Herzliche Grüße aus Prag, der „Goldenen Stadt“!

Wieder einmal stehe ich am Beginn einer ganz besonderen Reise! Ich werde zum ersten Mal mit meinem Wohnmobil nach Griechenland fahren, genauer gesagt, ich möchte die griechische Halbinsel Peloponnes erkunden, mir dort einige der schönsten Highlights anschauen und die tolle Landschaft und natürlich hoffentlich auch das warme Frühlingswetter genießen!

Dabei werde ich allerdings nicht, wie es wahrscheinlich die meisten meiner „Camper-Kollegen“ machen, eine der üblichen Fährverbindungen zwischen Italien und Griechenland (also z.B. ab Venedig, Ankona oder Bari nach Igoumenitsa oder Patras) nutzen, sondern ich möchte unbedingt die gesamte Strecke „über Land“ fahren und auf diese Weise einen großen Teil der südosteuropäischen Länder kennenlernen.

Selbstverständlich kann ich in der relativ beschränkten Zeitspanne von insgesamt 5 Wochen nicht jedes dieser Länder ausführlich erkunden; im Wesentlichen werde ich einfach nur hindurchfahren. Zum Glück liegen aber auf meiner Strecke sehr viele ihrer Hauptstädte, sodass ich auf die verrückte Idee kam, sowohl während der Hinreise als auch auf der Rückreise pro Etappe jeweils eine dieser Hauptstädte zu besuchen!

Zugegeben, ein etwas ehrgeiziges und möglicherweise auch irgendwie eigenartiges Unterfangen, das im Vorfeld bei einigen meiner Freunde und Bekannten zumindest für Stirnrunzeln gesorgt hatte! Und mit Sicherheit auch mit jeder Menge Stress verbunden; einzelne Etappen sind einige 100 Kilometer lang, und am Ende eines anstrengenden Fahrtags noch die Energie für einen Hauptstadtbesuch aufzubringen, wird mir mit Sicherheit nicht immer leicht fallen! Aber immerhin hab‘ ich ein Ziel vor Augen; sollte ich mein Vorhaben nicht konsequent durchziehen können, dann wäre das natürlich auch nicht weiter wild…

Nach diesem Plan liegen also (Deutschland eingeschlossen) insgesamt 13 Länder vor mir und sage und schreibe 11 europäische Hauptstädte! Ich bin gespannt wie ein „Flitzebogen“, ob mir das so wirklich gelingen wird! Vielleicht wär‘ das ja sogar irgendeine Art von Superlativ und ich finde mich plötzlich im Guinness-Buch der Rekorde wieder… 😉

Konkret sieht das dann wohl so aus: Ich fahre von Deutschland aus durch Tschechien, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Nordmazedonien nach Griechenland. Dort habe ich dann etwa drei Wochen Zeit, um den Peloponnes kennenzulernen. Danach geht es auf einer weiter westlich liegenden Route über Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Slowenien und Österreich wieder zurück nach Deutschland. Dabei besuche ich zum ersten Mal in meinem Leben Prag, Wien, Bratislava, Budapest, Belgrad, Skopje, Tirana, Podgorica, Sarajevo, Zagreb und Ljubljana. Berlin und Athen lasse ich auf dieser Reise aus; beide Städte kenne ich bereits von früheren Besuchen.

Der erste Tag meiner Reise ist schon fast wieder vorbei! Ich befinde mich jetzt, wo diese Notizen schreibe, auf dem kleinen, aber gemütlichen Campingplatz River Camping Prague in Troja, einem Stadtteil im Norden von Prag.

Heute Morgen bin ich bereits um 05:30 Uhr aufgestanden; ich habe ziemlich unruhig geschlafen, wie eigentlich immer vor so einer großen Reise! Für den ersten Tag habe ich mir gleich eine der längsten Etappen vorgenommen, vielleicht sogar die längste der gesamten Reise. Von Pinneberg nach Prag sind es immerhin 660 km, ein ganz schöner „Brocken“ also, erst recht mit einem Wohnmobil! Aber meine Fahrt verlief fast ausschließlich über Autobahnen, und heute ist Sonntag und dadurch waren natürlich deutlich weniger PKW und so gut wie keine LKW unterwegs!

Schon um 06:00 Uhr ging es los, nach einem „schnellen“ Müsli-Frühstück. Die erste Überraschung wartete auf mich schon in Hamburg, denn die A7 war zwischen den Abfahrten HH-Eidelstedt und HH-Volkspark wegen der Bauarbeiten zu den Tunnelröhren über Nacht bis 08:00 Uhr voll gesperrt. Ich musste also notgedrungen einen ziemlichen Umweg fahren und gelangte erst wieder in HH-Bahrenfeld, also ganz kurz vor dem Elbtunnel, wieder auf die Autobahn. Wegen der frühen Stunde ging dies allerdings schneller vonstatten, als ich anfangs befürchtet hatte.

Das Wetter war zunächst ganz ok, ab und zu zeigte sich sogar die Sonne. Später wurde es dann allerdings immer schlechter; ab Hannover bis nach Tschechien hinein regnete es nicht nur immer wieder, sondern ich durfte mich auch mit Schneeregen und Hagel herumschlagen! Hinter Dresden fuhr ich staunend durch weiße Schneelandschaften; ich traute meinen Augen kaum! Im Erzgebirge, rund um die deutsch-tschechische Grenze, verschwand der Schnee zwar, aber nur, um einem ziemlich üblen Nebel Platz zu machen, der mich zwang, im Schneckentempo auf der Autobahn zu fahren! Sowas mag ich überhaupt nicht: man sieht so gut wie gar nichts, muss absolut konzentriert nach vorne „starren“ und hat zusätzlich noch die Angst im Nacken, dass einem jemand mit überhöhter Geschwindigkeit hinten ’reinfährt…

Insgesamt bin ich aber dennoch ganz gut vorangekommen; deshalb und wegen der frühen Abfahrt traf ich bereits um kurz vor 15:00 Uhr auf dem eben erwähnten Campingplatz ein. Im kleinen Büro saß ein junger Mann, der mich sehr freundlich und in perfektem Deutsch empfing. Das Einchecken ging völlig problemlos über die Bühne, zumal ich vorher ja reserviert hatte. Nach einer kleinen Kaffeepause hatte ich mir ein kurzes Schläfchen verdient!

Danach genehmigte ich mir auch schon die erste Dose Bier auf dieser Reise und studierte ein paar Unterlagen, die ich an der Rezeption bekommen hatte. Um nun gar nichts mehr zu tun, war es jetzt noch viel zu früh. Ich beschloss deshalb, schon heute eine kleine Radtour zu unternehmen. Nicht unbedingt bis ganz in die Stadt hinein (dazu war mir das Wetter auch zu unpassend), aber doch wenigstens bis zur Moldau. Ich wusste von meinen Vorbereitungen, dass man vom Letná-Park nördlich der Stadt angeblich einen sehr schönen Blick auf den Fluss und die vielen Brücken Prags haben sollte…

Ich war nun zum ersten Mal mit dem Rad in einem mir fremden Land und einer völlig fremden Stadt unterwegs; die Schrift auf den Verkehrsschildern sagte mir absolut gar nichts, Radwege waren so gut wie nicht vorhanden und die Autofahrer verhielten sich so, als wäre ich unsichtbar! Aber trotzdem genoss ich das alles; das war Abenteuer pur! Und ich kam unversehrt dort an, wohin ich wollte! Im Park, der auf einer Anhöhe nördlich einer Flussschleife liegt, gefiel es mir ausgesprochen gut! Er liegt innerhalb einer großen Freifläche und ist ein beliebter Naherholungsort. Viele Spaziergänger, Radfahrer und Jogger genossen trotz des etwas „trüben“ Wetters entspannt den späten Sonntagnachmittag.

Und der Blick von hier aus auf die Moldau und die vielen Brücken der Stadt war tatsächlich etwas ganz besonderes, wie man auf dem folgenden Foto sehen kann.

Nachdem ich mich dort in Ruhe umgeschaut und einige Fotos gemacht habe, machte ich mich wieder auf den Rückweg zum Campingplatz. Den Abend verbrachte ich damit, den morgigen Tag etwas genauer zu planen, vor allem die Streckenplanung für meine Radtour. Die Wettervorhersage versprach für den Montag absolut schönes Wetter; es fiel mir etwas schwer, daran zu glauben, wenn ich aus dem Fenster sah, aber kurz vor 20:00 Uhr zeigten sich doch tatsächlich schon die ersten Wolkenlücken… 😉

8 Kommentare zu “Elf auf einen Streich”

  1. Na ja mein lieber Wolle, der Anfang ist gemacht – und gar nicht schlecht!!
    Prag ist auch auf meiner Karte noch ein „weißer“ Fleck und so hol ich mir jetzt Inspiration von Dir!!

  2. Da hattest du dir ja in der Tat so einiges vorgenommen. Von den Hauptstädten auf deiner Reise war ich bisher „nur“ in Berlin, Prag, Wien und Budapest. Mir war übrigens gar nicht bewusst, dass du ganze 5 Wochen unterwegs warst.

  3. Hallo Wolfgang,
    nun habe ich heute Zeit gefunden deinen neuen Blog mit der Marathonreise bis nach Griechenland und wieder zurück (logisch) zu beginnen. Wie ich es lese hast du es tagesaktuell niedergeschrieben oder dir zumindestens Notizen gemacht. Bis nach Prag hatte Hannelore und du ja einige Stolpersteine zu überwinden. Bin gespannt wie es weitergeht…
    Viele Grüße, Roland

    1. Hi Roland! Ja, natürlich läuft bei einer so langen Reise nicht alles glatt. Und so viel sei verraten, sie hatte noch so einige Stolpersteine auf Lager, wie du hoffentlich später sehen wirst… 😉 Herzlichen Dank für deinen Kommentar!

  4. Hallo Wolle,
    so hat doch auch diese Zeit seine Vorteile, was?! Endlich geht‘s mit Deinen Reiseberichten weiter 😃. Normalerweise wärst Du ja gerade wieder auf der Piste.
    Liest sich wie immer superschön! 🤩

    1. Danke, liebe Frauke! Ja, meine geplatzte Irlandreise tut schon richtig weh, vor allem wegen meiner intensiven Vorbereitung, aber das trifft natürlich wohl auf uns alle so oder ähnlich zu! Aber auch hier zuhause ist es eigentlich ein Jammer, vor dem Mac zu hocken, um Reiseberichte zu schreiben, statt bei dem momentan so schönen Wetter draußen etwas zu unternehmen, ist ja (bei uns) schließlich nicht verboten! Aber wenn ich die Zeit jetzt nicht nutze, wird’s nie ‚was… 😉

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