Der Himmel war ‘mal wieder komplett bedeckt, als ich aufstand! Ok, dachte ich, kenn‘ ich schon; in den nächsten Stunden verziehen sich die Wolken.

Das war aber leider nichts, es blieb eigentlich den ganzen Tag über ziemlich trübe und die Sonne ließ sich nur selten blicken. Was soll’s, Hauptsache es regnet nicht! Und morgen soll wieder die Sonne scheinen…

Mein Ziel für heute war die Hafenstadt Lagos, mit nur ca. 3.500 Einwohnern eher klein, wenn man ‘mal die „Millionen“ von Touristen nicht mitzählt! Dieser Ferienort ist offenbar ebenso so beliebt wie Albufeira, es gibt dort sogar britische Pubs und deutsche Bäckereien!

Vorher wollte ich allerdings noch einen Halt am Praia de Marinha machen, einem schönen Strandabschnitt an der Felsalgarve, nur etwa 15 km von Albufeira entfernt. Der Strand ist nach Norden hin durch bis zu 30 m hohe Felsenklippen geschützt. Oberhalb befindet sich ein Tagesparkplatz, auf dem ich zu dieser frühen Stunde kein Problem hatte, mit dem großen Wohnmobil zu parken. Und hier beginnen auch einige ausgeschilderte Wanderwege über die Klippen.

Über einen kleinen Pfad östlich des Parkplatzes und später über viele Stufen gelangt man nach unten zum Strand. Dabei kann man die üppige Vegetation beiderseits des Wegs bestaunen!

Sehr interessant! Eine Agave an der Algarve! Sachen gibt’s… 😉

Was ich allerdings hasse, sind diese unsäglichen Kritzeleien (siehe Foto)! Ich begreife nicht, dass es immer solche dummen Zeitgenossen gibt, die die Blätter von Pflanzen für Schreibpapier halten, und glauben, sich darauf un bedingt verewigen zu müssen! Malereien auf Felswänden oder Steinen finde ich schon ziemlich dämlich, aber auf Lebewesen…?

Nach ein paar Minuten war ich unten am Strand. Ich hatte natürlich nicht die Absicht, hier stundenlang in der Sonne (die ausnahmsweise ‘mal nicht von Wolken verdeckt war) zu liegen oder gar zu baden! Meine Aufmerksamkeit galt stattdessen der spektakulären, von der ewigen Erosion geformten Steilküste, die diesen Strand zu einem der beliebtesten an der Algarve macht.

Hier kamen natürlich sofort Erinnerungen an ähnliche Plätze auf, die ich in meinem Leben schon besucht hatte! Ich dachte sofort an die berühmte Great Ocean Road im südlichen Australien mit ihren Zwölf Aposteln. Oder aber an die nicht ganz so bekannte Bucht Cathedral Cove auf der Coromandel Peninsula auf der Nordinsel Neuseelands, die ich 2010 kennenlernen durfte.

Ich bedauerte jetzt, nicht sehr lange bleiben zu können, dazu hatte ich leider einen etwas zu straffen Zeitplan! Ich lief wieder nach oben auf den Parkplatz (schwitz!) und wanderte von dort auf dem nicht weniger spektakulären Klippenweg ein Stückchen nach Westen.

Hier kann man sich kaum satt sehen! Die Farbe des Wassers ist unglaublich schön, das Wasser selbst ist so klar, dass man fast immer bis auf den Grund sehen konnte. Es „wimmelte“ hier nur so von schönen Fotomotiven…

Ich musste mich irgendwann richtig zwingen, meine Wanderung abzubrechen und zum Parkplatz zurückzukehren! Nach einer kleinen Trinkpause fuhr ich endlich weiter, zu meinem Tagesziel nach Lagos.

Ich steuerte zuerst einen zentral gelegenen und kostenlosen Parkplatz an, der mir aber nicht gefiel. Dort standen nur PKW, und ich hatte nicht das Gefühl, dass mein Wohnmobil dort sicher stehen würde! Das mag zwar völlig unbegründet gewesen sein, aber in solchen Fällen höre ich immer auf mein Bauchgefühl und suchte mir daher einen anderen Platz.

Im Norden der Stadt, direkt am Sportstadion gelegen, gab es glücklicherweise noch einen „richtigen“ Wohnmobilstellplatz. Von dort aus zu Fuß in die Stadt wäre vielleicht etwas zu weit, aber dafür hatte ich ja mein Fahrrad…

Das Wetter war nach wie vor mies! Ich machte mir ein paar Würstchen heiß, schlief nach dem Essen „eine kleine Runde“ (das sind bei mir ca. 15 Minuten) und fuhr dann zum oben genannten Stellplatz, der mir viel mehr zusagte und der nur 3 Euro pro Nacht kostete.

Um 15:00 Uhr startete ich dann doch noch zu meiner Fahrradtour, obwohl es jetzt sogar ziemlich kalt und windig war; ich musste zum ersten Mal auf dieser Reise eine leichte Jacke anziehen, um nicht zu frieren. Kinners, das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt…

Mein erster Stopp galt einem großen und sehr modernen Supermarkt. Hier kaufte neben ein paar Lebensmitteln auch ein weitere „ess- und trinkbare Souvenirs“, wie z.B. Olivenöl und zwei Flaschen Wein aus der Region Alentejo.

Das nächste Ziel war die Marina der Stadt, genauer gesagt, ein dort gelegener großer öffentlicher Parkplatz. Ich wollte nämlich morgen früh (bei hoffentlich besserem Wetter!) eine Bootsfahrt machen, auf der man die berühmten Grotten und Felsen von Lagos vom Wasser aus bestaunen kann. Daher musste ich zum einen wissen, ob ich hier mit dem WoMo parken darf (darf ich!) und zum anderen, ob ich am besten schon ein Ticket für die Tour im Voraus buchen muss (muss ich nicht!).

Nachdem das geklärt war, fuhr ich zum eigentlichen Ziel der Tour, nämlich zur Ponta da Piedade. Dabei handelt es sich um die Spitze einer südlich der Stadt gelegenen, dreieckigen und nach Süden zeigenden Landspitze, an der man die vorhin erwähnten Felsformationen und Grotten finden kann. Diese bis zu 20 Meter hohe Felsklippenlandschaft mit ihren versteckten Stränden und Buchten ist auch das Hauptziel der meisten Bootstouren, und das wollte ich mir jetzt erst einmal vom Land aus ansehen.

Mit dem Rad ging es nun stetig leicht bergauf, und nachdem ich die Stadt verlassen hatte, gab’s schon ‘mal ein paar imposante Ausblicke auf die schöne, bizarre Küste.

Am Ende der Landzunge gibt’s ein großen Parkplatz, ein paar Läden und einen noch aktiven Leuchtturm. Ich stellte mein Fahrrad ab und erkundete nun zu Fuß diese beeindruckende Gegend! Auch hier könnte man sich wirklich viele Stunden aufhalten; entsprechend belebt war es dort natürlich, die Menschen kletterten wie Ameisen auf den Felsen herum…

Je mehr ich sah, desto mehr freute ich mich auf meine Bootstour morgen! Ich hatte extra wegen des Sonnenlichts (sofern es denn welches geben würde) die Mittagszeit für diesen Ausflug eingeplant, denn am frühen Vormittag lag die westliche und am Nachmittag die östliche Seite der Landzunge mehr oder weniger im Schatten! So jedenfalls mein Plan… 😉

Nachdem ich hier (gefühlt) wohl jeden Quadratmeter fotografiert hatte, war mir klar, warum dieser Ort zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Portugals gezählt wird!

Der 1913 eingeweihte und 10 m hohe Farol da Ponta da Piedade mit seinem knallroten Lampenhaus war mir trotz des hässlichen Metallgerüsts daneben auch noch ein Foto wert…

Nun wollte ich, wenn ich schon ‘mal unterwegs war, nicht direkt zum Wohnmobil zurückfahren, sondern mir noch ein wenig von der eigentlichen Stadt anschauen, auch wenn ich dazu eventuell morgen noch Gelegenheit haben würde.

Die Altstadt gefiel mir recht gut, aber auf keinen Fall war sie interessanter als die von Albufeira. Sie war zu dieser Zeit gut besucht, die Leute saßen entspannt in den Straßencafés bei einem Spitz oder stöberten in den Geschäften herum.

Auffällig sind, jedenfalls für mich, die vielen Sportgeschäfte, die man hier in Portugal antrifft! Ihr Hauptthema ist fast immer der Fußball und natürlich der absolute Superstar des Landes, Christiano Ronaldo.

Im ehemaligen Rathaus der Stadt an der Praça de Gil Eannes befindet sich jetzt die Touristeninformation.

Nach der Rückkehr zum Wohnmobil machte ich mir bei einem leckeren Cocktail ein paar Notizen zum heutigen Ablauf, verschickte bei einem zweiten per WhatsApp ein paar Fotos an Familie und Freunde und aß danach zu Abend. Bei einem Glas Milch, was dachtet ihr denn…?

Der eigentliche Wohnmobilstellplatz ist um diese Zeit fast komplett belegt, allerdings gibt’s davor noch einen riesigen, unbebauten Platz, auf dem bestimmt zehnmal so viele Fahrzeuge passen würden.

Und es ist immer noch ziemlich kalt…

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