Ich bin sicher, ihr kennt das auch: Es gibt Tage, da läuft einfach alles schief, was nur schief laufen kann, und man fragt sich unwillkürlich, ob man wohl irgendwas „ausgefressen“ hat! Genau so erging es mir heute, glücklicherweise nur bis zum Nachmittag, danach war wieder alles gut… 😉

Ich versuche ’mal, zu beschreiben, was mir heute alles passiert ist. Vermutlich wird’s ein etwas längerer Text werden; wer also beim Lesen nicht auch gleich schlechte Laune bekommen möchte, der sollte vielleicht lieber gleich bis zu den „Fotos des Tages“ weiterblättern… 😉

Weil es am frühen Morgen sehr diesig und regnerisch war, beschloss ich, auf die eigentlich geplante Wanderung zu einem weiteren Teilstück der so genannten Teufelsmauer zu verzichten, und Blankenburg zu verlassen. Mein nächstes Ziel auf dieser Reise sollte die kleine Stadt Thale sein.

Da ich den Abwassertank des Wohnmobils dringend entleeren musste und auch wieder Frischwasser benötigte, sollte es dieses Mal ein „richtiger“ Campingplatz sein. Bis dahin hatte ich nur 8 km zu fahren, und um kurz vor 9 Uhr stand ich bereits an der Rezeption des Platzes. Und sehr gut gelaunt, wie eigentlich immer, ich schwöre…

Den ersten Dämpfer gab es, als mir eine gelangweilt wirkende junge Dame, die sich bei meinem Eintreten die Fingernägel feilte(!), in schnippischem Tonfall erklärte, ich könne frühestens ab 12 Uhr einchecken! Das würde so auch auf der Website im Internet stehen! Eigenartig, ich hatte vor meiner Abfahrt extra noch im Internet nachgesehen: Das mit 12 Uhr stimmte zwar, galt aber erst ab dem 1. Oktober; heute ist der 28. September!

Ich zeigte ihr auf meinem Smartphone die im Browser noch aufgeschlagene Seite, und sie musste klein beigeben. Sie war aber tatsächlich so dreist, noch ein „Wie haben doch schon fast Oktober…“ nachzulegen. Ich verzichtete auf eine entsprechende Antwort und sah sie nur mitleidig an. Sie senkte den Blick und sagte, es sei momentan sowieso nichts frei. Was ich ihr aber nicht glaubte, denn der ganze Platz war kaum zu Hälfte belegt! Nun hatte ich plötzlich gar keine Lust mehr, zu bleiben und fragte, ob ich wenigstens meinen Abwassertank und mein Chemie-WC entleeren könnte, gegen Bezahlung natürlich. Auch das wurde mir verwehrt; diese Service stünde nur Gästen zur Verfügung, die hier auch übernachteten!

Jetzt reichte es! Ich verließ den Platz und wollte mir nun einen großen und sogar kostenlosen Wohnmobil-Parkplatz in der Nähe der Seilbahnen ansehen. Leider spielte mir mein Navi kurz vor Erreichen des Ziels einen Streich und schickte mich in eine falsche Straße, die sich gleich darauf als einspurige Sackgasse entpuppte. Ich schwitzte „Blut und Wasser“ beim Wenden, was nur durch vier- oder fünfmaliges Aus- und wieder Einsteigen klappte; ich war froh, dass ich meine „Hannelore“ ohne einen Kratzer wieder in die entgegengesetzte Richtung stellen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zum ersten Mal das eigenartige Gefühl, dass mit diesem Tag ’was nicht stimmte…

Der Parkplatz war eigentlich ganz ok und unter normalen Umständen würde ich hier auch gerne bleiben! Leider waren da aber immer noch die „randvollen“ Tanks, und von Ver- und Entsorgung war hier leider weit und breit nichts zu sehen! Nach kurzer Überlegung hatte ich nun eine ganz andere Idee: Ich würde Thale einfach später besuchen und ein weiteres Ziel einfach vorziehen, nämlich Quedlinburg. Dort gab es nämlich zwei oder drei Stellplätze mit entsprechenden Versorgungseinrichtungen. Schön, dass es hier immer nur um geringe Entfernungen ging; es war ja auch noch relativ früh, und so nahm ich einen neuen Anlauf in den Tag!

In Quedlinburg wartet leider schon das nächste Missgeschick: Ich stand vor einer Schranke am ersten der drei Stellplätze, der als Parkplatz für PKW und Wohnmobile ausgewiesen war; die Ampel daneben stand auf Rot, und auf einem kleinen Schild darunter las ich, dass das Fahrzeug automatisch gescannt wird und eine rote Ampel besagt, dass für die ermittelte Klasse keine freien Plätze mehr zur Verfügung standen! Das hieß leider auch, dass man nicht auf den Platz auffahren und wenden konnte; ich musste also nun rückwärts fahren, was zu einem riesengroßen Problem führte. So, wie ich gekommen bin, konnte ich auf keinen Fall zurücksetzen, denn dann würde das Heck meines Fahrzeugs vor einer stark befahrenen Kreuzung stehen, in die ich keinerlei Sicht hatte. Ich war gezwungen eine andere Straße zu nehmen, die gleich neben dem Parkplatz begann, eine Kopfsteinpflaster, die gerade ’mal so breit war wie mein WoMo mit Außenspiegeln! Das „Böse“ lauerte aber tiefer: links und rechts befanden sich Bordsteinkanten, die mindestens 30 cm hoch waren, und die Fahrbahn war höchstens ein paar Zentimeter breiter als die Spurbreite meiner Hinterachse! Was leider zur Folge hatte, dass ich mir, als ich endlich wieder auf eine breitere Straße traf, eine völlig zerschrammte und teils gebrochene Radkappe (hinten links) eingehandelt hatte! Gut, dass ich zuhause noch drei Ersatzkappen habe, aber nun brodelte es so langsam in mir…

Beim nächsten Versuch sah es zunächst deutlich besser aus: Ein schöner Platz, für PKW, Wohnmobile und Busse vorgesehen, mit 10 Euro für 24 Stunden zwar nicht kostenlos, dafür aber direkt neben der Altstadt. Ich passierte die Einfahrt, sah links etwa 15 Wohnmobile stehen und rechts einige PKW. Ganz hinten links entdeckte ich zwei Lücken, parkte ein und löste schon kurz darauf ein Parkticket gleich für zwei Tage. Statt der erwarteten 20 Euro sollte ich 30 Euro zahlen; ok, ich hatte die Kurtaxe nicht bedacht, aber gleich 5 Euro pro Person und Tag? Das hatte ich noch nie erlebt! Auf einer Tafel fand ich dann die Erklärung, die bei mir wieder ’mal zu aufgestellten Nackenhaaren führte: Die Kurtaxe betrug nur 2,50 EUR pro Person, aber es werden pauschal immer gleich zwei Erwachsene pro Tickte einberechnet! Was für eine Frechheit, auch so etwas ist mir bisher noch niemals untergekommen; was ist denn nur los heute??? Das nächste Ärgernis heute, was ich aber notgedrungen schluckte! Habt ihr eigentlich mitgezählt…?

Dieser Platz hatte mich also nun mit der doppelten Kurtaxe geärgert, aber gegen die zerkratze Zierkappe von vorhin kam er natürlich nicht an! Also legte er gleich noch ’mal ein wenig nach…

Ich war gerade mit meinen Vorbereitungen für meinen ersten Spaziergang in die Altstadt beschäftigt, als ich eine Politesse entdeckte, die fleißig Knöllchen für die im hinteren Bereich stehenden Wohnmobile verteilte, also dort, wo auch ich stand! Ich war zunächst völlig verdutzt, verließ dann mein Fahrzeug und entdeckte erst jetzt ein kleines Schild, das man beim Einfahren auf den Platz kaum ausmachen konnte: „Ab hier nur Busse“. Das bedeutete, nur die ersten sechs Plätze auf der linken Seite waren für Wohnmobile vorgesehen, dahinter sollte, sowohl links als auch rechts, Platz für Busse bleiben!

„Angriff ist die beste Verteidigung“, heißt es ja. Also ging ich direkt zur Politesse, erklärte ihr, dass ich gerade erst ein Ticket für 30 Euro gezogen hatte, dass dieses kleine Schild nun wirklich an einem denkbar ungünstigen Platz stehen würde und dass ich mich hier als Single-Reisender bezüglich der Kurtaxe über den Tisch gezogen fühlte! Sie hatte tatsächlich ein Einsehen und verzichtete auf ein Knöllchen; dennoch musste ich natürlich den Platz verlassen! Sie nannte mir einen weiteren auch für Wohnmobile zugelassenen Parkplatz etwas weiter entfernt, schrieb etwas auf mein Ticket und sagte mir, ich könne es nun auch dort verwenden. Sollte es bei einer Kontrolle zu Problemen kommen, solle ich im Ordnungsamt anrufen und mich auf sie berufen!

So weit, so gut! Ich fuhr also zum Parkplatz An den Fischteichen und fand dort einen fast leeren Wohnmobil-Bereich vor! Prima! Hier konnte ich gleich danach sogar endlich die komplette und dringend notwendige Ent- und Versorgung durchführen. Selbst meinen Müll durfte ich hier loswerden!

Eigentlich war nun alles gut; trotz der vorgerückten Stunde hatte ich ja noch jede Menge Zeit, mir die Stadt anzuschauen! Wer immer für meine bisherige Pechsträhne verantwortlich war, schien offenbar so langsam das Interesse an mir zu verlieren; wurde aber auch Zeit! Aber wohin nun mit meinem aufgestauten Ärger, zum Kuckuck noch ’mal…?

Gleich neben dem Parkplatz gab es einen Imbiss, wo ich mir zum Mittagessen einen Mega-Döner holte. Der junge Mann hinter der Theke trug keine Schutzmaske, obwohl dies im Laden natürlich vorgeschrieben war! Der arme Kerl bekam nun die „volle Breitseite“ von mir; seine Begründung („Ich hab‘ keine dabei“) war auch nicht gerade dazu geeignet, mich milde zu stimmen! Da danach aber noch etwas Ärger übrig war, kamen mir die beiden Bauarbeiter, die draußen gerade Mittagspause machten und mit ihrem Firmenwagen auf einem der Wohnmobil-Plätze standen (und zwar genau vor dem entsprechenden Hinweisschild!), gerade recht! Ich fragte in leisem, aber hoffentlich recht gefährlich klingenden Tonfall, warum sie das Schild nicht beachten würden. Mit „Wussten wir nicht“ und „Nicht absichtlich“ gab ich mich aber nicht zufrieden und erklärte ihnen, was ihr Verhalten für Folgen haben kann: Wohnmobile müssen sich, obwohl eigentlich noch Plätze da wären, notgedrungen auf PKW-Plätze stellen, was wiederum den Ärger von PKW-Fahrern hervorrufen kann. Nicht selten passiert es dann, dass Parkplätze komplett für Wohnmobile gesperrt werden (durch entsprechende Schilder oder durch Höhenbalken) oder dass sie ganz aus dem Stadtgebiet verbannt werden!

Leider zeugten die Gesichter der beiden nicht gerade von heller Begeisterung über meinen kostenlosen Vortrag, eher drückten sie Unverständnis aus und die stumme Frage „Bist du heute vielleicht mit dem linken Bein aufgestanden?“. Ich stehe immer mit dem linken Bein auf, wenn ich auf Reisen bin, aber mit meiner Laune hat das absolut gar nichts zu tun…

Wieder zurück im Wohnmobil verzehrte ich nun endlich meinen Döner, der zwar gut schmeckte, aber eigentlich viel zu kalt war. Ich war kurz davor, den unmaskierten Döner-Mann noch einmal zu besuchen… 😉

Ok, das war’s aber nun wirklich mit meinen „bösen Erlebnissen“ heute; wie ja schon befürchtet, ist deren Beschreibung leider etwas zu ausführlich geraten! Letztlich lasse ich sie aber doch in diesem Bericht stehen, denn das hier ist ja kein Reisemagazin, sondern ein Blog, der von meinen persönlichen Reiseerlebnissen erzählen soll. Und dazu gehören halt auch ’mal negative Vorkommnisse, die für andere sicher keinen besonderen „Nährwert“ haben! Nach dem Motto „Alles muss ’raus“; sorry about that… 😉

Nun legte ich eine etwas längere Pause ein, machte ein kleines Schläfchen, um etwas „runterzukommen“ und fuhr dann, nach einem leckeren Cappuccino, zu einer ersten Erkundung mit dem Fahrrad in die Altstadt, von der ich schon viel gehört und gelesen hatte!

Quedlinburg ist, wie ja auch Wernigerode, mit Sicherheit eine der hübschesten Städte am Harzrand. Der Stadtkern mit seinen Bauten aus unterschiedlichen Stil- und Zeitepochen sowie die zahlreichen Fachwerkhäuser, die die Kleinstadt prägen, versprühen einen mittelalterlichen Charme, von dem man sich gern verzaubern lässt. Auch hier werde ich zwei oder sogar drei Tage verbringen, um mir alles Sehenswerte in Ruhe anschauen zu können. Die folgenden, meist unkommentierten Fotos, die allesamt in schönem Nachmittagslicht entstanden, sollen euch vorerst nur meinen allerersten Eindruck von der Altstadt vermitteln; Genaueres wird dann voraussichtlich morgen folgen…

Am Abend hatte ich noch einen langen Video-Chat mit meiner Schwägerin, der ich natürlich auch von meinen „Abenteuern“ heute Vormittag erzählte. Nach dem Abendessen schaute ich mir noch zwei weitere Folgen der Netflix-Serie The Americans an, die ich total unterhaltend und spannend finde; seit einigen Tagen bin ich bereits dabei…

2 Kommentare zu “Nicht mein Tag heute!”

  1. Ich sehe Dich förmlich vor mir bei Deinem „kostenlosen“ Vortrag 😝
    Hast Du dem ersten Campingplatzversuch denn noch eine passende Bewertung gegeben?
    Wie gut jedenfalls, dass nur der halbe Tag „gebraucht“ war und den Rest das schöne Quedlinburg wieder ausbügeln konnte!

    1. Nö, ’ne schlechte Bewertung hab’ ich nicht abgegeben, immerhin war das ja nur einmalig, und möglicherweise hat ja auch die Lady an der Rezeption zufällig einen echt miesen Tag gehabt… 😉 Danke für deinen Kommentar!

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