Heute habe ich mit ungefähr 200 km wieder eine etwas größere Etappe meiner Reise zurückgelegt. Von meinem Stellplatz in Rothéneuf bei Saint-Malo ging es über mehrere Zwischenstopps hier nach Trégastel an der Côte de Granit Rose, der berühmten Rosengranitküste, die ich morgen genauer erkunden möchte.

Ich stehe jetzt wieder auf einem großen Wohnmobilstellplatz, bei dem man bereits bei der Einfahrt an einem Automaten zahlen muss. Eine Übernachtung kostet hier moderate 8 Euro, aber wieder einmal mochte man hier meine Maestro- und Kreditkarten nicht! Eine sehr sympathische französische Familie, die mit ihrem Fahrzeug bereits auf dem Platz stand und nur um einen Tag verlängern wollte, bot mir freundlicherweise an, mit ihrer Kreditkarte ein Ticket für mich zu lösen; ich zahlte ihnen dafür den entsprechenden Betrag in bar. Das Ganze ging schnell und problemlos über die Bühne, aber auch hier erlebte ich dasselbe, wie schon am ersten Tag in Le Tréport: Man spricht nicht ein einziges Wort Englisch! Wirklich eigenartig…

Mein erstes Ziel heute morgen nach der Abfahrt aus Rothéneuf war das Cap Fréhel, eine Landzunge an der so genannten Smaragdküste (Côte d‘Èmeraud). Ich hatte wieder schönes Wetter und konnte dort eine interessante kleine Wanderung unternehmen; wegen der noch recht frühen Stunde war noch kaum jemand unterwegs. Die bis zu 70 Meter hohen Klippen bestehen aus schwarzem Schiefer, rötlichem Sandstein und rosafarbenem Granit. Das gesamte Kap wurde als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Es gibt zwei Leuchttürme; einer stammt aus dem 17. Jahrhundert, der andere, deutlich imposantere, ist aus dem Jahr 1950 und stolze 33 Meter hoch.

Die nächste Station war die Küste bei Porz Hir, die ich wieder ‘mal bei Niedrigwasser erreichte. Es ist immer wieder eigenartig anzusehen, wie die kleinen Schiffe irgendwie „hilflos“ und oft zur Seite geneigt auf dem felsigen Boden liegen und auf das auflaufende Wasser warten müssen.

Unglaublich, wie felsig es hier ist; diese Anblicke finde ich deutlich spannender als bei Flut!

Nur einen Katzensprung entfernt findet man eines der bekanntesten Motive der Bretagne, das bekannte Haus zwischen den Felsen (La Maison du Gouffre). Früher wurde durch die Tourismusbranche mit diesem hübschen Motiv, bei dem man fast den Eindruck hat, das Haus sei zwischen den Felsen eingeklemmt, massiv geworben; das wurde aber inzwischen streng verboten! Die Besitzer des Hauses konnten sich vor dem Ansturm der Touristen, die keinerlei Rücksicht auf deren Privatsphäre nahmen und sogar auf dem Grundstück herumliefen, kaum noch retten…

Auch hier führt ein spannender Wanderweg an der Küste entlang und wieder zurück zum Parkplatz.

Einen weiteren Halt machte ich einige Kilometer weiter, bei Porz Scaff.

Nach einer kleinen Kaffeepause fuhr ich schließlich ca. 30 km weiter nach Trégastel, meinem heutigen Übernachtungsplatz, wo ich am späten Nachmittag noch einen kleinen Spaziergang zum Meer unternehmen konnte. Mein Fahrrad hatte heute wieder ‘mal Pause…

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