Inzwischen bin ich auf meiner kleinen Reise in der Provinz Südholland angekommen; nun stehen die nach Amsterdam größten Städte Hollands auf dem Programm! Den Haag macht heute den Anfang, morgen werde ich endlich auch Rotterdam kennenlernen! Ich war zwar im Frühling 2017 bereits hier in der Gegend, während meines Besuchs des Keukenhofs, aber damals blieb leider keine Zeit für die beiden großen Städte.

Ich befinde mich gerade im Camperpark Den Haag, einen etwas außerhalb von Den Haag gelegenen Wohnmobilstellplatz. Das Prozedere beim Einchecken heute Morgen bot wieder einmal etwas, was ich bisher auf meinen vielen Reisen so noch nicht erlebt hatte! Zunächst fuhr ich auf einer kleinen, engen Straße bis zu einem durch ein großes Rolltor verschlossenen Areal. Ein Hinweisschild klärte darüber auf, wie man sich jetzt verhalten sollte: Ich musste eine Handynummer anrufen und um Einlass bitten; auf dem Platz sollte ich auf keinen Fall aussteigen, sondern einen Mitarbeiter erwarten, der direkt zu mir ans Fahrzeug kommen würde!

Ok, so weit, so gut! Der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung, der sehr gut deutsch sprach, öffnete nun das Tor per Fernsteuerung. Ich fuhr dann noch etwa 500 Meter weiter bis zur „Rezeption“, die eigentlich nur aus einem winzigen blauen Zelt bestand. Tatsächlich wurde nun alles, inklusive der Bezahlung (20,75 EUR ohne Strom), direkt am Fahrzeug erledigt; ich konnte bequem sitzenbleiben! Ich erhielt eine Art „Hausordnung“ überreicht sowie ein etwas altertümlich aussehendes Handy, über das sich wahrscheinlich jedes Technik-Museum gefreut hätte. Auf der Tastatur waren alle Tasten abgeklebt, bis auf zwei: Mit der einen kann man das eben erwähnte Tor öffnen, mit der anderen wieder schliessen! Als alles erledigt war, schwang sich der nette Herr auf sein Rad und fuhr voran, um mir einen Stellplatz zuzuweisen. Es befanden sich nur wenige Wohnmobile hier, einige davon verließen kurze Zeit später sogar den Platz.

Ich befand mich nun auf einer sehr großen, grünen Wiese. Rundherum war „Natur pur“, in der Ferne konnte man eine Autobahn sowie einige hohe Gebäude der Stadt sehen. Insgesamt aber ein recht schönes Ambiente!

Nach einigen Vorbereitungen startete ich meine Stadterkundung. Die Entfernung zum Zentrum betrug etwa 8 km, für einen Fußmarsch hin und zurück also deutlich zu viel; deshalb nahm ich natürlich wieder mein Rad. Das Wetter war heute viel besser als vorhergesagt; es gab später zwar hin und wieder Wolken, aber insgesamt war es sehr sonnig und auch wieder recht heiß!

Meine geplante Strecke führte mich zunächst zum Bahnhof. Dort traf ich bereits auf einige Hochhäuser, die mich daran erinnerten, dass ich mich hier in einer recht großen Stadt befand! Den Haag hat immerhin fast 550.000 Einwohner, nur Rotterdam (652.000) und die Hauptstadt Amsterdam (873.000) sind noch größer. Außerdem ist Den Haag niederländischer Regierungssitz, nicht, wie man vielleicht meinen könnte, Amsterdam!

Großstadt hin oder her, auch hier gibt es selbstverständlich viele Grachten, wir sind ja schließlich in Holland! Ich glaube, das ist auch einer der vielen Gründe dafür, dass ich Holland so sehr mag: Man ist eigentlich niemals sehr weit entfernt vom Wasser, egal, ob es sich um einen winzigen Kanal, einen See oder das Meer handelt…

Während meiner Fahrt in Richtung Zentrum präsentierte sich Den Haag als moderne, interessante und auch ansprechende Stadt; so in etwa hatte ich mir das auch vorgestellt.

Schließlich erreichte ich das Regierungsviertel.

Der Binnenhof (deutsch Innerer Hof) ist ein Gebäudekomplex im Zentrum. Seit 1446 versammelt sich hier das niederländische Parlament. Den Haag entwickelte sich ab dem 13. Jahrhundert um dieses Gebäude herum, das im Verlauf der Geschichte verschiedene Funktionen hatte. Das Gebäudeensemble wurde wegen seines Ursprungs aus der Zeit von 1250 bis 1348 zum Rijksmonument erklärt und wird ergänzend auch als Paleis der Graven van Holland bezeichnet. Ursprünglich als Jagdschloss und Residenz erdacht, führte es zur Namensgebung für die Stadt ’s-Gravenhage, was man ableitend als des Grafen Gehege deutete und was später zur Namensgebung Den Haag führte (Auszüge aus Wikipedia).

Eines der beiden Hauptportale zum Binnenhof.

Der neogotische Brunnen wurde zu Ehren des Grafen Willhelm II. von Holland errichtet. Das Werk des niederländischen Künstlers Pierre Cuypers aus dem Jahr 1883 war eigentlich für das Amsterdamer Rijksmuseum bestimmt.

Der gotische Rittersaal (holländisch Ridderzaal) aus dem 13. Jahrhundert. Mit den dicken Mauern und den spitzen Türmen ähnelt das Gebäude einer Kirche.

Ich verließ den Binnenhof durch das zweite Portal und traf hier auf den Hofvijver, einen künstlichen See, an dem ich eine kleine Pause einlegte.

Danach schaute ich mich weiter in der Altstadt um und besuchte natürlich auch die eine oder andere Einkaufspassage.

Dann ging es weiter, am Palaistuin (Stadtgarten) sowie am Schloss vorbei. Der Königliche Palast Noordeinde dient als offizieller Amtssitz der niederländischen Monarchie.

Das Nationaldenkmal Plein 1813 steht für die Unabhängigkeit der Niederlande.

Wie oft hatte ich in meinem Leben schon vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag gehört? Bestimmt schon tausende Male! Jetzt endlich gesellte sich auch ein Bild dazu… 😉 Der Friedenspalast ist ein 1913 fertiggestellter Bau im Stil der Neorenaissance am Carnegieplein in einer Parklandschaft im Norden der Stadt. Das Gebäude ist außerdem Sitz des Ständigen Schiedshofes, der Haager Akademie für Völkerrecht und einer bedeutenden Völkerrechtsbibliothek; es gilt als beliebtes Touristenziel.

Besucher aus aller Welt schreiben ihre Wünsche auf kleine weiße Zettel und hängen sie an den so genannten „Wunschbaum“, der direkt vor dem Eingangsbereich der Anlage steht.

Nun verließ ich die Stadt in Richtung Norden und vor allem in Richtung Meer! Ich hatte mich, da es noch relativ früh war, entscheiden, noch einen kleinen Abstecher nach Scheveningen zu machen, nur etwa 6 km von Den Haag entfernt. Das kleine Fischerdorf hat sich inzwischen zum größten Seebad des Landes entwickelt.

Die lange Strandpromenade mit Geschäften, Restaurants und Sonnenterrassen hat mir sehr gut gefallen. Eine der Hauptattraktionen ist eine 381 m lange Seebrücke mit Aussichtsturm und Riesenrad. Ein beliebter Radweg führt vom nördlichen Ende des Orts nach Katwijk (ca. 12 km) und weiter nach Noordwijk, beides Orte, die ich auf meiner oben bereits erwähnten Keukenhofreise ja schon besucht hatte.

Später fuhr ich in Richtung Südosten wieder nach Den Haag; es ging durch hübsche Parks…

…am Miniaturpark Madurodam vorbei…

…zurück zum Bahnhof, wo gerade eine Demonstration stattfand und meine Weiterfahrt für etwa 15 Minuten unterbrochen wurde.

Ab dort fuhr ich auf derselben Strecke wie auf dem Hinweg wieder zurück zum Wohnmobilstellplatz. Eigentlich wollte ich zum Abend hin meinen Grill „anwerfen“, aber bis dahin hatte sich der Himmel leider komplett bezogen und es fing an, heftig und langanhaltend zu regnen. Macht nix, Hauptsache, morgen wird’s wieder besser! Nach dem Abendessen schaute ich mir endlich ’mal den „Film zum Song“ an; gemeint ist A Star is Born mit Lady Gaga und Bradley Cooper, der auch Regie geführt hat. Ein wirklich toller und ergreifender Spielfilm, fand ich…

2 thoughts on “Den Haag”

  1. Hallo Wolfgang,
    das war ja ein interessanter Check-In auf diesem Camperpark. Solche Hochhäuser hätte ich jetzt nicht unbedingt erwartet, aber seit meinem letzten Besuch vor über 40 Jahren (zwar in Amsterdam) mußte sich ja einiges ändern. Die folgenden Fotos von dem Regierungsviertel und der Altstadt entsprechen eher meiner Vorstellung „Hollands“.
    Lg Roland

    1. Ja, die großen Städte in Holland haben inzwischen sehr moderne und interessante Architektur. Aber glücklicherweise ist auch noch sehr viel vom ursprünglichen Charme erhalten geblieben…

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