Die gute Nachricht: Kein Nebel heute Morgen. Die schlechte: Es regnet! Ok, ganz ruhig bleiben…

Ich muss zunächst Grauwasser ablassen und Frischwasser aufnehmen und danach wieder ‘mal ein paar Sachen einkaufen. Ich fahre deshalb zum selben Supermarkt (Eurospar) wie schon vor einer Woche, dieses Mal aber gleich mit dem Wohnmobil und nicht mit dem Rad.

Ich bin mit meiner kleinen Rundreise durch Südtirol jetzt eigentlich fertig, habe aber noch ein paar Tage Zeit, bevor ich wieder nachhause fahren muss. Deshalb mache ich meine Überlegung vom Anfang der Reise wahr, noch einen kleinen Abstecher zum Gardasee dranzuhängen. Ich entscheide mich, wie schon im letzten Jahr, wieder für Bardolino, an der Südostseite des Sees gelegen, einfach deshalb, weil es mir dort so gut gefallen hatte.

Während der Fahrt auf der Landstraße nehme ich mit großer Befriedigung zur Kenntnis, dass sich das Wetter von Minute zu Minute bessert! Aha, ich fahre ja schließlich in den Süden… 😉

Ok, die Strecke von Bozen nach Bardolino durchquert nun nicht gerade eine Handvoll Breitengrade, aber das ist mir egal; vielleicht lockert das Wetter in Bozen ja auch gerade etwas auf! Als ich in Bardolino ankomme, scheint teilweise sogar wieder die Sonne…

In der Stadt herrscht ein unglaublicher Verkehr; die einzige Durchgangsstraße gleicht einer einzigen Blechlawine und so brauche ich einige Zeit, um meinen „Lieblingscampingplatz“ Camping Serenella zu erreichen! An der Rezeption macht sich Ernüchterung breit: Die drei Damen schauen mich etwas mitleidsvoll an, als ich nach einem Platz frage und die postwendend folgende Frage „Haben Sie denn reserviert?“ leider mit „Nein“ beantworten musste!

Was ich nicht weiß, und was die für mich so ungünstige Situation schlagartig aufklärt, ist die Tatsache, dass hier gerade das jährliche Weinfest stattfindet! Obwohl dies der letzte der vier Tage dieses Ereignisses ist, ist hier alles belegt; ich bekomme zu hören, dass es kaum Sinn macht, andere Campingplätze anzufahren!

Da haben wie den Salat! Wat nu? Ich recherchiere mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln im Internet und finde tatsächlich ganz kurz vor einem Suizidversuch noch einen Parkplatz, der auch für Wohnmobile geeignet sein soll; praktischerweise liegt der genau neben dem Campingplatz, ebenfalls direkt am Ufer des Gardasees!

Es ist jetzt etwa 14:00 Uhr, und ich fahre wie „der geölte Blitz“, selbstverständlich unter Miss… ähm… Beachtung sämtlicher Verkehrsvorschriften, zum besagten Parkplatz! Jetzt habe ich Glück; es sind tatsächlich noch drei oder vier Plätze frei, alles andere ist entweder durch Wohnmobile oder durch PKW belegt! Der Platz fällt zum Wasser hin sehr stark ab, meine Auffahrkeile können die Schräglage nicht ‘mal annähernd ausgleichen, aber das ist mir jetzt „wurscht“! Hauptsache, ich habe einen Platz und kann hier übernachten; morgen sehe ich dann weiter. Die Parkgebühr beträgt 15 Euro bis morgen 9:00 Uhr, nicht zu teuer, finde ich…

Jetzt bin ich endlich angekommen! Ich habe einen Stellplatz am Gardasee, das Wetter „benimmt“ sich anständig (später ein paar Wolken, aber schön warm) und ich darf mich sogar noch auf das Weinfest freuen, dass am späten Abend mit einem Feuerwerk beendet wird; ich bin sehr zufrieden! Ok, mein Hals fühlt sich irgendwie rauh an, ich fürchte, es ist eine Erkältung im Anmarsch…

Nach einer Mittagspause mache ich mich gegen 15:00 Uhr auf den Weg in den Ort. Von hier aus benötige ich dafür etwa 30 Minuten, allerdings gilt hier natürlich „Der Weg ist das Ziel“! Die schöne Fußgänger- und Fahrradpromenade verläuft mit einer kleinen Ausnahme immer am Ufer entlang und es gibt unendlich viel zu sehen und zu fotografieren!

Endlich erreiche ich den Beginn der „Weinmeile“, wo schon jetzt richtig viel Betrieb ist…

Auch im hübschen Ortskern von Bardolino ist ordentlich ‘was los; in den Restaurants ist kaum ein freier Platz zu finden!

Die letzten Einzelveranstaltungen sind in vollem Gange!

Es gibt unendlich viele Stände mit allem, was die Region hergibt!

Nein, nicht Vanilleeis mit Schokosauce, sondern Ziegenkäse mit Balsamico… 😉

An der Kirche San Nicolo am Matteotti-Platz versammeln sich die Teilnehmer des letzten großen Umzugs…

Gegen Abend bekomme ich großen Hunger und suche mir einen Platz in einem Straßen-Restaurant.

Ich esse, nach einer kleinen Vorspeise, eine sehr schmackhafte Fischplatte, dazu gibt es einen Chiaretto del Garda, einen erstklassigen Roséwein aus dieser Gegend.

Nun wird so es langsam dunkel; die Uferpromenade wird immer voller und voller (die Besucher möglicherweise auch…) und ich genieße den milden Abend und vor allem die ausgelassene Stimmung hier; das ist richtig ansteckend und ich komme mit vielen Menschen ins Gespräch!

Auf einem größeren Platz etwas abseits des Ufer gibt‘s auch ein paar Festzelte und eine große Bühne, auf der verschiedene Bands auftreten.

So etwa gegen 22:00 Uhr mache ich mich langsam auf den Rückweg; das Feuerwerk, das erst um 23:00 Uhr anfangen soll, kann ich wohl auch aus etwas größerer Entfernung gut verfolgen.

Im Wohnmobil angekommen, genehmige ich mir noch schnell einen Whiskey/Cola, dabei muss ich feststellen, dass der Kühlschrank nicht mehr kühlt! Das ist bei einer solchen Schräglage allerdings kein großes Wunder, denn Absorberkühlschränke können nun ‘mal nur in waagerechter Position optimal arbeiten. Ich mache mir darüber aber keine großen Gedanken, denn ich habe nichts schnell Verderbliches dabei, und ich hoffe ja auch, schon morgen wieder auf einem Campingplatz stehen zu können!

Danach gehe ich wieder zum Ufer, natürlich mit meiner Kamera „bewaffnet“, um vielleicht ein paar brauchbare Fotos vom Feuerwerk machen zu können! Auf das Stativ, das dafür eigentlich notwendig wäre, verzichte ich allerdings; dazu fehlt mir jetzt, so spät am Abend, die Lust… 😉

Das Ganze dauert etwa 25 Minuten, ganz schön lange für ein so aufwändiges Feuerwerk! Ich gehe ins Wohnmobil zurück, mache ich noch schnell ein paar wenige Notizen und gehe schlafen! Was für ein schöner Tag…

3 Kommentare zu “Feuerwerk in Bardolino”

  1. Hallo Wolfgang,
    gut das du damals noch einen freien Stellplatz für die Hannelore gefunden hattest und du uns erhalten geblieben bist 😉
    Dieses Weinfest erinnert mich natürlich auch an unsere hier in der Gegend und besonders an das größte Weinfest der Welt in der Pfalz, welcher komischerweise „Därkema Worschtmairkt“ heißt wie wir aussprechen…also Dürkheimer Wurstmarkt 🙂
    https://www.bad-duerkheim.com/duerkheimer-wurstmarkt.html
    VG Roland

  2. Hi Roland, Anfang 2015 hatte ich mir ‘mal eine Liste mit Zielen für meine kommenden Wohnmobilreisen angelegt; einiges davon habe ich ja schon „abgearbeitet“! Witzigerweise steht der Dürkheimer Wurstmarkt auch mit drauf! Der ist also auch noch irgendwann dran… 😉

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