Das hätte ich vorher nicht gedacht: Auf dem einfach ausgestatteten Wohnmobilstellplatz Wittenbeck habe ich jetzt tatsächlich insgesamt dreimal übernachtet! Das lag daran, dass die Ziele Kühlungsborn, Heiligendamm und Bad Doberan von dort aus sehr gut mit dem Fahrrad zu erreichen waren. Und natürlich auch deshalb, weil ich dort einen komplett verregneten Tag „aussitzen“ musste!

Heute war die nächste Station an der Reihe, das Ostseebad Warnemünde! Früher dachte ich übrigens immer, das sei ein eigenständiger Ort! Irgendwann hatte ich dann aber gelernt, dass es sich dabei um einen Stadtteil von Rostock handelte. Wusstet ihr das etwa…?

Der Stellplatz, den ich mir für heute ausgesucht hatte, ist ebenso wie die bekannte „Platte“ in Cuxhaven eine Art Pflichtprogramm für WoMo-Fahrer und hat auch ‘was mit „Schiffe gucken“ zu tun! Tatsächlich ist es nichts anderes als ein riesiger Parkplatz auf der so genannten Mittelmole, auf dem man eben auch über Nacht stehen kann (17,50 EUR). Ein spezieller Bereich ist extra für Wohnmobile vorgesehen, und der hat es in sich: Man steht hier nämlich fast direkt am Wasser, dort wo alle naslang große „Pötte“ vorbeifahren, und wo eigentlich immer ‚was los ist!

Kommt man hier am Vormittag an, kann es sein, dass die Plätze in der ersten Reihe komplett belegt sind, und man muss mit der zweiten oder dritten Vorlieb nehmen. Hat man aber etwas Geduld, wird kurze Zeit später wieder einer der „Logenplätze“ frei und man kann schnell „hineinhuchen“. Wenn man aber nachmittags oder gar abends hier ankommt, klappt das natürlich meistens nicht!

Ich hatte Glück, wie man am vorigen Foto sehen kann; meine „Hannelore“ war bereits eingeparkt, und ich befand mich längst auf dem Fahrrad, um eine erste Erkundungstour zu unternehmen. Ich fuhr als erstes an der Promenade entlang in Richtung Süden, zum Kreuzfahrtterminal; dort liegen fast immer ein oder zwei große Kreuzfahrtschiffe…

… zum Beispiel die Celebrity Eclipse der Reederei Celebrity Cruises, die auf der Meier-Werft in Papenburg gebaut und Anfang 2010 fertiggestellt wurde.

Nachdem ich einige Fotos gemacht hatte, fuhr ich wieder zurück zum Parkplatz und danach über die drehbare Bahnhofsbrücke, die den Alten Strom, den ehemaligen Mündungsarm der Warnow, überquert. Hier, am Fischereihafen, liegen Ausflugs-, Sport-, Restaurant- und Fischerboote dicht an dicht.

1897 erhielt Warnemünde einen 37 Meter hohen Leuchtturm, der auch heute noch als Seezeichen genutzt wird. Zwischen April und Oktober kann man ihn besichtigen und von beiden Aussichtsplattformen auf Warnemünde und auf die Ostsee blicken.

Der Teepott von 1968 liegt direkt neben dem Leuchtturm; er fällt durch sein muschelförmiges Betondach auf. Nach jahrelangem Leerstand wurde er 2002 renoviert; heute befinden sich darin mehrere Restaurants.

Nun ging es langsam, das Fahrrad wegen der anderen Besucher schiebend, bis zur Spitze der Warnemünder Westmole. Auf ihr befindet sich ein kleiner, grün-weiß gestrichener Leuchtturm, ein so genanntes Molenfeuer. Sein Pendant auf der Ostmole ist natürlich rot-weiß.

Schließlich trat ich den Rückweg an und machte am Nachmittag eine größere Pause am Wohnmobil. Gegen 17:00 startete ich mit meiner zweiten Erkundungstour, dieses Mal aber zu Fuß. Wieder ging ich über die vorhin erwähnte Brücke und dann in den Ortskern mit seinen alten, schmalen Gassen und den hübschen Fachwerkhäusern.

Ist das etwa die vielzitierte und weltberühmte „eierlegende Wollmilchsau“…? Hab‘ ich sie endlich gefunden? Ne, kann nicht sein, die müsste irgendwie völlig anders aussehen! Es soll wohl eher ein Wolpertinger sein, das sagenumwobene, bayrische Fabelwesen.

Nach dem Abendessen ging ich noch einmal zum Kreuzfahrtterminal; hier habe ich der Celebrity Eclipse beim Auslaufen zugesehen. Es dauerte ein ganze Weile, bis es endlich losging (wahrscheinlich waren wieder ‘mal ein paar Passagiere zu spät an Bord gekommen…;-). Das Drehen im Hafenbecken ohne unterstützend Schlepper ist heutzutage wohl schon ganz normal; das ging zwar langsam, aber absolut präzise vonstatten.

Während das Schiff im Schneckentempo in Richtung Ostsee fuhr, ging ich zurück zum Wohnmobil und schaute noch etwas fern.

Morgen geht es leider schon wieder nachhause, aber am Vormittag werde ich mich noch in Ruhe in Rostock umschauen!

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