Heute stand der Besuch der alten Hansestadt Wismar an; dazu fuhr ich auf den gut ausgestatteten Wohnmobilpark Westhafen, der recht günstig liegt und daher mit 10 Euro pro Nacht auch nicht allzu teuer ist. Zu Fuß benötigt man von dort bis zum Markplatz in der Altstadt ungefähr 15 bis 20 Minuten, aber ich nahm, wie gewohnt, natürlich wieder das Fahrrad.

Mein erstes Ziel war der „Alte Hafen“ mit seinen historischen Schiffen, den Fahrgastschiffen und Fischerbooten am Rand der Altstadt. Trotz des ziemlich miesen Wetters (Himmel wolkenverhangen, relativ kalt, ab und zu kurze Nieselschauer) herrschte dort recht viel Betrieb; ein Highlight, zumindest in gastronomischer Hinsicht, schien wohl der Backfisch zu sein, jedenfalls sah man an den Ständen und Schiffen, die diese echt verlockend duftende Mahlzeit in verschiedenen Variationen verkauften, die längsten Menschenschlangen!

Ich war leider schon „pappsatt“, denn ich hatte direkt vor meiner Radtour etwas zu Mittag gegessen. Also schaute ich mir zunächst das im Reiseführer erwähnte so genannte Baumhaus mit den beiden davor aufgestellten Schwedenköpfen an. Die Schwedenköpfe, das sind bunt bemalte Holzbüsten, galten früher während der schwedischen Besatzungszeit als Wahrzeichen des Hafens und zierten dort die Hafeneinfahrt; die hier ausgestellten Exemplare sind allerdings keine Originale.

In die Altstadt ging es danach durch das Wassertor, das letzte erhaltene von ehemals fünf Stadttoren Wismars. Das Hafentor im Stil der Backsteingotik liegt im Nordwesten des historischen Stadtkerns.

Gleich darauf passiert man einige gemütlich aussehende Restaurants und Cafés, die größtenteils auch über Außenbereiche verfügen.

Mein weiterer Weg führte mich durch ein Gewirr von Fußgängerzonen, in denen ich mein Fahrrad natürlich wieder schieben musste, bis zum zentralen Marktplatz, der ein Muss für jeden Besucher sein sollte und mit einer Fläche von 100 mal 100 Metern einer der größten Norddeutschlands ist.

In einem der ältesten Bürgerhäuser dort (gebaut um 1380) befindet sich das bekannte Restaurant „Alter Schwede“, was an die Zugehörigkeit Wismars zu Schweden erinnert.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die „Wismarer Wasserkunst“, ein im Renaissancestil erbautes, zwölfeckiges Gebäude, das früher der Wasserversorgung der Bevölkerung diente.

Besonders kurios fand ich ein Straßenschild, das am Hotel „Stadt Hamburg“ zu bestaunen war; dort wurde doch tatsächlich auf die „Tittentasterstraße“ verwiesen, eine Seitenstraße, die es heute allerdings nicht mehr gibt. Über den Ursprung dieser leicht anrüchigen Namensgebung gibt‘s etliche Vermutungen; am wahrscheinlichsten ist, dass der Name tatsächlich durch das Abtasten von Brüsten entstanden ist. Damals prüfte man die Stillfähigkeit von Ammen, die wohlhabenden Familien ihre Dienste anboten. Was es nicht alles gibt… 😉

Am Nachmittag führ ich dann zurück zum Wohnmobil, machte mir einen Kaffee, um später gegen Abend noch eine zweite Tour zu unternehmen, die mich in den Nordosten etwas außerhalb der Stadt führte. Von einem Anleger aus hatte ich einen wunderschönen Blick auf die Wismarbucht und den Hafen der Stadt.

Morgen, am letzten Tag meiner ersten Meck-Pomm-Tour, werde ich die nur fünf Kilometer entfernte Ostseeinsel Poel erkunden.

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