Heute stand die “Graue Stadt am Meer” auf meinem Programm: Husum, die Heimatstadt des Dichters Theodor Storm. Bei meinem ersten Besuch mit dem Wohnmobil im März 2017 hatte sie ihrem Beinamen ja schon alle Ehre gemacht; heute war das Wetter zwar besser, aber auch nicht viel besser…

Für die 12 km lange Fahrt vom Wohnmobilstellplatz auf Nordstrand benötigte ich nur ein paar Minuten. Nachdem ich gestern und vorgestern ja den “vollen Service” hatte, reichte mir heute ein ganz einfacher Stellplatz. Daher wählte ich einen großen und kostenlosen Parkplatz aus, etwas nördlich vom Stadtzentrum, aber immer noch sehr zentral gelegen. Da es am Vormittag leider nur “Schmuddelwetter” gab, blieb ich zunächst im Wohnmobil und holte ein paar überfällige “Büroarbeiten” nach. Nach der Mittagspause wurde es aber endlich besser, und kurz darauf saß ich schon auf dem Rad und begann mit einer kleinen Rundfahrt durch die Stadt und die unmittelbare Umgebung.

Ich fuhr zunächst in südlicher Richtung bis zum Schlosspark, wo ich auf den ehemaligen, 1892 fertiggestellten Wasserturm traf. Er ist 33 m hoch, und eigenartigerweise kam er mir irgendwie vertraut vor! Vorhin habe ich dann (eher per Zufall) gelesen, dass der Wasserturm in Pinneberg, meiner Heimatstadt also, 1912 nach eben diesem Vorbild gebaut wurde und ihm daher zum Verwechseln ähnlich sieht… 😉

Der Schlosspark von Husum ist wirklich schön, und man kann ihn, glaube ich, wohl zu jeder Jahreszeit empfehlen! Besonderes aber lohnt ein Besuch während der Zeit des Krokusblüte im Frühjahr. Dann ist der gesamte Boden in ein kräftiges Lila getaucht!

Eine Büste des berühmten Dichters und Schriftstellers darf natürlich nicht fehlen…

…genauso wie einige weitere Denkmäler.

Ein Prunkstück ist es meiner Ansicht nach nicht gerade, das Schloss vor Husum, eher wirkt es pragmatisch norddeutsch! Das “vor” in der offiziellen Bezeichnung rührt daher, dass das Schloss bei seiner Fertigstellung außerhalb der Stadtgrenzen lag! Es ist der einzige erhaltene Schlossbau an der schleswig-holsteinischen Westküste, dient jetzt als Schlossmuseum und Kulturzentrum und kann auch besichtigt werden.

Danach sah ich mich ein wenig in der Stadt um, die sich heute zumindest etwas freundlicher präsentierte als vor drei Jahren während meines vorigen Besuchs.

Die Marienkirche wurde von 1829 bis 1833 nach Entwürfen des dänischen Staatsbaumeisters Christian Frederik Hansen erbaut; sie gilt als eines der Hauptwerke des Klassizismus in Schleswig-Holstein.

Nun ging es zum hübschen Hafen der Stadt mit seinen vielen bunten Häusern…

…und danach weiter in Richtung Westen bis zur Schleuse…

…und schließlich bis zum Badestrand.

Ok, nach Baden war hier gerade niemandem zumute; es herrschte gerade Flut und das recht aufgewühlte Meer überschwemmte fast den gesamten Bereich der Promenade.

Von hier aus radelte ich dann noch ein Stückchen weiter nach Norden, am Deich entlang.

Hier traf ich auf die Windhosen von Husum, eine tolle Installation, von der ich bis dato noch gar nichts wusste!

Sie entstand anlässlich der Husum Wind Art 2007, einem Symposium zum Thema “Wind”, das die Künstlerin Julia Bornefeld äußerst humorvoll, aber sehr direkt umgesetzt hat, finde ich. Übrigens werden die “Hosen” jährlich in ein Winterquartier gebracht, um sie vor den rauen Witterungseinflüssen hier am Meer zu schützen.

Nun war es an der Zeit, meine Tour abzuschließen; es wurde nämlich recht kalt und dunkle Wolken zogen am Himmel auf. Ich fuhr zurück zum Wohnmobil und kam gerade rechtzeitig dort an, bevor heftiger Regen einsetzte. Den Rest des Nachmittags und den Abend verbrachte ich also notgedrungen in meinem “rollenden Zuhause”. Vorhin habe ich mir im TV eine ganz tolle Dokumentation über die Etsch, den zweitlängsten Fluss Italiens, angesehen, von der Quelle bis zu ihrer Mündung ins Mittelmeer. Für mich war das eine wunderschöne Erinnerung an meine Reise nach Südtirol im Herbst 2017. Ich hätte große Lust, dort demnächst wieder ’mal hinzufahren…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.