Ich bin mittlerweile in Valencia angekommen, der nach Madrid und Barcelona drittgrößten Stadt Spaniens. Um genau zu sein, mein „Hauptquartier“ befindet sich etwas ausserhalb der Stadt in der kleinen Gemeinde Pinedo, auf dem Campingplatz Coll Vert, den ich gegen Mittag nach entspannter Fahrt, überwiegend auf mautfreien Autobahnen, erreichte. Mit nur 15,- EUR pro Nacht (inkl. Strom) ein sehr günstiger Platz mit supernetten Betreibern und einer sehr familiären und gemütlichen Atmosphäre.

Nach einem kleinen Imbiss (es gab Milchreis mit Kirschen aus dem Kühlschrank, noch von zuhause mitgebracht) unterhielt ich mich ein wenig mit meiner aus Bitburg stammenden Platznachbarin von gegenüber, die ebenfalls allein unterwegs war. Ihr Wohnmobil hatte sie sich im letzten Oktober gekauft, nachdem ihre 90-jährige Mutter gestorben war; sie ist eigentlich auf der Heimreise, steht aber jetzt bereits seit einigen Wochen hier auf diesem Campingplatz!  

Für den Nachmittag hatte ich lediglich eine kurze Radtour geplant. Ich wollte mir die Stadt der Künste und der Wissenschaften (spanisch: Ciudad de las Artes y las Ciencias) etwas genauer anschauen. Dabei handelt es sich nicht etwa um den Beinamen der Stadt, sondern eher um ihr neues Wahrzeichen, einem Gebäude- und Parkkomplex, im trocken gelegten Flussbett des Turia gelegen.

Ich fuhr zunächst auf einem schön angelegten Fahrradweg am Meer entlang, wo ich in der Ferne unzählige Container-Schiffe und Tanker sah, die offenbar auf Reede lagen. Danach ging es dann mehr in Richtung Stadt, bis zu meinem Ziel.

Leider war das Wetter nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hätte. Überhaupt war es in den letzten Tagen immer wieder etwas diesig. Ständig lag eine Wolkendecke über allem, die zwar sehr dünn war, aber den Sonnenschein doch sehr hemmte…

Als erstes traf ich auf eine kühn geschwungene Schrägseilbrücke, die im Dezember 2008 fertiggestellte Puente de l’Assut de l’Or. Sie sieht aus wie eine auf der Seite liegende Harfe. Der 125 m hohe Pylon bildet den höchsten Punkt der Stadt. Ihr Spitznamen ist übrigens Jamonero, da sie der Form eines spanischen Schinkenständers ähnelt.

Aus irgendeinem Grund habe ich leider kein Foto von der Gesamtansicht der Brücke, und ich weiß noch nicht ‘mal genau, warum… 😉

Die Beschreibungen für die folgenden Fotos sind Auszüge aus Wikipedia:

L’Agora: Ein geschlossener Veranstaltungsplatz, in dem u. a. Konzerte, Ausstellungen und Sportveranstaltungen (z. B. Eislaufplatz oder das Tennisturnier Valencia Open 500) stattfinden.

Museu de les Ciències Príncep Felip: In diesem dreistöckigen, interaktiven Wissenschaftsmuseum wird eine Auswahl von Naturgesetzen anschaulich illustriert.

L’Hemisfèric: Das IMAX-3D-Kino, Planetarium und Laserium ist als sich öffnendes und schließendes Auge auf ca. 13.000 m² konstruiert worden.

Palau de les Arts Reina Sofía: Eine extravagante Oper und Musikpalast mit vier Sälen auf 37.000 m² Gesamtfläche; die Baukosten betrugen rund 300 Millionen Euro. Das Opernhaus wurde am 25. Oktober 2006 eröffnet.

L’Oceanogràfic: Mit 110.000 m² das größte Aquarium Europas, mit einer Vielzahl von Ozeanbewohnern z. B. aus dem Mittelmeer, Fische der freien Ozeane und Riffbewohner, Haie, Makrelenschwärme, Delfinarium, Arktis- und Antarktis-Bewohner (Weißwale, Pinguine, Walrosse), Küstenbewohner (z. B. Seelöwen), etc. Der Bau wurde von dem Betonschalen-Pionier Félix Candela in Form einer Wasserlilie geplant.

Der gesamte Komplex wurde von den spanischen Architekten Santiago Calatrava und Félix Candela entworfen und am 16. April 1998 feierlich eingeweiht.

Mit der Erkundung dieser extrem aussergewöhnlichen und sehr beeindruckenden Gebäude war ich eher fertig, als ich eigentlich dachte! Ich entschied mich daher, nun doch noch in die Innenstadt zu fahren und mich dort ein wenig umzusehen. Wegen des nicht besonders schönen Wetters habe ich allerdings kaum fotografiert; da ich aber morgen wieder hier sein werde, hoffe ich dann auf bessere Fotobedingungen…

Auf dem Rückweg besuchte ich noch ein riesiges Shopping Center am Stadtrand und darin einen ebenfalls gigantischen Supermarkt (Carré Four), wo ich etwas Brot und Obst einkaufte; danach ging es zurück zum Campingplatz.

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