Meine Tour durch das Ruhrgebiet ist inzwischen in vollem Gange! Nach den Besuchen in Dortmund, Bochum, Hattingen, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Essen fehlten gemäß meiner Reiseplanung bis heute früh nur noch Bottrop, Oberhausen und Duisburg.

Ich verließ meinen Übernachtungsort in Essen um 07:45 Uhr und erreichte bereits 30 Minuten später einen Parkplatz an der Hans-Böckler-Straße im Westen von Bottrop, von wo aus ich meine heutige Radtour startete. Hauptziel war allerdings nicht die Stadt selbst, sondern die Halde Beckstraße, eine Halde des ehemaligen Bergwerks Prosper-Haniel im Stadtteil Batenbrock. Sie entstand von 1963 bis 1980; seit dem 2. Oktober 1995 ist sie aus der Bergaufsicht entlassen und nun Eigentum des Regionalverbands Ruhr.

Durch das auf ihr befindliche, riesige Tetraeder (offiziell: Haldenereignis Emscherblick) gehört sie inzwischen zu den wohl bekanntesten Halden im Ruhrgebiet. Sie überragt ihre Umgebung um 80 m, ihre Gipfelhöhe beträgt 110 m über dem Meeresspiegel.

Die begehbare Aussichtsterrasse hat die Form einer dreiseitigen Pyramide. Die Stahlkonstruktion mit einer Seitenlänge von 60 m ruht auf vier 9 m hohen Betonpfeilern. Bei klarer Sicht kann man das Wahrzeichen der Stadt Bottrop sogar vom Essener Hauptbahnhof aus erkennen! So wie andere Ruhrgebietshalden ist das Tetraeder Teil der Route der Industriekultur.

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, bis ganz nach oben zu klettern. Die Aussicht von dort war wirklich faszinierend! Menschen mit Höhenangst kommen möglicherweise nicht so richtig auf ihre Kosten, denn ganz oben wackelt die gesamte Konstruktion doch schon recht stark hin und her… 😉

Nach vielen weiteren Fotos trat ich den Rückweg an, verstaute mein Rad im Wohnmobil und fuhr dann weiter nach Oberhausen. Ein sehr großer Parkplatz in der Nähe des Einkaufszentrum Centro war das Ziel, und der sollte auch mein Übernachtungsort für die kommenden zwei Nächte sein. Als ich eintraf, war der Platz noch relativ leer, am Nachmittag war ich allerdings von PKW vollständig „umzingelt“. Insgesamt standen schätzungsweise acht andere Wohnmobile auf dem Platz.

Zunächst bereitete ich mir ein leckeres Mittagessen zu, danach war ein kleines „Schönheitsschläfchen“ fällig! Für den Nachmittag stand nun eine ganz besondere Attraktion auf dem Programm, das Ticket dazu (12,75 EUR) hatte ich bereits vor meiner Reise gebucht. Ich freute mich sehr, dass ich den richtigen Zeitpunkt für den Besuch bereits während der Online-Bestellung tatsächlich „punktgenau“ eingeschätzt hatte!

Der Gasometer Oberhausen ist ein Industriedenkmal und gehört wie das oben vorgestellte Tetraeder ebenfalls zu den Ankerpunkten der Route der Industriekultur. Er befindet sich in der Neuen Mitte von Oberhausen, unmittelbar am bereits häufiger erwähnten Rhein-Herne-Kanal. Mit einem Speichervolumen von 347.000 m³, 117 m Höhe und knapp 68 m Durchmesser war er bis 1988 Europas größter in Betrieb befindlicher Scheibengasbehälter. Er erinnert an die Schwerindustrie, die mehr als ein Jahrhundert lang das Ruhrgebiet prägte. Heute liefert er den Rahmen für kulturelle Ereignisse vielfältiger Art.

Bisher fanden 18 Ausstellungen das Interesse von mehr als zehn Millionen Besuchern. Als höchste Ausstellungs- und Veranstaltungshalle Europas inspiriert der Gasometer als Veranstaltungsort Künstler von internationalem Rang. Theateraufführungen, Vorträgen, Konzerten und etlichen weiteren Großveranstaltungen bietet er einen würdigen Rahmen und steht damit stellvertretend für den lebendigen Wandel der Region. 2019 erhielt der Gasometer den Titel Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland.

Vom 15. März 2024 bis zum 30. November 2025 präsentiert die Ausstellung Planet Ozean die faszinierende Schönheit der Weltmeere und ihrer vielfältigen Lebensformen. Dazu führt sie in kaum bekannte Tiefen dieses komplexen Ökosystems. In verschiedenen Ausstellungskapiteln zeigt der Gasometer anhand von teilweise noch nie gesehenen großformatigen Fotografien und Filmen die Schönheit, Vielfalt, aber auch die Verletzlichkeit der Ozeane unseres Planeten. Folgerichtig beschäftigt sich Planet Ozean auch mit den wichtigen Bereichen Meeresschutz und -forschung. Partner dafür ist das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund.

Insgesamt war ich von der Ausstellung tief beeindruckt! Vor allem haben es mir die unzähligen riesigen Fotos angetan, eines schöner, berührender, verblüffender oder aber auch erschreckender als das andere! Ein Auswahl der vielen Fotos, die ich dort festhalten durfte, vermitteln hoffentlich einen kleinen Eindruck von der Art dieser Bilder.

Wie schon bei der Zeche Zollverein, war auch dieses Mal eine Fahrt mit dem Fahrstuhl auf das Dach im Ticketpreis enthalten. Das ließ ich mir natürlich ebenfalls nicht entgehen…

Das Foto zeigt das bereits erwähnte Einkaufszentrum Centro.

Da mein Parkplatz in unmittelbarere Nähe zum Gasometer lag, nahm ich später auch die Gelegenheit wahr, dieses besondere Gebäude beleuchtet zu fotografieren!

Ich verbrachte einen ruhigen Abend und freute mich auf eine etwas längere Radtour morgen, ebenfalls von hier aus, die mich in die Umgebung von Oberhausen führen sollte.

2 Kommentare zu “Von Tetraedern und Gasometern”

  1. Hallo Wolfgang,
    ich klicke mich ja erstmal durch alle Fotos um sie in Monitorgröße anzusehen. Diese Fotografien im Gasometer sind ja schon so eine Klasse für sich. Bestimmt gewannen die Fotografen für das ein oder andere Preise. Dein Tag oben auf der Halde und beim Gasometer könnte wohl nicht besser gewesen sein !
    Beste Grüße, Roland

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