Der heutige Tag bestand im Wesentlichen aus der Fährüberfahrt von Frederikshavn nach Oslo. Ich bin schon gestern, während meiner kleinen Fahrradtour, beim Fähranleger der Stena Line gewesen und habe gefragt, wann der Check-In öffnen würde, man sagte mir, um 8 Uhr! Ich dachte mir also, so früh wie möglich einzuchecken, würde mir einen der vorderen Plätze in einer der Warteschlangen garantieren, und eventuell als einer der ersten auf die Fähre und damit auch wieder als erster herunterzufahren (kann natürlich auch genau anders herum sein…).

Als ich um genau 8:03 Uhr am Check-In eintraf, waren bereits mindestens zehn Wohnmobile eingecheckt, ebenfalls etliche PKW, Wohnwagen-Gespanne und einige LKW. Wie, zum Teufel, haben die das gemacht? Selbst wenn alle bereits weit vor 8:00 Uhr vor dem Check-In gewartet haben sollten, können die ein paar Minuten später unmöglich schon alle abgefertigt worden sein! Ich denke, die Auskunft, die mir eine junge Frau am Vortag gegeben hatte, war wohl falsch! Was soll‘s…

So kam es, dass sich hinter mir überhaupt nur noch insgesamt drei Wohnmobile einfanden; um kurz vor 9:00 Uhr fuhr ich endlich durch die geöffnete Bugklappe der Stena Saga in den rechten Bereich, also auf die Backbord-Seite des Schiffs. Da hier noch in verschiedene Spuren aufgeteilt wurde, stand hinter mir nun überhaupt niemand mehr.

MEIN WOMO WAR DAS ABSOLUT LETZTE FAHRZEUG ÜBERHAUPT UND WÜRDE BEIM ENTLADEN ERST DRANKOMMEN, WENN DIE FÄHRE SCHON FAST WIEDER AUF DEM RÜCKWEG WAR! F*CK!

Aber Murphy‘s Law hat dieses Mal glücklicherweise nicht zugeschlagen; warum auch immer, meine Reihe (von geschätzen 10) war später tatsächlich als erste dran… 😉

Die Überfahrt von 9,5 Stunden war für mich recht kurzweilig. Zuerst habe ich das Schiff von unten bis oben „inspiziert“, innen wie außen; alles ok! Ab 13:00 Uhr gab‘s das große Lunch-Buffet, das ich im Vorfeld gleich mitgebucht hatte (sehr lecker und auch vielfältig!), und danach, die letzten vier Stunden, befand ich mich, mit meiner Kamera „bewaffnet“, nur noch draußen, denn ab der Einfahrt in den Oslo-Fjord wurde es immer spannender und es gab unendlich viele tolle Fotomotive! Das Wetter passte auch perfekt, und es ging nur ein leichter Wind. Stundenlanger Sonnenschein und die salzige Luft haben aber am Abend dann doch deutliche Spuren bei mir hinterlassen…

Ich konnte sogar noch fotografieren, als die Stena Saga bereits im Hafen von Oslo drehte, also konnte ich in Ruhe unter anderem das wuchtige Rathaus mit seinen beiden Türmen, aber vor allem die futuristische Oper, die mich durch ihre Lage ein wenig an das Sydney Opera House erinnerte, ausgiebig fotografieren.

Nach der Aufforderung, sich zu den Fahrzeugen zu begeben, suchte ich mein WoMo auf; kaum, dass ich abfahrbereit war, ging‘s auch schon los. Kurz nach der Ausfahrt hat man die berühmt-berüchtigte Entscheidung zu treffen: Grüne Spur (nichts zu verzollen) oder rote Spur (‘was zu verzollen)…

Ich nahm die rote Spur, weil ich Wein und Bier anmelden wollte; beides ging bei mir weit über das erlaubte Kontingent hinaus, und sollte man erwischt werden, kann‘s äußerst ungemütlich und vor allem teuer werden! Praktischerweise waren die drei grünen Spuren bereits völlig „verstopft“, während ich auf der roten Spur bis vorne an das Tor fahren konnte, wo mich eine junge Zollbeamtin in „voller Kampfmontur“ erwartete.

Ich grüßte und sagte, ich hätte etwas zu verzollen und überreichte ihr einen schon zuhause vorbereiteten Ausdruck, auf dem ich ganz genau aufgeführt hatte, was ich insgesamt an Bier und Wein mithatte, was davon zollfrei ist und natürlich die entsprechenden Differenzen. Dazu Einzel- und Gesamtpreise.

Zuerst sah sie mich etwas verständnislos an (oder war da etwa sogar eine Spur von Mitleid zu erkennen?), dann aber, nachdem sie den Zettel studiert hatte, hellte sich ihre Miene auf und ihr entfuhr grinsend ein erfrischendes „Wonderful!“ Na also, geht doch… 😉

Ich zahlte also ganz genau den Betrag, den ich vorher errechnet hatte (540,- Kronen) und konnte sofort weiterfahren.

Nach einer ziemlich abenteuerlichen Fahrt durch den quirligen Feierabendverkehr von Oslo, in einer völlig ungewohnten Umgebung, mit Millionen von Menschen, die überall herumwuselten, mit einer fast verzweifelten Navi-Siri, die einfach nicht begreifen wollte, dass man nun ‘mal nicht einfach überall abbiegen kann, wo‘s reingeht, und mit von der Sonne verbranntem Gesicht erreichte ich gegen kurz nach 19:00 Uhr endlich meinen angepeilten Parkplatz, direkt neben dem Frogner-Park.

Den Tipp hatte ich aus einem WoMo-Reiseführer, der behautet, dass dort nach 18:00 Uhr eigentlich alles leer sein müsste. Der Platz war „proppenvoll“ und für WoMos überhaupt nicht geeignet, schon gar nicht für Hannelores wuchtige Ausmaße von 7,43 m Länge, 2,35 m Breite und 3,05 m Höhe! Trotzdem hab’ ich es geschafft, mich irgendwo „reinzuquetschen“ und nachdem ich wegen einer üblen Schräglage noch auf die Auffahrkeile gefahren bin, hätten mich keine zehn Pferde mehr von diesem Platz heruntergebracht!

Also, jetzt aber erst ‘mal ‘ne Dose Bier aufgerissen! Das tat gut…

Weil das Wetter so schön war und die Sonne schon sehr tief stand, bin ich anschließend noch in den Frogner-Park gegangen (gleich nebenan) und konnte, bei perfektem Fotolicht, viele schöne Fotos der berühmten Vigeland-Skulpturen machen, die ich auf jeden Fall sehen wollte. Als ich fertig war, ging die Sonne unter… Zufall? 😉

Gegen 23:00 Uhr war ich „reif für die Kiste“ und habe, nach einem ziemlich langen Tag, geschlafen, als ob‘s kein Morgen gäbe… 😉

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