Der heutige Vormittag entsprach leider voll und ganz den „bösen“ Vorhersagen! Es hatte in der Nacht heftig geregnet, und nach dem Aufstehen erwartete mich ein komplett bedeckter Himmel sowie immer wieder etwas Nieselregen. Bei so einem „Schietwetter“ hatte ich natürlich keine Lust, überhaupt irgendetwas zu unternehmen. Glücklicherweise hab‘ ich aber auch an solchen Tagen niemals Langeweile; es gibt selbst im Wohnmobil immer genug zu tun. Unter anderem musste ich noch die Notizen für den vorigen Tag nachholen, erledigte einige Putz- und Aufräumarbeiten und erstellte dann eine kleine Übersicht über alle möglichen Besuchsziele und Aktivitäten hier in Blankenburg und Umgebung, die wegen der Wetteraussichten natürlich auf etwas „wackligen Füssen“ stand! So verging die Zeit bis zum Mittagessen doch recht schnell.

Nach einem kleinen Mittagsschläfchen staunte ich nicht schlecht: Plötzlich riss die Wolkendecke auf und fast überall zeigte sich strahlend blauer Himmel! Das entsprach ganz und gar nicht der Vorhersage!

Ich nutzte die Gunst der Stunde zu einem ausgedehnten Spaziergang, um endlich den Ort und seine Umgebung etwas kennenzulernen. Nach einer „schnellen“ Tasse Cappuccino ging es auch schon los. Das Foto zeigt (oben) das Große Schloss und (links) einen Teil des Kleinen Schlosses, das unter anderem auch die Touristeninformation beherbergt.

Hier ein Blick auf den Beginn der Altstadt. Die Erhebung im Hintergrund ist der 406 m hohe Ziegenkopf; vor über 100 Jahren wurde auf der Kuppe der steinerne und im oberen Teil holzverkleidete, 30 m hohe Aussichtsturm Ziegenkopfturm errichtet, der eine Fernsicht bis hin zum Brocken bietet. 

Zunächst spazierte ich durch die Barocken Schlossgärten. Mit über 100 ha ist das Gartenensemble zwischen Großem und Kleinem Schloss eins der größten und ältesten seiner Art in Sachsen-Anhalt. Besonders eindrucksvoll ist der Terrassengarten, der 1718 angelegt wurde.

Von hier aus hatte ich schon die ersten schönen Ausblicke auf die Stadt…

Ab dem Gasthaus Obere Mühle führte dann ein kleiner Weg hinauf zum Großen Schloss.

Oben angekommen, umrundete ich zuerst einen Teil des Schlosses, dann ging es in den Innenhof. Schloss Blankenburg ist das größte noch erhaltene Welfenschloss und heute Wahrzeichen der Stadt Blankenburg mit einer über 900-jährigen Geschichte.

Das Schloss, früher als wehrhafte Burg gebaut, erfuhr über einige Jahrhunderte hinweg viele bauliche Veränderungen. Heute zeigt sich das imposante Gebäude in schlichter barocker Eleganz. Nach dem zweiten Weltkrieg und der Umsiedelung der Herzogsfamilie 1945 wurde es bis 1992 als Genesungsheim bzw. als Fachschule für Binnenhandel genutzt. Führungen sind leider nur an Wochenenden möglich.

Über den weitläufigen Schlosspark ging es später wieder hinunter…

…und zurück in die Schlossgärten und zum Kleinen Schloss. Das auch Gartenschloss genannte Gebäude wurde 1725 als fürstliches Gartenhaus errichtet. Herzog Ernst August von Braunschweig und Lüneburg wohnte mit seiner Familie von 1914-1918 hier. Eines der prominentesten „Kinder der Stadt“ wurde 1917 hier geboren: die spätere griechische Königin Friederike von Hannover, Mutter der spanischen Königin Sofia und Großmutter des spanischen Königs Felipe VI. Wow, so viel königliche Prominenz würde man dem doch etwas unscheinbaren Äußeren gar nicht zutrauen… 😉

Zum Abschluss meines Spaziergangs sah ich mir die Altstadt etwas genauer an.

Das sehenswerte Rathaus befindet sich auf der Südseite des Marktplatzes der Stadt am Hang des Schlossbergs. Es wurde im Jahre 1442 erstmals urkundlich erwähnt, soll alten Chroniken zufolge aber bereits 1233 bestanden haben. Der Marktplatz selbst kam mir etwas klein und daher beengt vor.

Insgesamt hat mir die Altstadt von Blankenburg nicht so sehr gefallen; gar kein Vergleich zu Goslar oder gar Wernigerode!

Nach einem kleinen Einkauf im Supermarkt schlenderte ich schließlich zurück zum Wohnmobil. Ich war sehr froh, wenigstens einen halben Tag lang schönes Wetter gehabt zu haben; dieser kleine Spaziergang hat sich alles in allem gelohnt!

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