Heute morgen um 7 Uhr war es in Mersin ziemlich diesig und mit satten 19 Grad schon sehr warm. Während des Frühstücks stellte ich fest, dass die Gutschrift für die nicht erfolgte Ballonfahrt in Göreme bereits auf meinem Bankkonto eingegangen ist. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das tatsächlich so schnell erfolgen würde. Umso besser!
Nach den Besuchen in der Hauptstadt Ankara und in Göreme in der Region Kappadokien ging es ab heute weiter in Richtung Alanya und Antalya, also nach Westen. Dabei würde ich natürlich immer möglichst nah an der Türkischen Riviera entlang fahren, dem touristischem Zentrum der Türkei. Bis Alanya waren es rund 330 km, allerdings wollte ich heute nur etwa die Hälfte davon absolvieren. Nach der Abfahrt vom großen Strandparkplatz im Südwesten von Mersin ging es zunächst noch lange durch das Stadtgebiet, das kein Ende zu nehmen schien! Es dauerte fast 40 Minuten, bis ich endlich bebautes Gebiet verlassen und wieder etwas mehr von der schönen Landschaft sehen konnte. Die durch das Navi berechnete Route führte tatsächlich sehr häufig direkt am Ufer des Mittelmeers entlang, sodass ich diese Etappe in vollen Zügen genießen konnte. Viel Verkehr gab es hier ohnehin nicht.
Gegen Mittag fuhr ich kurz vor den kleinen Dort Yenikaş an einer kleinen Bucht entlang, die nahezu paradiesisch aussah! Es gab ein paar wenige Häuser und ein recht einladend aussehendes Restaurant, weshalb ich kurzerhand beschloss, hier eine Mittagspause einzulegen. Den erstaunten Gesichtern der wenigen Menschen, die sich unter einem Vordach aufhielten, sah ich an, das sich offenbar nur wenige Touristen hierher verirrten; meine „Hannelore“ nahm schon fast die Hälfte des winzigen Parkplatzes ein. Ein freundlich aussehender Herr erhob sich und begrüßte mich sehr höflich. Schnell war klar, dass es hier völlig „wurscht“ war, ob ich nun englisch, hochchinesisch oder plattdeutsch sprach; der gute Mann verstand ohnehin kein nichttürkisches Wort! Wir „verhandelten“ ein Weilchen, taten dann beide so, als ob alles klar wäre, und er lief in die Küche, um wen auch immer mit der Zubereitung von was auch immer zu beauftragen. Um ehrlich zu sein, hatte ich tatsächlich keine genaue Vorstellung davon, was ich denn überhaupt bestellt hatte; immerhin hatte er beim Wort „Cola“ verständnisvoll genickt… 😉
Nach rund 10 Minuten bekam ich einen leckeren Salat, einige Hähnchenteile, gegrillte Tomaten, Zwiebeln, eine Chilischote sowie Fladenbrot. Und natürlich die Cola! Das alles hat mir extrem gut geschmeckt und war genau das Richtige jetzt um diese Zeit. Mit ca. 9,40 EUR ging der Preis auch völlig in Ordnung.


Nach dieser Pause fuhr ich ein Stückchen weiter, dann hielt ich erneut in einem Ort, um zu vollzutanken (81 Cents pro Liter). Am Nachmittag suchte ich dann während einer kleinen Kaffeepause per park4night nach einem geeigneten Stellplatz für die Nacht und wurde bereits beim zweiten Anlauf fündig: An einem traumhaft gelegenen, einsamen und superschönen Strand auf einer Landspitze südlich der Stadt Anamur fand ich ein tolles Plätzchen für mich!



Hier war extrem wenig los. Nur hin und wieder kam ein Fahrzeug, nur um kurze Zeit später wieder zu verschwinden. Die Leute machten meist nur einen kleinen Spaziergang, auch ein paar Angler gab es.




Ich genoss den Rest des Nachmittags, genehmigte mir nach dem Abendessen sogar eine ganze Flasche Weißwein, und saß, nicht zuletzt auch, weil es so schön warm war, noch sehr lange draußen vor dem Wohnmobil. Eigentlich das erste Mal auf dieser Reise…

