Der Wecker klingelte heute schon um 07:00 Uhr, denn nach fünf Tagen auf dem Campingplatz in Levanto war wieder einmal Fahrtag! Ich hatte es ja in den vorigen Berichten bereits erwähnt, dass ich mich dort wirklich sehr wohl gefühlt hatte. Es stimmte wirklich alles, und die herzliche Betreuung der Betreiberfamilie führte dazu, dass ich versprach, auf jeden Fall wiederzukommen, falls ich in Zukunft ‘mal wieder in dieser Gegend sein würde. Ich bedankte mich für den netten Service und hinterließ als kleine Aufmerksamkeit eine Schachtel Pralinen, worüber man sich natürlich sehr freute.

Nachdem ich schnell noch meinen Frischwassertank aufgefüllt hatte, ging es um 07:50 Uhr auch schon los. Zuerst ‘mal durch die enge Zufahrt, vor der ich schon etwas „Bammel“ hatte (ging aber alles gut), dann durch den Ort, die Berge hinauf und wieder auf die Autobahn.

Meine Fahrt verlief auch dieses Mal reibungslos und bei schönstem Wetter. Kurz vor Venedig musste ich tanken, danach ging es die letzte Stunde durch viele kleine und auch größere Ortschaften. An einem Kanal entlang fuhr ich schließlich bis zum Campingplatz Fusina, wo ich gegen 14:00 Uhr eintraf. Er liegt direkt an der Lagune von Venedig, mit direktem Blick auf die Stadt.

Das Einchecken an der Rezeption war schnell erledigt. Ich konnte hier meine ACSI-Rabattkarte einsetzen, damit würde ich dann nur 19,- EUR pro Übernachtung, inklusive Strom, zahlen müssen. Und ich durfte mir eine Parzelle auf dem riesigen Platz aussuchen! Das hörte ich gern, denn ich spekulierte natürlich auf einen Stellplatz direkt am Wasser…

Dort standen auch schon die meisten Wohnmobile, während die großen Wiesen- und Baumbereiche weiter hinten fast leer waren. Trotzdem gab es aber noch ein paar Lücken, von denen ich mir eine aussuchte.

Die Aussicht von diesem Platz aus war natürlich unschlagbar! Leider sind die Parzellen in diesem Bereich aber recht kurz, und so musste ich ein wenig vor- und zurückrangieren, um richtig hineinzugelangen!

Dabei passierte mir leider ein ziemlich ärgerliches Missgeschick. Obwohl ich vorher ausgestiegen und mir den Bereich hinter meinem Wohnmobil genau angesehen hatte, übersah ich dabei einen spitzen und dicken Ast, der sich gemeinerweise hinter ein paar Blättern und dünnen Zweigen verborgen hatte. So gab es beim langsamen Rückwärtsfahren plötzlich einen lauten Knall, und oben im Heck meiner zu Tode erschrockenen „Hannelore“ steckte… eine Astspitze! Die hinterließ bei Herausziehen ein kleines, fieses Loch sowie einen etwa 30 cm langen, senkrechten Riss!

Man kann sich kaum vorstellen, wie mir in diesem Moment zumute war! Das würde auf jeden Fall arg teuer werden, und ich war heilfroh, dass ich eine Vollkaskoversicherung hatte! Für den Rest meiner Reise hatte dieser kleine Unfall allerdings keinerlei Bedeutung, denn der Riss war ganz schnell mit Panzertape in mehreren Schichten abgeklebt; alles andere konnte ich später zuhause in Angriff nehmen. Trotzdem war es natürlich nicht so ganz leicht, den Vorfall einfach ‘mal so zu vergessen…

Hier kam ich mir vor wie auf einem WoMo-Stellplatz am Nord-Ostsee-Kanal! Auch dort steht man ja direkt am Wasser, und die Schiffe fahren einem (gefühlt) fast durch das Fahrerhaus! Nur mit dem Unterschied, dass sie hier noch viel größer waren; direkt vor dem Platz verläuft nämlich die Fahrrinne, die zu den ausgedehnten Hafenanlagen nördlich des Campingplatzes führt. Hier sieht man sowohl Containerschiffe als auch Tanker, sogar ein paar riesige Fähren fahren hier vorbei.

Aber auch Venedig sieht man von hier aus; im Hafen lagen gerade ein paar Kreuzfahrtschiffe…

…und auch der weltberühmte Campanile, der Glockenturm des Markusdoms, ist von hier aus, mit etwas Zoom, kaum zu übersehen!

Nach einer kleinen Kaffeepause plante ich eine Radtour in der unmittelbaren Umgebung. Ich wollte mir dabei hauptsächlich die Gegend südlich des Kanals, der hier in die Lagune führt, anschauen; in der Satellitenansicht auf meinem iPhone sah es dort recht interessant aus. Zunächst aber sah ich mich ausführlich auf dem Campingplatz und in seiner unmittelbaren Umgebung um.

Die Strecke bis zum Kanal war noch einigermaßen interessant; ich konnte sogar an einer kleinen Schleuse bei einen Schleusenvorgang für drei Sportboote zuschauen. Danach wurde es allerdings nicht nur immer uninteressanter, sondern auch schwer zugänglich; ein paar Kilometer vor meinem eigentlich Ziel befand sich sogar ein Metallzaun mit Gatter, also musste ich wohl oder übel wieder umkehren. So etwas passiert zwar nicht häufig, aber es kommt natürlich doch ‘mal vor. Man kann kaum erwarten, dass das Kartenmaterial, das die Basis für meine Outdoor-Apps bildet, zu jedem Zeitpunkt und für jedes Fleckchen auf diesem Planeten immer auf dem aktuellen Stand ist. Ich kehrte also zurück zum Campingplatz und war gegen 18:30 Uhr wieder am Wohnmobil.

Eigentlich hatte ich mir den Besuch von Venedig für morgen vorgenommen, aber nach einem Blick auf die Wettervorhersage, die heftigen Regen ankündigte, entschied ich mich, doch noch heute Abend mit der kleinen Fähre hinüberzufahren. Das passte insofern auch ganz gut, weil heute, am 30. September, die letzte Rückfahrt von Venedig erst um 22:30 Uhr ging, während ab morgen (Wintersaison) die letzte Fähre bereits um 20:30 Uhr ablegen würde.

Die nächste Abfahrt war um 19:00 Uhr, die Überfahrt würde etwa 25 Minuten dauern. Also hatte ich insgesamt drei Stunden Zeit in der Stadt, völlig ausreichend für einen schönen Spaziergang und für ein Abendessen!

Ich machte mich also „stadtfein“, ging zum Fähranleger, der nur ein paar Minuten von meinem Platz entfernt lag, und hatte sogar noch Gelegenheit, einen wunderschönen Sonnenuntergang zu genießen.

Kurze Zeit später kam auch schon das Boot aus der Stadt, drehte um und legte dann an. Mit mir ging nur eine „Handvoll“ anderer Gäste an Bord, zwei Minuten später waren wir bereits unterwegs…

Im Hafen lag nur noch ein einziges Schiff der AIDA-Flotte, die AIDAblue; die anderen Kreuzfahrer, die ich am Nachmittag noch fotografiert hatte, waren bereits unterwegs.

Das Boot legte an der Haltestelle Zattere auf der Stadtinsel Guidecca im Stadtteil Dorsoduro an. Von dort ging ich, mit dem Marktplatz als grobes Ziel, zunächst über die imposante Holzbrücke Ponte dell’Accademia, auf der ich schon früher häufig gestanden habe. Sie führt über den Canal Grande, und man hat von dort aus einen wunderschönen Blick auf die Kirche Santa Maria della Salute, die am Eingang des Kanals liegt.

Nun ging es weiter durch den Stadtteil San Marco, durch viele kleine und große Gassen und über mehrere hübsche Plätze.

Jetzt war ich wieder am Wasser angelangt, direkt neben dem Hotel Monaco & Grand Canal, in dem ich im August 2010 schon ‘mal für mehrere Tage gewohnt hatte. Auch von hier bot sich ein schöner Blick auf die vorhin bereits erwähnte Kirche.

Gleich nebenan fand ich die Souvenirstände wieder, an denen ich damals eine venezianische Karnevalsmaske als Souvenir erstanden hatte.

Nach einiger Zeit erreichte ich dann den weltberühmten Markusplatz, auf dem auch um diese Zeit natürlich noch einiges los war.

Einige der Musiker, die vor dem bekannten Caffè Florian spielten, hatte ich auch vor zwei Jahren und sogar schon 2010 gesehen; die blonde Lady am Klavier spielt dort also bereits seit mindestens 8 Jahren, damals noch mit ihrer Tochter an der Geige! In einer kleine Spielpause sprach ich sie an. Sie konntet leider nur wenig englisch; ich sagte ihr, ich würde mich freuen, sie jetzt schon das dritte Mal hier sehen und ihr zuhören zu dürfen. Darüber war sie sichtlich erfreut, erst recht, nachdem ich ihr ein Foto von ihr und ihrer Tochter zeigte, das ich vor 8 Jahren genau hier gemacht hatte!

Gegenüber vom Florian spielte, genau wie damals, eine weitere Kapelle überwiegend klassische Musikstücke; beide Gruppen kommen sich wegen der Größe des Platzes aber nicht in die Quere.

Der Markusplatz mit dem gleichnamigen Dom und dem Glockenturm. Ich freute mich sehr darüber, dass die Kirche endlich einmal nicht eingerüstet war; so „nackt“ hatte ich sie noch nie gesehen!

Hier muss man natürlich auch den Vorplatz zum Markusplatz besuchen, die Piazetta di San Marco. Die im Wasser schaukelnden Gondeln und die gegenüber liegende Insel San Giorgio Maggiore mit der gleichnamigen Kirche gegen immer ein schönes Fotomotiv ab.

Nun wanderte ich einige Gassen rund um den Markusplatz entlang und suchte mir schließlich ein kleines Lokal aus, wo ich eine Pizza Tonno und ein Glas Rotwein bestellte.

Die Pizza war wirklich aussergewöhnlich gut und auch gar nicht ‘mal teuer; man muss nur darauf achten, dass man sich nicht ein Restaurant in unmittelbarer Nähe zum Markusplatz sucht; da sind die Preise nämlich wirklich „gesalzen“!

Nachdem ich satt war, blieb ich noch etwas sitzen, bestellte mir ein zweites Glas Rotwein und genoss das bunte Treiben direkt vor mir auf der Gasse. Über die Menschen, die innerhalb nur weniger Minuten an einem vorbei „flanieren“, könnte man schon ganze Bücher schreiben!

Schließlich brach ich aber auf und ging langsam wieder zurück in Richtung Zattere, zum Fähranleger. Ich hatte die drei Stunden, die mir zur Verfügung standen, jetzt tatsächlich fast „aufgebraucht“. Die Fähre kam pünktlich, und so war ich bereits um kurz nach 23:00 Uhr wieder am Wohnmobil.

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