Nachdem ich in den letzten Tagen mit Alanya, Side (einem Ortsteil von Manavgat) und Antalya schon sehr interessante und vor allem sehr schöne Orte kennenlernen durften, hat der Ferienort Kaş (ca. 64.000 Einwohner) mich heute erneut positiv überrascht! Damit habe ich eigentlich gar nicht gerechnet, und bei meiner Planung schon vor der Reise hatte ich sogar überlegt, den Ort ganz auszulassen! So langsam, aber sicher, beginne ich zu begreifen, warum die Türkische Riviera nach wie vor die beliebteste Touristen-Destination der Türkei ist.

Kaş liegt an der Mittelmeerküste im Südwesten des Landes. Der moderne Küstenort befindet sich auf dem ehemaligen Stadtgebiet des antiken Antiphellos, dessen Ruinen sowie ein Theater heute noch besichtigt werden können. Direkt vorgelagert liegt die kleine Insel Kastellorizo (griechisch Καστελόριζο), die aber zu Griechenland gehört und dessen östlichste bewohnte Insel ist. In Kaş treffen griechisches und türkisches Flair so schön aufeinander, dass der Ortskern der Hafenstadt heute unter Denkmalschutz steht. Die oftmals weißgetünchten Häuschen mit ihren wilden Blumen, hölzernen Fensterläden und reich verzierten Balkonen zeugen eindeutig vom griechischen Einfluss.

Nach meiner Abfahrt am frühen Morgen vom Übernachtungsparkplatz östlich von Antalya ging es zunächst ’mal eine gefühlte Ewigkeit durch die Stadt, bei dichtestem Berufsverkehr, oft sogar nur im Schritttempo. Irgendwann aber war das auch überstanden, und ich genoss während der ganzen Strecke bis nach Kaş eine der schönsten Landstriche, die ich auf meiner bisherigen Reiseroute gesehen hatte.

Im Ort steuerte ich direkt die kleine Marina an; ich hatte gelesen, dass man dort problemlos auf dem dazu gehörenden Parkplatz stehen konnte, auch über Nacht und eben auch mit einem Wohnmobil. Am Eingangstor zog ich am Automaten ein Ticket; eine Parkdauer von 24 Stunden sollte 200 TL (ca. 9,50 EUR) kosten. Ich fuhr bis fast zum Ende des direkt am Kai liegenden Parkstreifens durch, parkte ein und freute mich zunächst ’mal über die recht sehenswerte Mauer, vor der mein WoMo nun stand! Da gerade eine Katze darüber lief… was sage ich… majestätisch darüber hinweg schritt, konnte ich gar nicht anders und musste sofort mein Smartphone zücken! Keine Ahnung, was ich mit diesem Foto eigentlich anfangen soll, aber ich geb’s nicht wieder her… 😉

Dann machte ich einen kleinen Spaziergang, um erst einmal zu sehen, wo ich mich hier genau befand.

An der Anzahl und der Größe der Ausflugsschiffe ist unschwer zu erkennen, was hier in der Hochsaison los sein wird. Von vielen Besuchern als der beste Tauchplatz der Türkei angesehen, ist der Ort ein Muss für Taucher! Die Sicht ist hier fantastisch, perfekt, um die alten Unterwasserstädte der Region zu erkunden. Es gibt außerdem eine Vielzahl von Schiffswracks, Höhlen, Tunneln und Canyons in der Nähe, und bei Tauchgängen kann man mit Glück Kraken, Meeresschildkröten, Hummer und andere interessante Kreaturen entdecken…

Am Eingang zum Parkplatz fand ich neben einem Restaurant, einem Sanitärgebäude, wo man sogar duschen konnte, auch einen kleinen Laden. Dort kaufte ich ein paar Lebensmittel ein, unter anderem zwei Sandwiches, die ich dann während meiner anschließenden Mittagspause im Wohnmobil verzehrte.

Am Nachmittag startete ich mit meiner Stadterkundung. Außerhalb der Marina fuhr ich zunächst nach Westen, auf die etwa 4 km vom Ort entfernte Halbinsel Çukurbağ, wo ich auf gut erhaltenen Überreste des Antiphellos-Theaters traf. Ich stellte mein Rad ab und kletterte hinauf, natürlich bis ganz nach oben. Dort war es zwar sehr windig, aber die Sicht nach unten und vor allem auf’s Meer war unbezahlbar…

Etwas später verließ ich die Halbinsel wieder, fuhr zuerst nach Norden, später wieder nach Westen und passierte dann einen sehr großen palmengesäumten Jachthafen, einen der größten, die ich jemals gesehen hatte…

Die Fahrt direkt am Ufer entlang bot immer wieder schöne Blicke auf das Meer, das hier alle denkbaren Farben auswies, von tiefblau bis zu türkis.

Später drehte ich um, kehrte in den Ort zurück und schaute mich nun in dessen Zentrum um. Hier war noch nicht besonders viel los, aber das würde sich gegen Abend sicherlich ändern. Kaş gefiel mir sehr gut und ich beschloss, hier am Abend essen zu gehen, zumal ich vom Parkplatz an der Marina nur ein paar wenige Hundert Meter zu gehen hatte.

Schnell fand ich auch einen Andenkenmagneten in einem der vielen Souvenirgeschäfte, danach schlenderte ich langsam zurück zum Wohnmobil. Am späten Nachmittag nutze ich die Gelegenheit zum Duschen, gönnte mir noch einen Cocktail, dann ging ich erneut zurück in der Ort, dieses Mal aber zu Fuß.

An diesem skurrilen „Kiosk“ gab es hauptsächlich Kokoreç, ein in der Türkei sehr beliebtes Gericht. Es besteht aus kleingeschnittenen, gegrillten oder auch gebratenen Lammdärmen und wird sowohl als Imbiss im Baguette als auch auf dem Teller mit Beilagen serviert als Hauptmahlzeit gegessen. Bisher hatte ich mich noch nicht daran versucht, vielleicht kommt das ja noch! Heute jedenfalls war mir definitiv nicht danach, eher dachte ich an Fisch…

So langsam füllten sich die vielen Restaurants. Das Gemurmel der Menschen, die hübsch dekorierten und nett beleuchteten Plätze sowie der immer noch sehr warme und jetzt windstille Abend verbreiteten eine wunderbare Stimmung, der man sich nur schwer entziehen konnte…

Hier ein typischer Kumpir-Stand, auch sehr häufig anzutreffen. Kumpir hatte ich ja bereits in Istanbul probiert.

Nach einer langen Suche, bei der man wieder die „Qual der Wahl“ hatte, entschied ich mich schließlich für ein passendes und sehr gemütlich wirkendes Restaurant und genoss ein schönes Abendessen. Es gab Vorspeisen, Brot, gegrillte Shrimps und dazu zwei Gläser Weißwein aus der Region.

Auf dem Rückweg genoss ich noch lange die wunderbare Atmosphäre im Ort. Die Menschen feierten ausgelassen den schönen Abend und die Hunde schliefen den „Schlaf der Gerechten“… 😉

Im Wohnmobil gab’s noch einen kleinen „Absacker“, danach fiel ich müde und zufrieden ins Bett…

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