Meine Rundreise auf der Insel Fünen neigt sich so langsam ihrem Ende zu. Bevor es aber endgültig wieder nachhause geht, habe ich heute noch einen Zwischenstopp in Kolding eingelegt. Die Hafenstadt am Koldingfjord ist mit etwa 62.000 Einwohnern die zehntgrößte Stadt Dänemarks. Von Bogense, meinem gestrigen Übernachtungsort, zur Marina in Kolding waren es nur knapp 60 km, also war ich, wie so oft, ’mal wieder recht früh vor Ort und hatte jede Menge Zeit für die Stadt. Die Übernachtungsgebühr betrug wieder die üblichen 160 Dänischen Kronen, dieses Mal allerdings ohne Strom. Der gesamte Stellplatz war alles andere als einladend, auch die Sicht auf das Wasser, aber für einen Tag hatte ich damit kein Problem.

Auf meiner anschließenden Radtour habe ich mich etwas in der Stadt, an der ich nun schon so oft in meinem Leben in Richtung Norden vorbei gefahren bin, etwas genauer umgeschaut! Da ich ja gestern schönes Wetter hatte, war heute natürlich wieder das übliche „schlichte Grau“ angesagt, dennoch hat mir der Ort recht gut gefallen. Neben einer durchaus attraktiven Innenstadt hat Kolding sogar ein imposantes Schloss mit dazu gehörendem See zu bieten.

Kurz nach Verlassen der Marina fuhr ich zunächst immer am Ufer der Kolding Å entlang und traf dann auf das Uni-Gelände mit interessanter Architektur. Hier zwei Beispiele, ein Gebäude der Universität…

…und die Internationale Handelsakademie.

Dann näherte ich mich dem Zentrum von Kolding, beginnend mit dem Café Klein und der Søndergade.

Im Herzen der Stadt, etwas südlich des Schlosses (siehe weiter unten), befindet sich der Stadtplatz mit dem Neuen Rathaus.

Sehr viel Fachwerk gibt es in Kolding nicht mehr zu bestaunen, wofür ein verheerender Brand am 8. Mai 1583 verantwortlich war. Dieses schöne Exemplar, das Borchs Gård, steht direkt neben dem Rathaus.

Den gamle Borgerhus ist Koldings ältestes erhaltenes Fachwerkhaus, es besitzt eine über 400-jährige Geschichte! Heute dient es Künstlern als Ausstellungfläche.

Der Schlosssee Slotssøen wurde 1570 angelegt und gehörte viele Jahre zum Eigentum des Monarchen. Demzufolge durfte niemand im See angeln oder auf ihm segeln. Es lag jedoch immer ein kleines Ruderboot am See, falls ein königlicher Gast eine Bootsfahrt wünschen sollte. Um dem See herum liegt der beliebte Kærlighedsstien, der zu einem schönen Spaziergang einlädt. Während des Sommers findet hier ein kostenloses Konzert statt und zur Kulturnacht in Kolding gibt es unterschiedliche Aktivitäten auf dem See.
Das Kolding Light Festival endet jedes Jahr mit einem großen Feuerwerk am See. 

Das Koldinger Schloss (dänisch Koldinghus) hat im Laufe seiner mehr als 700-jährigen Existenz als Grenzfestung und als eins der bevorzugten Schlösser der königlichen Familie eine wesentliche Rolle in der Geschichte Dänemarks gespielt. Heute ist Koldinghus ein modernes Museum und eine Sehenswürdigkeit von Weltrang mit preisgekrönter Restaurierung und großen internationalen Sonderausstellungen.

Der wuchtige Turm ist nach den vier Statuen von Riesen aus der griechischen und der römischen Mythologie benannt, die oben auf dem Turm standen. Heute existiert nur noch Herkules (oben rechts).

Eigentlich wollte ich das Schloss besichtigen; ich stellte also mein Fahrrad ab und ging zum Haupteingang. Leider wurde daraus aber nichts, denn es wurde ein aktueller Covid-19-Antigen-Test verlangt, den ich auf die Schnelle natürlich nicht vorweisen konnte. Noch ärgerlicher war, dass mein letzter Test, den ich ja vor ein paar Tagen für den Besuch von Egeskov Slot in Kværndrup habe machen lassen, seit genau einer Stunde(!) abgelaufen war! Aber ich hatte Glück im Unglück: Eine sehr sympathische junge Frau, die hier auch als Tourguide arbeitete, fragte mich nach dem Woher und Wohin und was ich denn so von diesem Schloss wüsste (gar nichts, natürlich…). Da sie offenbar Zeit und Lust hatte (es waren zu dieser Zeit kaum Menschen vor Ort), kamen wir ins Gespräch, und sie erzählte mir dabei so viel Wissenswertes und Verblüffendes über das Schloss und seine Geschichte, dass diese 20 Minuten mit Sicherheit deutlich besser angelegt waren, als wenn ich in der gleichen Zeit allein und planlos durch das Schloss gewandert wäre… 😉

Das U-förmige weiße Gebäude umschließt den großen Parkplatz und beherbergt weitere Teile des Museums sowie ein Restaurant und einen kleinen Souvenirladen.

Bei einer Umrundung des Sees passiert man am Westufer Fitnessworld, ein riesiges Fitness-Center.

Gegen 13 Uhr fuhr ich zurück zum Wohnmobil, um etwas zu essen. Meine zweite Radtour, die mich etwas weiter außerhalb des Orts und an den Kolding Fjord führen sollte, fiel leider buchstäblich ins Wasser, sodass ich den Nachmittag und den Abend im Wohnmobil verbringen musste. Dies war definitiv der letzte Abend meiner kleinen Reise, morgen geht’s „in einem Rutsch“ nachhause…

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