Den heutigen Tag habe ich in Malcesine und Umgebung verbracht! Da ich gestern recht früh zu Bett ging, stand ich bereits um 7:00 Uhr auf. Ich fühlte mich ausgeschlafen, ging zum Duschen und frühstückte danach in aller Ruhe. Danach packte ich verschiedene Sachen zusammen und brach dann zu meiner allerersten Unternehmung auf dieser Reise auf!

Ich wollte jetzt endlich ’mal auf den Monte Baldo, um dort oben ein wenig zu wandern und vor allem, um den Blick auf den See zu genießen. Obwohl der Name es vermuten lässt, handelt es sich hier nicht um einen Berg, sondern um einen etwa 30 km langen Bergrücken mit mehreren einzelnen Spitzen. Er liegt zwischen dem Gardasee und der Etsch und verläuft in Nord-Süd-Richtung. Praktischerweise befindet sich direkt hier, in Malcesine, die Talstation einer Seilbahn, mit der man auf zwei Teilstrecken bis ganz nach oben fahren kann. Die Funivia Malcesine-Monte Baldo wurde 1962 erbaut und 2002 modernisiert. Auf dem ersten Abschnitt gibt’s sogar zwei um 360° rotierende Gondeln, jeweils 45 Personen fassen.

Mit dem Rad war die 2 km entfernte Station schon nach ein paar Minuten erreicht. Ich fand dort neben dem Eingang sogar einen „richtigen“ Fahrradständer vor, sodass ich mein Bike einigermaßen sicher abstellen konnte. Hier war alles perfekt an die Corona-Situation angepasst: Am Eingang stand reichlich Desinfektionsmittel zur Verfügung, große Schilder wiesen auf die Abstands- und Maskenpflicht hin, und Markierungen auf dem Boden und selbst in der Gondel machten unmissverständlich klar, wo man zu gehen oder zu stehen hatte! Ich besorgte mir ein Ticket (Hin- und Rückfahrt für „handelsübliche“ Senioren 16,- EUR) und fuhr mit der allerersten Gondel nach oben. Da es noch recht früh war, herrschte jetzt kaum Betrieb. Außer dem Angestellten und mir befanden sich nur 4 oder 5 Personen in der Kabine.

Ich machte schon jetzt, während der Fahrt, ein paar erste Fotos. Allerdings sorgten die leicht gewölbten und auch nicht besonderes sauberen Fenster für einige Einschränkungen bezüglich der Bildqualität. Leider waren, wie man an den folgenden Fotos unschwer erkennen kann, auch die Wetterbedingungen alles andere als perfekt! Es war zwar recht warm und fast windstill, aber der Himmel war eigentlich den ganzen Tag über komplett bedeckt. Anfangs war es sogar leicht diesig, sodass ich schon befürchtete, dass man den See von oben möglicherweise gar nicht sehen und diese Unternehmung daher völlig überflüssig sein könnte; dies war glücklicherweise aber nicht der Fall!

Los geht’s! Das erste Foto stammt vom ersten Streckenabschnitt, die Mittelstation ist bereits in Sicht…

…und schon geht es weiter auf dem zweiten Abschnitt, bis nach ganz oben. Hier ein Blick zurück.

Oben angekommen, warteten auch schon die ersten Aussichten auf den See.

Auch hier war (noch?) sehr wenig Betrieb; ich sah lediglich ein paar wenige Wanderer und vielleicht drei oder vier Mountain-Biker. Nach ein paar Schritten hatte ich einen schönen Blick zurück auf die gesamte Anlage der Bergstation mit dem großen Restaurant (rechts).

Egal, in welche Richtung man schaut, überall entdeckt man wunderschöne und einladende Wander- und Radwege. Hier gibt’s wirklich jede Menge davon!

Ich hatte mir für diesen Vormittag keine stundenlange Wanderung vorgenommen, obwohl ich tatsächlich große Lust hätte, bis ganz nach unten zurück in der Ort zu marschieren. Aber ich wollte natürlich am Nachmittag auch noch eine Fahrradtour durch den Ort machen, daher begnügte ich mich jetzt mit einem relativ kurzen Teilstück in Richtung Norden. Die beiden nächsten Fotos zeigen Val di Sogno, eine schöne Badebucht etwas südlich von Malcesine. Der Blick auf Malcesine ist von hier aus noch durch die Felsen in Vordergrund versperrt.

Am nördlichsten Punkt meiner kleinen Wanderung hatte ich freie Sicht auf den nördlichen, schmaleren Teil des Gardasees und auf die Torbole (rechts) und vor allem Riva del Garda (links). Der markante Bergrücken am Ufer, der Monte Brione, trennt beide Orte.

Auf der anderen Seeseite, nach Westen hin, erkennt man mühelos den hübschen Ort Limone sul Garda. Dort war ich leider bisher auch noch nicht; das muss sich dringend ’mal ändern… 😉

Irgendwann soll ein 140 km langer Radweg einmal komplett um den Gardasee herumführen. Die Fertigstellung war eigentlich für 2021 geplant, aber inzwischen weiß man, dass man dieses Ziel wohl nicht wird halten können. Das Projekt Garda by Bike nutzt zum Teil bestehende Radwege, aber es müssen auch viele neue gebaut werden. Ein recht spektakuläres, leider nur 2 km langes Teilstück wurde aber immerhin schon 2018 nördlich von Limone eröffnet. Es wird später einmal auf einer nur für Fahrräder und Fußgänger erlaubten Trasse bis nach Riva del Garda führen und verläuft auf Stelzen und Pfeilern direkt an der felsigen Küste oder sogar direkt über dem Wasser entlang, etwas unterhalb der Straße, die auf diesem Abschnitt oftmals durch Tunnel verläuft. Beides, die Straße und den neuen Radweg, kann man auf dem diesem Foto sehr schön erkennen:

Übrigens, ein ganz neues Gadget wird mich in Zukunft wohl auf meinen Reisen begleiten, eine kleine Drohne! Ich hatte sie heute Morgen mit in die Tasche gepackt. Da es hier nahezu windstill und ich eigentlich immer allein war (bis auf die beiden Wanderer links, die ganz plötzlich „aus dem Nichts“ auftauchten), lag es nahe, hier ’mal ein paar kurze Videoaufnahmen und einige Fotos zu machen, als ersten Test sozusagen. Und so ein „Schräg-von-oben-Selfie“ ist ja auch ’mal ’was anderes… 😉

Auf dem Rückweg, der etwas unterhalb des Hinwegs und näher am See verlief, hatte ich jede Menge Gelegenheiten, Malcesine von oben zu fotografieren. Blicke von oben auf das Häusergewirr mit den roten Dächern, besonders in den Altstädten, finde ich immer wieder faszinierend!

Wieder an der Bergstation angekommen, schaute ich mich dort noch ein wenig um, kaufte mir im kleinen Shop des Restaurants als Andenken einen Fotomagneten und fuhr dann gegen 11:00 Uhr mit der Seilbahn wieder nach unten! Dieses Mal war ich sogar in beiden Gondeln der einzige Fahrgast! Ich bin mir sicher, dass das in normalen Zeiten wohl nie vorkommen würde, das hatte mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Corona-Pandemie zu tun.

Ich fuhr nun zunächst wieder zurück zum Campingplatz, aß eine Kleinigkeit und wechselte vor allem mein Schuhwerk. Für die Wanderung oben hatte ich extra meine „dicken“ Wanderstiefel angezogen; die waren für die folgende Radtour natürlich völlig fehl am Platz…

Wie immer fuhr ich auf direktem Weg bis zum Seeufer, danach ging es in südliche Richtung bis zur Altstadt (der Campingplatz liegt etwas nördlich des Orts) und darüber hinaus, immer möglichst nah am Wasser entlang. Das Wetter hatte sich inzwischen ein wenig gebessert, wie man auf dem folgenden Foto sieht, aber die Betonung liegt hier tatsächlich auf „wenig“… 😉

Das nächste Foto zeigt Limone (siehe weiter oben), mit großer Brennweite und dieses Mal „auf Augenhöhe“.

Schon Johann Wolfgang von Goethe hatte auf seiner berühmten Italienischen Reise zwischen 1786 und 1788 einige Orte am Gardasee besucht, unter anderem auch Torbole und Malcesine. Als er die auf einer Felsspitze liegende Scaligerburg (italienisch Castello Scaligero; siehe Foto) zeichnete, wurde er prompt verhaftet, weil man ihn versehentlich für einen Spion hielt! Heute findet man im Innenhof der Burg sogar eine Büste mit seinem Konterfei. Die Stadt und die vermutlich schon 1.500 Jahre alte Burg fielen 1277 in die Hände der Scaliger, einem venezianischen Adelsgeschlecht.

Weiter ging es am Ufer entlang…

…bis zum kleinen Hafen der Stadt.

Hier gibt’s neben den unvermeidlichen Restaurants, Cafés und Bars auch verschiedene Kunstwerke zu betrachten, unter anderem diese eigenwillige Bronzeskulptur. Sie stellt eine Schildkröte mit vier Menschenfüßen dar.

Einige Kilometer südlich des Ortes drehte ich schließlich um, fuhr in die Altstadt und durch unzählige verwinkelte, winzige Gassen wieder zum kleinen Hafen zurück. Aus irgendeinem Grund wurde dieser Abschnitt während der Aufnahme meiner Radtour mit der Komoot-App leider nicht aufgezeichnet (siehe ganz unten). Nur, falls sich jemand wundern sollte…

Dort gönnte mir zur Feier des ersten Tages in Italien in einem Straßencafé einen Baileys-Eisbecher und einen Latte Macchiato! Sehr lecker, beides!

Danach radelte ich, nachdem ich auch hier in einem Souvenirladen einen hübschen Fotomagneten für meine Sammlung gefunden hatte, wieder zurück zum Campingplatz. Mit Ausnahme des Wetters war ich mit diesem ersten Tag meiner langen Reise sehr zufrieden; ich freute mich, endlich wieder ’mal am Gardasee zu sein! Allerdings werde ich ihn morgen ja schon wieder verlassen, denn dann geht es weiter zu meinem zweiten Ziel, nach Verona

8 Kommentare zu “Endlich auf dem Monte Baldo”

  1. Schön, dass ich mit Dir jetzt endlich mal auf den Monte Baldo komme (zumindest virtuell). Bei unserer Gardasee-Tour (damals im August – man hätte sich vorher besser erkundigen sollen…) hatten wir auch eine Auffahrt mit den Kindern auf den Berg geplant. Von Bardolino aus sollte es mit dem Auto nach Malcesine gehen, dann mit der Seilbahn nach oben. Aber im August sind alle am Gardasee – Italien hat Ferien, Bayern auch…- folglich haben wir 3 Stunden im Stau zwischen Bardolino und Malcesine gestanden. Als wir endlich in Malcesine angekommen waren, war der Himmel komplett zugezogen und es begann zu regnen. Eine Auffahrt mit den Kindern wäre teuer gewesen und wir hätten keine Sicht gehabt. Daher mussten wir unverrichteter Dinge wieder zurückfahren.
    Bezüglich der Drohne musst Du uns mal Tipps geben – Bodo schaut auch schon die ganze Zeit danach.

    1. Hi Anja, danke für deinen Kommentar! Auweia, da habt ihr aber wirklich riesiges Pech gehabt mit dem Monte Baldo; das muss ziemlich nervig und sehr frustrierend gewesen sein! Aber ich kenne das natürlich auch: Manchmal will das, was man sich vorgenommen hat, einfach nicht klappen, ein Hürde nach der anderen taucht plötzlich auf! Allerdings muss ich zugeben, dass dies, jedenfalls bei mir, durch genau umgekehrte Momente mehr als nur wett gemacht wird! Die Situationen, wo sich ganz plötzlich etwas, was man sich nicht so toll vorgestellt hatte, als deutlich schöner oder unkomplizierter erweist, erlebe ich tatsächlich sehr häufig. Zugegeben, als Rentner ohne weitere Verpflichtungen und mit sehr viel Zeit hab‘ ich da vielleicht auch eine etwas andere Einstellung… 😉

      Bei den Drohnen kommt man um den chinesischen Markführer wohl kaum herum; bei den kompakten Modellen (unter 250 g und die einfachsten Regeln in der gesamten EU) solltet ihr ’mal auf die demnächst erscheinende DJI Mini 2 schauen…

      1. Vielen Dank, Wolfgang, die schauen wir uns mal an.
        Mit dem Pech, das sich später als Glück herausstellt, haben wir es ja in diesem Jahr mit unserem Norwegen-Flug erlebt 🙂

  2. Hallo Wolfgang,
    dein nicht ganz so schönes Wetter hat dir trotzdem tolle Fotos gegeben. Ich denke das du sehr klare Luft hattest, sonst wären dir keine so guten Zooms auf den Chip gekommen. Beim Zoom auf Limone erkennst du ganz rechts unser Hotel dieses Jahr, das „Splendid Palace“. Malcesine kenne ich nach drei Besuchen nur zu gut. Wir waren 2005 auf dem Monte Baldo mit einer herrlichen Wanderung und einer leckeren Einkehr in einer Hütte bei Milch und Käse, kann ich mich erinnern. Ehrlich gesagt habe ich auch schon eine längere Zeit eine Drohne ins Auge gefasst, aber beim Gedanken das sie wohl sehr wenig verwendet würde, es bisher immer gescheut.
    Schönes Wochenende,
    Roland

    1. Danke, Roland! Ja, ich hatte tatsächlich sehr klare und trockene Luft, absolut keinen Dunst oder gar Regen. Von daher konnte ich mit dem Bedingungen noch ganz zufrieden sein. Bezüglich der Drohne ist es bei mir ähnlich; auch ich setze sie eigentlich noch immer viel zu wenig ein! Eigentlich hatte ich sie für meine Irlandreise gekauft, die mir durch Corona ja nun schon zum zweiten Mal vermasselt wurde. Ich hoffe, es wird jetzt wieder etwas mehr werden, vor allem bei Auslandsreisen…

  3. Im September nach den Ferien ist es dort leider auch viel zu voll. Es wurden damals mehrere Busse Senioren herangekarrt, die die kleinen Gässchen verstopften. Schade, dass du nicht auf der Burg warst, dort ist es auch sehr schön.
    Ein Radweg rund um den See? Das ist ja cool. Ich mag zwar kein Radeln, aber irgendwann werde ich wohl auch wieder auf den Drahtesel umsteigen. Und so um den Gardasee rum, das wäre schon was. 🙂
    Auf dem Montebaldo waren wir irgendwie nicht. Ich glaube, uns war das zu teuer.
    Schöne Fotos! LG Andrea

    1. Danke für deinen Kommentar, Andrea. Eigentlich wollte ich in die Burg, hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings irgendwie keine Möglichkeit gefunden, mein Rad sicher abzustellen. Bin aber einigermaßen sicher, dass ich nicht zum letzten Mal in Malcesine gewesen bin… 😉

      Radfahren kann ich natürlich nur empfehlen, für mich gibt’s keine bessere Alternative dazu! Aber das weisst du ja sicher von mir. Mein Bike ist für mich wie ein kostenloser Hop-On-Hop-Off-Bus; alle paar Minuten wird für ein Fotostopp angehalten… 😉

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