Heute habe ich Spanien verlassen!

Nach fast drei Wochen in diesem traumhaft schönen Land bin ich etwas traurig, aber gleichzeitig auch sehr zufrieden mit dem, was ich alles gesehen und erlebt habe! Bis auf ein paar „winzige Unstimmigkeiten“ zwischen mir und dem Wetter gab’s kaum etwas, was mir nicht gefallen hätte!

Ich habe viele wunderschöne große und kleine Städte kennengelernt und durch meine Fahrt an der Mittelmeerküste entlang natürlich eine Riesenportion „Vitamin Sea“ verpasst bekommen. Dass es sogar sehr „grün grünt, wenn Spaniens Blüten blühen“, habe ich an unzähligen Orten und Plätzen selbst feststellen dürfen; meine mir gestellte Aufgabe aus dem ersten Bericht zu dieser Reise ist damit ebenfalls abgehakt… 😉

Für heute hatte ich mir eigentlich nur vorgenommen, die letzte Etappe in Spanien von Sevilla bis nach Portugal, etwa 140 km, in aller Ruhe zu genießen und mir dann kurz hinter der Grenze einen Ort zum Übernachten „auszugucken“.

Die Fahrt verlief meistens auf vorbildlich ausgebauten Autobahnen und führte bei bestem Wetter durch reizvolle Landschaft. Es gab kaum Verkehr, wahrscheinlich wohl, weil heute Sonntag ist.

An der Grenze zu Portugal wurde ich ganz unerwartet von einem sehr grimmig dreinschauenden Beamten herausgewunken; ich fragte ich mich natürlich sofort, was ich denn wohl angestellt haben könnte!

Als mein Fahrzeug auf einem Seitenstreifen stand, kamen zwei junge Frauen in Uniform auf mich zu, die eine hielt ein Klemmbrett in der Hand. Sie erklärten mir, es handelte sich um eine Befragung ausländischer Besucher im Auftrag des Tourismusministeriums, und sie baten mich, ein paar Fragen zu beantworten.

Ich muss sagen, dass es sich dabei um ziemlich eigenartige Fragen handelte, jedenfalls für mein Verständnis. Sie wollten beispielsweise wissen, wieviel Geld ich jeweils in den verschiedenen spanischen Städten für öffentliche Verkehrsmittel ausgegeben oder wieviele Kilometer ich insgesamt in Spanien zurückgelegt hatte. Oder welches meine bevorzugten spanischen Speisen wären, und und und…

Ok, das ging mir jetzt doch ein bisschen zu weit, ‘mal abgesehen davon, dass man solche Zahlen und Informationen ja nicht „blitzartig“ parat hat. Gleichzeitig kam mir auch die Erkenntnis, dass die beiden Damen wohl Spanierinnen sein und für das spanische Ministerium arbeiten mussten, obwohl ich mich schon auf portugiesischem Boden befand!

Ich teilte ihnen also mit, dass man auf solche Fragen in einem so unerwarteten Moment kaum richtig vorbereitet sein kann, und dass ich die Befragung gern abbrechen wollte! Sie hatten dafür natürlich Verständnis, entschuldigten sich bei mir für die Unterbrechung, und ich konnte meine Fahrt endlich fortsetzen.

Hier befand sich auch der so genannte Welcome Point. Hier können Touristen ihr Fahrzeug durch einfaches Einscheiben einer Kreditkarte für die Mautabrechnung registrieren lassen. Man erhält eine Quittung, die als Nachweis dient. Benutzt man während seines Aufenthalts in Portugal mautpflichtige Autobahnen, wird man erfasst und die entsprechenden Beträge werden dann von der Kreditkarte abgebucht. Sehr praktisch, finde ich…

Während einer kleinen Rast, noch in Spanien, hatte ich mir bereits einen Campingplatz ausgewählt, den ich anfahren wollte. Der Platz heisst Camping Ria Formosa und liegt in Cabanas de Tavira (zu deutsch etwa Hütten von Tavira). Dieser Ort wiederum liegt in der Nähe der schon etwas bekannteren Küstenstadt Tavira in der Algarve

Von der Grenze bis zur Autobahnabfahrt waren es nur ein paar Kilometer. Danach ging es durch ein paar kleine, unscheinbare und auch nicht besonders attraktive Dörfer und Ortschaften bis nach Cabanas de Tavira und schließlich auf meinen ersten Übernachtungsplatz in Portugal!

Die Begrüßung am Empfang war sehr herzlich, worüber ich mich sehr gefreut habe! Eine sehr nette und sympathische Dame erklärte mir alles Wissenswerte in bestem Englisch und wünschte mir einen schönen Aufenthalt. Der Platz war wirklich super, sehr geräumig, alles sehr gepflegt, und das Ganze sollte nur ca. 8,00 EUR kosten!

Ich konnte mir eine Parzelle aussuchen, richtete mich ein und aß eine Kleinigkeit zu Mittag. Danach (man ahnt es schon…) war natürlich wieder mein Fahrrad gefragt; ich machte mich auf zu meiner ersten Tour in Portugal, denn ich hatte ja noch jede Menge Zeit!

Ich wollte natürlich Tavira besuchen, das mit seinen schönen Stränden, den vielen Hotels und Restaurants mittlerweile kein Geheimtipp mehr ist, sondern ein sehr beliebtes Urlaubsziel an der Algarve! Trotzdem hat es sich seinen eigenen Charme und sein kulturelles Erbe bewahren können.

Ich hatte mir wie üblich eine Strecke mit Hilfe meiner Outdoor-App „zurechtgelegt“ und wollte auf dem Hinweg möglichst dicht an der Küste entlang fahren. Nachdem ich den Ort bereits verlassen hatte und auf kleinen Sand- und Feldwegen schon eine Weile unterwegs war, traf ich plötzlich auf diese recht imposante Konstruktion:

Ich hab‘ ja in meinem Leben schon viele Brücken kennengelernt, aber diese „Variante“ hier war mir gänzlich neu!

Was war hier denn los? Sind die beiden Ufer etwa näher zusammengerückt oder vielleicht gegeneinander verschoben, sodass die Brücke zu diesem „Katzenbuckel“ gezwungen wurde? Stoßen hier gar zwei Kontinentalplatten aufeinander…?

Man weiß es nicht! Auf jeden Fall war mir nach kurzer Überlegung sonnenklar, dass es hier nicht weiterging! So verlockend es auch war, das wollte ich einfach nicht riskieren! Leider hieß das aber auch, dass ich den ganzen Weg zum Ausgangsort wieder zurück und danach auf der „normalen“ Landstraße nach Tavira fahren musste! 

Der Bereich der Altstadt machte schon in den ersten Minuten einen sehr schönen und gemütlichen Eindruck auf mich! Die überwiegend weißen Häuser strahlten bei diesem stahlblauen Himmel regelrecht um die Wette! Der Platz Praça Dr. António Padinha lädt direkt zum Verweilen ein. 

Mitten durch den Ort verläuft der sehr langsam fließende Fluss Rio Gilão. Die siebenbogige so genannte Römerbrücke (Ponte Romana) stellt die Hauptverbindung zwischen den beiden Bereichen der Stadt dar. Auch hier überall weiße Häuser…

Auf der Südseite angekommen, wandte ich mich zuerst in Richtung Osten und fuhr ein Stückchen am Flussufer entlang.

Danach ging es wieder auf ein paar kleineren Gassen mitten durch die Altstadt und schließlich verließ ich den Ort in Richtung Meer; dort liegen auch die Strände von Tavira, die man mit einer kleinen Fähre bequem erreichen kann. 

Auf dem Rückweg überquerte ich den Fluss auf einer recht neu aussehenden Brücke; von dort oben konnte man ein schöne Fotos machen. 

Gegen 16:00 war ich zurück auf dem Campingplatz und freute mich auf meine verdiente Kaffeepause, natürlich im Freien!

Nach einem kurzen Schläfchen verbrachte ich auch den Rest des Tages vor dem Wohnmobil; zum Abendessen gab’s leckere Hähnchenteile vom Gasgrill!

Um 19:00 Uhr schaltete ich den Fernseher ein, um mir seit längerer Zeit ‘mal wieder die Tagesschau anschauen zu können (Portugal liegt in einer anderen Zeitzone als Deutschland).

Das war schon ‘mal ein sehr schöner erster Tag in Portugal! Nun bin ich sehr gespannt, wie es morgen weitergeht. Ziel soll dann das belebte Faro sein… 

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