Heute habe ich der Halbinsel Djursland einen Besuch abgestattet, genauer gesagt, dem hübschen Touristenort Ebeltoft und seiner Umgebung. Der liegt direkt an einer kleinen Meeresbucht des Kattegat, der Ebeltoft Vig.

Nach dem Duschen in der „60er-Jahre-Dusche“ des Campingplatzes in Aalborg und nach dem Frühstück ging es auch schon gleich los; auschecken war unnötig, da ich ja gestern schon bezahlt hatte. Bis kurz hinter Randers fuhr ich wieder auf der bequemen Europastraße E45, danach über kleinere Straßen bis nach Ebeltoft. Leider gab’s ausgerechnet kurz vor der Autobahnausfahrt einen Stau, der mich etwa 20 Minuten gekostet hatte.

Zuerst fuhr ich zu einem Wohnmobilstellplatz südlich des Orts, der hatte mir aber leider überhaupt nicht zugesagt. Also zurück in den Ort und eine Alternative, einen Stellplatz am Yachthafen Skudehavn.

Besser hätte ich’s kaum treffen können: Hier war noch viel frei, und ich konnte mir eine Parzelle direkt am Wasser mit Blick auf die Boote und auf das Meer aussuchen. Zur Begrüssung kam sofort ein Assistent des Hafenmeisters an mein Fahrzeug, der nach meiner Schätzung mindestens 80 Jahre alt sein musste. Er hieß mich herzlich willkommen, auf deutsch, versteht sich! Er erläuterte mir in aller Seelenruhe alles, was es hier Wissenswertes gab, bis hin zur Bemerkung, dass man im Supermarkt am Nordende der Stadt 6 Brötchen umsonst bekäme, wenn man dort den Parkzettel dieses Stellplatzes vorzeigte! Wow! Was für eine tolle Einweisung, so einen Service erlebt man nicht alle Tage…

Ich schloss mein Fahrzeug an die Stromversorgung an und machte sofort das Fahrrad für meine Tour bereit. Kurz danach ging es auch schon los…

Ich fuhr wie üblich zuerst am Wasser entlang und durchquerte von Süden kommend den Ort. Im Norden traf ich auf einen großen Platz, auf dem hektische Betriebsamkeit herrschte. Morgen würde hier ein großer Jahrmarkt mit einer Art Zirkusveranstaltung stattfinden, und dafür musste noch so allerhand aufgebaut werden. Das riesige Zelt stand aber bereits.

Hier bog ich nun in Richtung Nordosten ab, weil ich auf die östliche Seite der Halbinsel Mols wollte, um mir die dortigen Strände anzuschauen. Die hügelige Landschaft gefiel mir wieder ‘mal so richtig gut; ein echtes Vergnügen, hier mit dem Fahrrad entlang fahren zu dürfen.

Auf der Ostseite gibt es neben einigen Campingplätzen vor allem eins: Sandstrände ohne Ende, sehr schön zum Relaxen…

Auf der Rückfahrt nach Ebeltoft traf ich am Ortseingang auf diese hübsche schwarze Windmühle.

Nun durchquerte ich den auf einer Anhöhe über der Bucht liegenden Ort, größtenteils das Fahrrad schiebend, denn sowohl viel Betrieb als auch das hier vorherrschende Kopfsteinpflaster machten das Fahren eher unmöglich.

Ebeltoft ist durch das idyllische Flair seiner historischen Altstadt aus dem 14. Jahrhundert besonders beliebt. Der Ortskern besteht überwiegend aus historischen Fachwerkhäusern, viel Kopfsteinpflaster und hübschen Stockrosen; das „kleinste Rathaus der Welt“ mit altem Gefangenenkeller und die romanisch-frühgotische Kirche bestimmen seit Jahrhunderten das fast unveränderte Stadtbild.

Nachdem ich mir auch die Kirche etwas näher angeschaut und einem Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft hatte, fuhr ich zurück zum Yachthafen und machte es mir im bzw. am Wohnmobil gemütlich. Für ein richtiges Mittagessen war es jetzt schon zu spät, für den Cappuccino noch zu früh. Deshalb machte ich mir einen leckeren Salat, den ich draussen in der Sonne genüsslich verspeiste.

Zu dieser Zeit bekam ich auch neue Nachbarn! Ein junge Familie aus der Schweiz besetzte mit ihrem gemieteten Wohnmobil den noch freien Platz neben mir. Sehr sympathische, unkomplizierte Leute, die neben ihrem Schwizerdütsch glücklicherweise auch Hochdeutsch sprachen.

Ich genoss einen entspannten Abend mit abschliessendem herrlichen Sonnenuntergang. Auch heute hatte ich wieder wunderschönes Wetter, von etwas Hochnebel während der Fahrt am Morgen ‘mal abgesehen.

Nun ist leider nur noch ein einziger Tag meiner Reise übrig, den möchte ich morgen in Aarhus verbringen. Übermorgen geht’s leider schon wieder zurück nach Deutschland. Immer wieder verblüffend, wie schnell so eine Reise vergeht und wie langsam die Zeit bis zur nächsten… 😉

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