaten wieder öffnen würde. Hhm, „Plan C“ hatte ich nicht, den musste ich jetzt schnell noch „schmieden“… 😉

Notgedrungen ging es also noch weiter in Richtung Osten, wo ich ja eigentlich herkam! Ich fand den Campingplatz Valle Niza im kleinen Ort Vélez-Málaga, etwa 35 km von Málaga entfernt, auf dem glücklicherweise noch viele Plätze frei waren! Für 19,- EUR pro Nacht stand dort neben Strom, Duschen, Ent- und Versorgung sogar auch WLAN zur Verfügung!

Morgen früh probiere ich es einfach noch ‘mal mit „Plan A“… 😉

2 Kommentare zu “Alhambra? Sold out!”

  1. Um es mal ‚frankospanisch‘ auszudrücken: Da hast Du ja eine richtige „tour de force de la cultura“ hinter Dir, Wolfgang. Meine Frau hat als Spanischlernende ja schon so einiges aus ihrer Lektüre von ‚Ecos‘ und ‚El Pais‘ über die Kulturschätze Spaniens mitbekommen, aber ein so reichhaltig bebildertes Tableau wie Du es hier ausbreitest ist schon fast, als wär man selber vor Ort gewesen 😉
    LG Bernd

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.