Die zweite Nacht im neuen Wohnmobil hatte ich komplett durchgeschlafen; nun war ich ja schon ein „alter Hase“… 😉

Naja, um genau zu sein, Erfahrung mit Wohnmobilen hatte ich in meinem Leben schon reichlich gesammelt. Ich war mit meinen Verwandten schon neunmal in den USA und Kanada, fünfmal in Australien und zweimal in Neuseeland, immer etwa drei bis vier Wochen mit einem Mietwohnmobil unterwegs. Aber das ist eben schon viele Jahre her, und Camping- und Stellplätze hier in Europa und vor allem mit einem eigenen Fahrzeug sind nun tatsächlich etwas ganz Neues für mich! Aber eines war jetzt schon klar: es fühlte sich nach nur zwei Tagen verdammt gut an, sehr gut sogar… 😉

Nach dem Frühstück fuhr ich das kleine Stückchen Autobahn von Bremen bis nach Bremerhaven; ich hatte noch kurz überlegt, einen Abstecher zur Uni Bremen zu machen, in der ich damals studiert hatte, verschob diesen Besuch aber dann doch auf eine spätere Reise.

Gegen 10:00 Uhr traf am schönen Wohnmobilstellplatz An der Doppelschleuse ein, von dem ich schon viel gehört und gelesen hatte. Sein Name kommt nicht von ungefähr; der moderne Platz liegt tatsächlich auf einem gut befestigten und windgeschützten Areal an der Doppelschleuse und direkt hinter dem Weserdeich. Er ist relativ zentral gelegen und damit der perfekte Ausgangspunkt für die zahlreichen Attraktionen Bremerhavens.

Ich zahlte im kleinen Büro, in dem ich sehr freundlich empfangen wurde, gleich für zwei Nächte (10,- EUR pro Nacht) und suchte mir dann einen schönen Platz aus.

Bisher zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, obwohl es natürlich „lausekalt“ war. Also kam auf meiner ersten Wohnmobilreise nun zum ersten Mal auch mein Fahrrad zum Einsatz! Mit dicker Winterjacke, Wollmütze, langer Unterhose und Handschuhen „ausgerüstet“, fuhr ich um kurz vor 11:00 Uhr vom Platz; oben auf dem Deich machte ich sofort einige Fotos.

Hier bot sich ein superschöner Blick auf die Havenwelten (nein, kein Schreifehler!), ein maritim geprägtes Stadtviertel im Bereich des Alten und des Neuen Hafens der Stadt, das eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen bietet!

Das ATLANTIC Hotel Sail City fällt dabei natürlich sofort ins Auge. Das 23 Etagen und 147 m hohe Vier-Sterne-Hotel, das 2008 fertiggestellt wurde, erinnert mit seiner segelförmigen Silhouette natürlich sofort an das weltberühmte Hotel Burj al Arab in Dubai. Das ist allerdings noch eine Spur eleganter, mehr als doppelt so hoch, und es kann, inoffiziell zumindest, mit gleich 7 statt 4 Sternen aufwarten!

Der relativ neu gestaltete Willi-Brandt-Platz am Hafen ist schon vor Jahren mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden. Prägendes Merkmal ist ein Schwarm überdimensionaler Fische, die weiß auf schwarz auf den Bodenbelag „tätowiert“ wurden.  In seiner gesamten Ausdehnung ist der  Schwarm leider nur von einem erhöhten Standpunkt wie zum Beispiel der Aussichtsplattform des eben erwähnten Hotels erkennbar; dort war ich allerdings nicht. Aber auch auf Luftbildern im Internet kann man ihn mühelos erkennen.

Dafür hab‘ ich aber diese sehr originelle Aussichtsplattform „erklommen“! Ein Turm aus acht 40-Fuß-Containern und vier 20-Fuß-Containern bietet in ca. 15 m Höhe einen schönen Ausblick auf die Hafenanlagen.

Nach einer großen Runde durch den Hafen besuchte ich auf dem Rückweg auch das architektonisch ebenfalls interessante Einkaufszentrum Mediterraneo an der Havenplaza. Ich stellte mein Rad ab und schaute mir alles an.

Drinnen erwartet den Besucher das Ambiente eines mediterranen Stadtzentrums mit Piazza, Arkadengärten, Wasserspielen, Markt und Altstadthäusern. Sehr ansprechend, fand ich, zumindest ‘mal etwas ganz anderes als die sonst üblichen Einkaufszentren. 

Die achteckige imposante Glaskuppel sorgt für viel Licht auf der Piazza.

Hier gefiel es mir und außerdem hatte ich Hunger, deshalb setzte ich mich in ein Restaurant und bestellte mir eines der angebotenen Mittagsgerichte, Spaghetti mit Meeresfrüchten; sehr lecker!

Nach etwa einer Stunde fuhr ich das restliche Stückchen zurück zum Wohnmobil und verbrachte dort den restlichen Nachmittag. Es gab immer noch so einiges im oder am Wohnmobil zu erledigen bzw. zu erkunden; ein kleiner Spaziergang am Nachmittag führte mich noch einmal auf den Deich, der direkt an den Platz angrenzt.

Dieser Wohnmobilstellplatz gefiel mir richtig gut, nicht nur wegen seiner Lage, sondern auch wegen der vorbildlichen Ausstattung und den sehr gepflegten und sauberen Anlagen. Die 10 Euro pro Nacht sind hier wirklich sehr gut angelegt!

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