Mein erstes „großes“ Ziel in Spanien ist natürlich die Welt- und Olympiastadt Barcelona, auf die ich mich schon ganz besonders freue! Aber vorher wollte ich noch einen Zwischenstopp einlegen. Dafür hatte ich mir den kleinen Fischerort Palamós ausgewählt, knapp 80 km von Cadaqués entfernt.

Um 08:00 Uhr war ich abfahrbereit. Mit voller Konzentration und sehr langsam manövrierte ich die „dicke Hannelore“ zwischen den knorrigen Bäumen hindurch, die links und rechts von meinem Stellplatz standen. Auschecken war nicht nötig, denn ich hatte ja schon im Voraus bezahlt!

Die Fahrt von Cadaqués nach Roses, die mich zurück über die Halbinsel Cap de Creus wieder hinunter zum Wasser führte, war viel schöner, als ich es erwartet hätte! Wieder ‘mal bedauerte ich, dass man so gut wie nirgends halten konnte, um die teilweise atemberaubenden Ausblicke auf das Meer und die schöne Küste geniessen und ein paar Fotos machen zu können!

An der Promenade in Empuriabrava legte ich eine kurze Pause ein, um mich etwas umzuschauen. Der speziell für Touristen am Reißbrett entstandene Ort besitzt die größte Marina Europas; hier gibt es ein gitterförmig angelegtes Netz von befahrbaren Kanälen mit insgesamt mehr als 30 km Länge und etwa 5.000 Anlegeplätzen!

Ich muss sagen, hier gefiel es mir nicht so besonders gut; es fehlte mir einfach die Atmosphäre eines mit der Zeit „natürlich“ gewachsenen Orts. Selbstverständlich lag es auch daran, dass ich mich eben nur an der Promenade, die ausserdem noch wie ausgestorben wirkte, aufhielt; die Zeit für eine genauere Erkundung der vielen Kanäle wollte ich hier nicht investieren. 

Die kleinen Hotels, Pensionen oder Ferienhäuser, die man hier direkt am Meer vorfindet, können sich allerdings durchaus sehen lassen, finde ich! Nicht wahr…? 😉

Kurze Zeit später war ich schon wieder unterwegs; mein Navi hatte eine Strecke berechnet, die mehr im Landesinneren als an der Küste entlang führte. Aber auch diese Route war absolut sehenswert; alles war sehr grün, überall blühten wilde Blumen und ich freute mich nach der anstrengenden „Kurbelei“ in den Bergen nun über überwiegend flache Landschaften und vor allem breite und gut ausgebaute Straßen! Ich sah viele Felder mit gelbem Bewuchs; genau so sehen bei uns Rapsfelder aus! Ich bin mir aber nicht sicher, ob das hier auch tatsächlich Raps war…

In Palamós steuerte ich einen vorher ausgesuchten Wohnmobilstellplatz an, dessen Parzellen terrassenförmig angelegt sind. Von den etwas höher gelegenen Plätzen aus sollte man eine schöne Sicht auf den Ort und sogar auf das Meer haben! Ich hatte wieder ‚mal Glück! Weil es noch relativ früh war, gab’s noch etliche freie Plätze (13,- EUR inkl. Strom). Ich meldete mich an, suchte mir einen Platz ganz oben, richtete mich ein und hatte gleich darauf bereits eine sehr nette Unterhaltung mit meinen beiden Parzellennachbarn aus Oberhausen. 

Kurz nach 11:00 Uhr radelte ich mehr oder weniger direkt zum Meer, um von dort aus, aus Richtung Osten kommend, die gesamte Küstenlinie der Stadt zu erkunden. Zuerst traf ich auf mächtige Felsbrocken und steil aufragende Hügel der Küstengebirges.

Als nächstes kam der nicht sehr große Jachthafen der Stadt in Sicht.

Danach passierte ich die Hafenanlagen und erreichte schließlich den Hauptstrand der Stadt, einer von insgesamt sieben, an dem sich ein Hotel an das andere reihte.

Hier lagen aber auch einige kleinere Fischerboote. Palamós ist nach Roses sogar der zweitgrößte Fischereihafen Kataloniens. Morgens laufen die Schleppnetzfischer aus und sammeln sich am Ausgang der Bucht an einer imaginären Linie. Um Punkt 07:00 Uhr ertönt dann der Startschuss und die schnellsten Botte können sich die vermeintlich besten Fangrouten sichern.

Der Frühling hält Einzug…

…aber nicht überall! Die noch blätterlosen Bäume an der Promenade sahen fast etwas gespenstig aus!

Ich war immer noch am Hauptstrand und blickte hier zurück auf die Altstadt von Palamós, die ich mir später ansehen wollte.

Die unzähligen Hotels in der entgegengesetzten Richtung gehören schon nicht mehr zu Palamós, sondern zu einem Ortsteil von Calonge namens Sant Antoni de Calonge. Hier geht’s, was „Bettenburgen“ anbelangt, jetzt aber schon richtig touristisch zu, nichts für mich… 😉

Nachdem ich das Ende der befahrbaren Promenade erreicht hatte, kehrte ich um. Auf zuerst kleinen und später belebteren Straßen, die parallel zur Küste verliefen, fuhr ich nun wieder Richtung Palamós, um mir die Stadt selbst und auch Teile der Altstadt anzuschauen.

Auch hier war allerdings nicht sehr viel Betrieb; an die „Siesta“-Zeit muss ich mich erst noch gewöhnen… 😉 Ich ging eine Weile zu Fuß durch enge Gassen, schaute ab und zu ‘mal in einen Laden und erstand dabei wieder einen Fotomagneten als Andenken. Von denen hab’ ich mittlerweile mehr als 300 zuhause!

Mein Urteil über Palamós? Ein Badeort mit vielen, nicht besonders schönen Hotels und ein wichtiger Fischereihafen gleichermaßen; zwar nichts Aufregendes, aber durchaus sympathisch, vor allem die hübsche Altstadt!

Nach der Rückkehr zum Campingplatz gönnte ich mir eine sehr lange Kaffeepause mit einem superschönen Ausblick auf’s Meer, die übergangslos in den Vorabend überging, mit einer Dose Bier, versteht sich… 😉

Nach dem Abendessen (Tortellini mit Tomatensauce) machte ich mir wie immer ein paar Notizen; jetzt bin ich gerade dabei, meinen Aufenthalt in Barcelona etwas präziser zu planen…

2 thoughts on “Vamonos a Palamós!”

  1. Hallo Wolfgang,
    bis hierhin kann ich Dir auf Deiner Spanienreise noch folgen, denn weiter sind meine Frau und ich leider nie gekommen. Dein Bericht erinnert an die schönen Seiten unseres Urlaubs, geprägt von beeindruckender Natur auf der Rosas-Halbinsel, die wir Anfang der 2000er Jahre zum Tauchen besuchten. Leider war dies einer unserer wenigen ‚Katastrophenurlaube‘, auf dem nicht nur unser Tagesausflug nach Andorra unvergeßlich blieb. Nach Andorra fuhren wir blauäugig mit 60 Ltr. unverbrauchtem, in Deutschland getanktem Diesel im Plastiktank, weil Frankreich damals unter Tankstellenstreiks litt und wir sicherstellen wollten, mit unserem VW-Bus bis nach Spanien zu kommen. Dass Andorra nicht zur EU gehört und wir mit quittungslosen 60 Ltr. Dieseln nicht einfach wieder ausreisen konnten, mußten wir bald erfahren, als uns ein gnädiger Zöllner an der Grenze zu Spanien wieder zurück zur französischen Seite fahren ließ: „Vielleicht haben Sie dort Glück mit der Kontrolle…“. Hatten wir – Puuuh. So sind wir auf der französischen Seite durch die Pyrenäen bis nach Perignon gefahren und haben uns erst dort über die EU-Grenze getraut, um wieder in unser spanisches Quartier zu gelangen.
    Trotz hervorragenden Tauchreviers war es im Hotel der Cala Jonquol-Bucht aber so dermaßen laut und prollig, dass wir unseren Urlaub genervt um 3 Tage verkürzten und so schnell wieder nach Hause wollten, dass wir die 1700 km in einer Etappe abgerissen haben! Die im Unterwassergehäuse abgesoffene teure DV-Videokamera war da eigentlich nur noch das i-Tüpfelchen…
    Aber nach dem, was Du hier schreibst, sollte man Spanien doch noch mal ’ne Chance geben!
    LG Bernd

    1. Herzlichen Dank für deinen Kommentar, Bernd! Die Schilderung eurer damaligen Spanienreise gleicht ja fast einem Horror-Szenario! Ich muss wohl sehr viel Glück gehabt haben, dass bei mir bis jetzt immer alles glatt gelaufen ist, bis auf ein kleines Malheur mit dem Wohnmobil Ende letzten Jahres in Venedig vielleicht.

      Aber solche Dinge passieren halt, und wir sind immer schnell bereit, Erinnerungen daran fest mit dem Land zu verbinden, in dem sie passierten. Aber ‘mal ehrlich, würde einem so etwas in Deutschland widerfahren, z.B. der Verlust einer Kamera oder ein Autounfall, würde man es dann mit Deutschland in Zusammenhang bringen? Wahrscheinlich eher nicht… 😉

      In diesem Sinne wünsche und euch (und natürlich auch mir) immer viel Glück auf zukünftigen Reisen, von denen es hoffentlich noch jede Menge geben wird… 😉

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