Ich hatte eine ziemlich unruhige Nacht! Es war extrem windig und Hannelore schaukelte ordentlich hin und her. Und es gab immer wieder heftigen Regen, der gnadenlos auf das Dach meines Wohnmobils prasselte. Normalerweise macht mir so etwas nichts aus, im Gegenteil! Dieses Mal aber doch, denn auf meinem Stellplatz stand ein junger Baum so dicht neben dem Wohnmobil, dass dessen Zweige und Blätter ständig gegen die Außenwand schlugen! So ein „artfremdes“ Geräusch ist leider nur sehr schwer auszublenden, und so stand ich irgendwann entnervt auf. Ich zog mir schnell eine kurze Hose an und ging dann gegen 3:00 Uhr morgens(!) nach draußen, um mir anzusehen, ob da ‚was zu machen war!

Es war, und so schnappte ich mir eine noch nie benutzte Wäscheleine und fixierte damit einige der Zweige und Äste des „Übeltäters“ so weit vom Fahrzeug entfernt, dass das Problem gelöst war! Wieder im Bett, war ich nun endgültig „putzmunter“, denn der immer noch sehr heftige Wind hatte mich draußen völlig wach gemacht! Immerhin waren die doofen Geräusche jetzt aber verschwunden… 😉

Nach dem Frühstück bereitete ich meine Abfahrt vor. Der Platz, den ich mir ausgesucht hatte, war wegen der Bäume schon gestern etwas kompliziert anzusteuern, deshalb hatte ich jetzt etwas Bedenken, da ich nun zusätzlich auch noch rückwärts ‚raus musste! Wegen der nächtlichen Aktion mit der Wäscheleine ging es aber dann doch einfacher, als gedacht! Ich fuhr also zur Rezeption, checkte aus und machte mich dann auf den Weg zu meinem heutigen Ziel. Kurze Zeit später fiel mir ein, dass ich die blöde Wäscheleine vergessen hatte! Der junge Baum muss nun leider den Rest seines Lebens gefesselt fristen, zumindest teilweise, falls nicht irgendjemand Erbarmen hat…

Heute wollte ich mir endlich die Ausgrabungsstätten der antiken Olympischen Spiele anschauen, etwas, was ich mir schon immer gewünscht hatte. Ich fuhr die relativ kurze Strecke über gut ausgebaute Straßen und immer recht nah an der Küste entlang (daher ohne großartige „Klettereien“) bis zum kleinen Ort Archea Olymbia (deutsch Antikes Olympia), der wohl ausschließlich vom Tourismus lebt, und der Anlaufstelle fast aller Besucher ist. Das Wetter war heute leider nicht deutlich besser als gestern, allerdings regnete es selten; die Sonne ließ sich nur vereinzelt blicken. Immerhin war es aber über 20° warm…

Ich hatte mir schon gestern einen Campingplatz ausgesucht, den ich jetzt direkt anfuhr, Camping Diana, direkt am Rand des Dorfes gelegen. Ich wurde sehr freundlich begrüßt und durfte mir einen der vielen freien Plätze aussuchen. Die Anlage befindet sich an einem Hang, liegt fast vollständig unter großen, hübschen Bäumen und bietet daher sehr viel Schatten, der einem im Normalfall ja auch sehr gelegen kommt… 😉

Nach einer kleinen Mittagspause marschierte ich also los, um die antiken Stätten zu besichtigen. Vom Campingplatz ging es zunächst in den Ort, dann rechts in Richtung Olympia.

Der Ort selbst gefiel mir jetzt schon recht gut. Natürlich ist hier alles, aber auch wirklich alles, auf die unzähligen Touristen abgestimmt, die jedes Jahr aus aller Herren Länder hierher kommen. Entlang der Hauptstraße und der wenigen kleinen Nebenstraßen reihen sich zahlreiche Restaurants, Cafés, Hotels, Reisebüros und Andenkenläden.

Schnell ist man aus dem Dorf hinaus und findet sich plötzlich in einer wunderschönen, grünen Landschaft wieder! Der gesamte Eingangsbereich der Anlage ist wenig spektakulär und meiner Ansicht nach perfekt in die Umgebung eingebettet. Für die Besichtigung der Ausgrabungsstätten und des Stadions, das Archäologische Museum und das Museum der Geschichte der antiken Olympischen Spiele gibt es ein Kombiticket, was für „antike“ European Citizens (älter als 65 Jahre) nochmals verbilligt ist: Nur 6 Euro musste ich dafür bezahlen!

Nun lief ich etwa zwei Stunden durch das überraschend große Areal, wo es tatsächlich sehr interessante Dinge zu sehen gab! Ich erspare mir (und euch) allerdings eine detailliertere Beschreibung der Exponate; wer möchte, kann sich darüber an anderer Stelle viel besser informieren! Stattdessen zeige ich einfach ’mal einige der Fotos, die ich dort gemacht habe…

Dies ist der Eingang zum Stadion, auf das ich mich besonders gefreut hatte! Es ist schon ein besonderes Gefühl, genau dort zu stehen, wo alle vier Jahre während einer festlichen Zeremonie das Olympische Feuer entzündet wird.

Beim Anblick solcher „Reparaturen“, die auf den folgenden Fotos zu sehen sind, war ich zuerst etwas zwiegespalten. Nach kurzer Überlegung fand ich es dann aber doch recht passend, beschädigte Teile wieder so präsentieren zu können, wie sie ursprünglich einmal ausgesehen hatten! Und ich denke ’mal, dass es durchaus beabsichtigt war, den Betrachter genau wissen zu lassen, was von einem Exponat echt und was später hinzugefügt wurde.

Zu Beginn meiner Besichtigung befanden sich nur recht wenige Besucher in der riesigen Anlage; so langsam trafen allerdings immer mehr (meist kleinere) Gruppen ein…

Zeit also, meinen Besuch so langsam zu beenden. Ich ging zurück zum Eingangsbereich, wo sich nun beängstigend lange Warteschlagen vor den Kassenhäuschen gebildet hatten! Gut, dass ich mich hier jetzt nicht anstellen musste. Im Dorf erstand ich noch ein paar Souvenirs, danach genehmigte ich mir einen Cappuccino und eine Baklava (hatte ich in Wien auf dem Naschmarkt ja auch schon gekostet). Ich weiß, wegen des hohen Zuckergehalts ziemlich ungesund, aber soooooo unglaublich lecker… 😉

Dann ging es zurück zum Campingplatz, wo ich eine längere Pause bis zum Abend einlegte. Ich hatte mich entschlossen, heute ’mal wieder essen zu gehen. Nach einem Gläschen Rotwein spazierte ich also wieder zurück in den Ort, schaute mir einige kleinere, bisher noch nicht besuchte Straßen an und hielt gleichzeitig Ausschau nach einem geeigneten Lokal. Davon gibt’s hier so viele, dass ich wieder ’mal die Qual der Wahl hatte. Schließlich wurde ich aber doch fündig.

Zu einem griechischen Premium-Bier (Eza), das mir ausgezeichnet geschmeckt hat, und dem unvermeidlichen Ouzo bestellte ich mir fritierte Zucchini als Vorspeise und Giros.

Sehr zufrieden mit dem heutigen Tag und vor allem „pappsatt“ ging ich gegen 21:30 Uhr zurück zum Wohnmobil, machte mir noch einige Notizen und ging dann zu Bett.

2 Kommentare zu “Im antiken Olympia”

  1. Hallo Wolfgang,
    ich kann mir ausmalen welche Gedanken einem umschweifen wenn man Olympia besucht.
    Schon beim Anblick der deiner Fotos ergeht es mir so.
    Viele Grüße, Roland

    1. Dieses Gefühl hatte ich auch, Roland! Wenn nicht allzu großer Trubel herrscht, gelingt es mir eigentlich immer recht leicht, mich gedanklich in eine frühere Zeit zu versetzen! Wenn man sich vorstellt, was hier vor ein paar tausend Jahren so alles los war, bekommt man fast eine Gänsehaut… 😉 Danke für deinen Kommentar!

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