Heute war mein letzter Tag hier in Levanto, morgen früh geht es nach fünf schönen Tagen, die wie im Fluge vergingen, leider schon weiter! Dafür hatte ich heute aber noch etwas vor, auf das ich mich auch schon sehr gefreut hatte: eine Wanderung zwischen zweien der fünf Dörfer der Cinque Terre. Wie ich ja schon berichtet hatte, sind leider zwei der insgesamt vier Wanderwege für längere Zeit gesperrt, und dazu auch noch die angeblich schönsten!

Ich habe mir daher die Strecke zwischen Corniglia und Vernazza ausgesucht, 4,5 km lang, für die man etwa 2 Stunden reine Gehzeit benötigt.

Nachdem ich alles vorbereitet hatte, ging ich heute morgen vom Campingplatz zum Bahnhof und kaufe mir dort, wie schon vorgestern, für 16,- EUR wieder eine Cinque Terre Card. Eigentlich wäre dies nicht nötig gewesen, denn die beiden Zugfahrten und die Busfahrt in Corniglia würden zusammen ja nur 9,50 EUR kosten. Die Differenz nahm ich aber ausnahmsweise ‘mal in Kauf, da mit der Karte ja auch noch kostenlose WC-Benutzung, WLAN und ein paar Dinge mehr enthalten waren. Eventuell würde ich sogar noch einen Zwischenstopp in Monterosso al Mare einlegen und dann eine weiteres Ticket benötigen.

Am Bahnhof in Corniglia stand bereits eine dicke „Menschentraube“ an der Straße, die genau wie ich mit dem Kleinbus bis nach oben ins Dorf fahren wollte. Würde ich mich dort anstellen, käme ich definitiv nicht mit dem nächsten Bus mit, denn es passte höchstens die Hälfte der Wartenden hinein. Und der Bus fuhr nur etwa alle 25 – 30 Minuten. Glücklicherweise wusste aber offenbar niemand von ihnen, wo genau der Bus halten würde; sie warteten an einer völlig falschen Stelle, etwa 20 Meter entfernt! Da ich aber schon vorgestern hier war und daher etwas „schlauer“, stellte ich mich mit gekonnter Unschuldsmine an den richtigen Platz! Was soll ich euch sagen? Der Bus hielt, als er endlich eintraf, zentimetergenau vor meinen Füßen… 😉

Oben angekommen, hielt ich mich nicht lange auf, besuchte auch nicht den eigentlichen Ort, sondern marschierte sofort los. Schon nach ein paar Minuten bekam ich diesen wunderschönen Ausblick auf das Dorf präsentiert, wenn auch wegen der frühen Stunde noch mit etwas Schatten.

Dann führte der Weg aber richtig „ins Eingemachte“; zunächst noch über befestigte Wege und Stufen…

…später dann ins Freie, in die umliegenden Weinberge und an hübschen Olivenhainen vorbei.

Von den Ausblicken auf die Küste und auf das Meer könnte ich gar nicht genug schwärmen; die folgenden Fotos sollten eigentlich für sich selbst sprechen…

Nun hatte ich etwa auf der halben Strecke meiner Wanderung den höchsten Punkt passiert; hier gab es ein kleines Lokal, das regelrecht am Fels „klebte“, und das die Besucher mit ein paar lustigen Schildern empfing.

Ich legte eine kleine Pause ein. Dort wurden in einem Korb neben dem Haus eisgekühlte, saftige Orangenviertel angeboten, durch die man kostenlos seinen Durst löschen konnte; ein sehr netter Service, finde ich…

Danach ging es aber auch schon weiter, nun etwas weniger anstrengend (weil bergab), aber dennoch musste man bei jedem Schritt sehr aufpassen! Grundsätzlich ist die gesamte Strecke sehr gut zu begehen, es gibt keinerlei wirklich schwierige oder gar gefährliche Passagen. Allerdings macht einem natürlich die Hitze zu schaffen, erst recht, wenn kein Schatten da ist.

Hier befand ich ich an einer Stelle, von der aus man einen schönen Blick auf das erste der fünf Dörfer, Monterosso al Mare, hatte. Vernazza, das Ziel meiner Wanderung, lag zwar viel näher, war hier aber noch hinter einem Vorsprung verborgen.

Dann aber, nach dem Umwandern der letzten Landzunge, tauchte Vernazza ganz plötzlich vor mir auf; noch ein paar Stufen (und Minuten) weiter, und ich konnte einige schöne Fotos von oben machen.

Nun ging es noch weiter nach unten, über (gefühlt) Tausende von Stufen, bis hinein in den Ort, den ich ja vorgestern auch schon kennengelernt hatte.

Hier legte ich nun eine wirklich lange Mittagspause ein und genoss das bunte Treiben. Ausnahmsweise besuchte ich ‘mal kein Restaurant, um zu Mittag zu essen, denn ich hatte ja selbst ein paar Sandwiches dabei, sowie noch einigermaßen kühlen Eistee. Beides verzehrte ich auf einer Bank direkt vor dem Hafenbecken, wo ein geschäftiges „Gewusel“ herrschte.

Nach der Pause schlenderte ich wieder durch einige Straßen, kaufte noch ein paar Souvenirs ein (zum Beispiel ein Stück Zitronenseife) und ging dann allmählich zum Bahnhof, um nach Levanto zurückzufahren. Zu einer Stippvisite in Monterosso al Mare hatte ich nun doch keine Lust mehr, also fuhr ich mit dem Zug nach Levanto und lief das letzte Stück zu Fuß zum Campingplatz zurück.

Nach einem kleinen „Erholungsschlaf“ und einer Kaffeepause verbrachte ich den Rest des Tages am Wohnmobil; ich hatte ja auch noch so einiges für die morgige Abfahrt vorzubereiten! Abends hatte ich bereits Tisch und Stühle verstaut und sogar die Markise eingefahren, denn ich wollte morgen früh nicht allzu viel Zeit verlieren.

Sollte ich später noch einmal hierher kommen, würde ich so eine Wanderung mit Sicherheit wiederholen, hoffentlich dann mit den beiden bis jetzt noch gesperrten Teilstücken. Obwohl dies die anstrengendste „Unternehmung“ war, die ich hier vorgenommen hatte, war es doch die schönste, allein schon wegen der fantastischen Ausblicke! Es gibt übrigens noch unzählige andere Wanderwege zwischen den Dörfern, die deutlich höher in den Bergen verlaufen und deshalb auch kaum frequentiert sind. Natürlich sind sie auch wesentlich anstrengender zu gehen, aber mit einem Start am frühen Morgen und ausreichend Zeit sollte das eigentlich kein Problem sein.

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