Nach Marielyst, das ja im Süden von Falster liegt und in dem ich die beiden letzten Tage verbracht hatte, hat es mich heute in den Nordwesten der dänischen Insel verschlagen, nämlich nach Stubbekøbing!

Ich hatte mich für einen kleinen und ruhigen Campingplatz am westlichen Ortsrand entschieden. Er liegt idyllisch im Fredenswald direkt am Ufer des Grønsunds. Von den naturbelassenen Stellplätzen und gemütlichen Holzhütten aus kann man einen tollen Panoramablick auf das Wasser sowie die Brücken von Bogø und Farø genießen. Ich wurde vom netten Betreiber freundlich begrüßt und zu einem sehr schönen Platz im tiefer gelegenen Teil des Areals geleitet.

Schon kurz darauf startete ich meine heutige Tour, um den Ort und seine Umgebung etwas kennenzulernen. Stubbekøbing ist eine der ältesten Marktstädte Dänemarks und beeindruckt durch seine maritime Atmosphäre, die von einem gemütlichen Hafen und gut erhaltenen, historischen Kaufmannshöfen geprägt wird. Eine weit über die Region hinaus bekannte Attraktion ist das dänische Motorradmuseum, das die größte Sammlung historischer Zweiräder in Nordeuropa beherbergt.

Das im Jahr 1860 erbaute, historische Rathaus von Stubbekøbing prägt den zentralen Marktplatz und fällt besonders durch die markanten dänischen Sinnsprüche an seiner Fassade auf. Direkt vor dem Gebäude steht das 1870 errichtete Denkmal in Form einer Büste von König Frederik VII, welches an die dänische Verfassungsgeschichte erinnert.

Der charmante Hafen verbindet traditionelles maritimes Flair mit einer modernen Marina für Gastsegler und bietet einen weiten Blick über den bereits erwähnten Grønsund. Direkt an die Altstadt angrenzend, lädt das Hafenareal mit seinen gemütlichen Ecken und kulinarischen Angeboten Einheimische wie Urlauber zum Verweilen ein.

Im Sommer verbindet die charmante, über 60 Jahre alte Holzfähre Ida den Ort auf traditionelle Weise mit der Nachbarinsel Bogø. Dank der ruhigen Lage und der idyllischen Natur ist Stubbekøbing ein perfektes Reiseziel für Erholungssuchende, Radurlauber und Segler.

Später verließ ich den Ort und wandte mich zunächst nach Osten, später dann nach Süden.

Ist das etwa…? Nein, Pippi Langstrumpfs „Kleiner Onkel“ sah dann doch noch etwas anders aus… 😉

Die historische Kirche von Vester Egede liegt auf dem höchsten Punkt des gleichnamigen kleinen Dorfes. Das ursprünglich um das Jahr 1100 errichtete Gotteshaus zeichnet sich heute durch seine markante, im Jahr 1876 umfassend im neuromanischen Stil umgebaute Fassade aus. Als weithin sichtbarer Mittelpunkt der Ortschaft stand die geschichtsträchtige Kirche über Jahrhunderte hinweg in enger Verbindung mit dem nahegelegenen Kloster Gisselfeld.

Weiter ging es nun von hier aus nach Osten bis nach Hesnæs.

Das idyllische Fischerdorf liegt direkt an der Ostsee und ist malerisch in dichte Buchenwälder sowie naturbelassene Sandstrände eingebettet. Die absolute Besonderheit des Ortes sind seine einzigartigen, historischen Häuser, bei denen nach einer verheerenden Sturmflut im Jahr 1872 nicht nur die Dächer, sondern meist auch die kompletten Außenwände mit Reet verkleidet wurden, um sie vor dem rauen Ostseewind zu schützen. Neben dieser architektonischen Rarität prägt ein gemütlicher kleiner Fischerei- und Yachthafen das urige, maritime Flair des Dorfes. Obwohl die Hafenanlagen durch eine schwere Ostsee-Sturmflut stark beschädigt wurden, bleibt das charmante Küstenareal ein lebendiger und beliebter Anlaufpunkt für Ausflügler und Badegäste.

Nach dem Besuch dieses hübschen Ortes wechselte ich wieder in Richtung Norden, in Richtung Stubbekøbing. Kurz vor Ende meiner Tour hielt ich wegen dieses besonderen Gebäudes noch ’mal kurz für ein „schnelles“ Foto an. Die Næsgaard Efterskole ist eine dänische Internatsschule, die sich an Jugendliche der 9. und 10. Klasse richtet. Inmitten von malerischen Wäldern und in direkter Strandnähe bietet die Einrichtung rund 165 Schülern eine intensive Gemeinschaft sowie viel Raum für die persönliche Entwicklung. Der pädagogische Fokus liegt neben der schulischen Ausbildung besonders auf vielseitigen Profilfächern wie Fußball, Musik, Kunst und Outdoor-Aktivitäten in der Natur.

Pünktlich zur Kaffeezeit war ich wieder auf dem Campingplatz und gönnte mir erneut einen entspannten Nachmittag und Abend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert