Das war wieder ‘mal ein sehr ereignisreicher Tag heute!

Ich fuhr morgens zum Luftfahrtmuseum Danmarks Flymuseum in Skjern, ca. 15 km von Ringkøbing entfernt. Leider passierte dort wieder ‘mal das, was mir zu oft passiert: Ich war viel zu früh dort! Bis zur Öffnung des angeblich sehr lohnenswerten Museums hätte ich noch fast 75 Minuten warten müssen, das war mir natürlich zu lang! Im Grunde genommen ist es ja nicht weiter schlimm, es gibt sicher in Zukunft noch mehr Gelegenheiten, hier wieder herzukommen. Ich muss mich aber endlich ‘mal daran gewöhnen, vorher im Internet nach den Öffnungszeiten zu schauen, bevor ich dann später vor verschlossenen Türen stehe! Allerdings hätte ich auch nicht gedacht, dass das Museum in der Hochsaison(!) erst um 10:00 Uhr öffnen würde!

Also, weiter geht’s, es steht ein Stadtbummel in Holstebro an!

Bis zu diesem Zeitpunkt herrschte übrigens dichter Bodennebel, der langsam in Hochnebel überging; ich musste auf den kleinen, mir ja völlig unbekannten Straßen extrem vorsichtig fahren! Jetzt, kurz vor 09:00 Uhr, löste sich alles „in Wohlgefallen“ auf und den Rest des Tages hatte ich wieder einmal perfektes Reisewetter!

In Holstebro fand ich einen riesigen und fast leeren Parkplatz mitten in der Stadt. Dort stellte ich mein Wohnmobil ab und machte einen ausgiebigen Spaziergang durch die große, aber durchaus gemütlich wirkende Innenstadt. Mit ca. 36.000 Einwohnern gehört Holstebro schon zu den etwas größeren Städten Dänemarks.

Das alte Rathaus von 1846 wurde bis zum Bau des neuen Rathauses 1986 genutzt und steht heute unter Denkmalschutz. Als es damals feierlich eingeweiht werden sollte, explodierte eine Kanone bei einem Salutschuss und tötete den Kanonier! Kein besonders gutes Omen, denke ich…

Im gesamten Stadtbild von Holstebro findet man jede Menge moderner Plastiken und Skulpturen, zum Beispiel diese mit dem Namen „Sankt Georg und der Drache“. Sie geht auf eine alte Sage zurück, nach welcher der tapfere Ritter Holst (nicht Horst!) einen unter einer Brücke (dänisch: Bro) lebenden, bösen Drachen tötete. Die Brücke wurde daher ihm zu Ehren Holstebro genannt, später sogar der ganze Ort.

Viel mehr Bedeutung aber hat dieser Bronze-Keiler, der vor einem Café steht, jedenfalls für mich!

Auf meinen Reisen habe ich inzwischen schon einige dieser Exemplare gesehen. Sie sind allesamt mehr oder minder exakte Replikas eines bereits 1640 geschaffenen Originals des Bildhauers Pietro Tacca in Florenz. Der wiederum soll allerdings eine römische Kopie einer griechischen Marmorskulptur zum Vorbild genommen haben! Niemand weiß daher wohl ganz genau, wieviele dieser „Tierchen“ heutzutage auf der ganzen Welt so herumstehen, oder besser gesagt, herumsitzen. Ich jedenfalls habe sie schon in Victoria auf Vancouver Island in Kanada, im australischen Sydney, hier in Holstebro und eben auch in Florenz gesehen!

Dieses 1994 aus Fiberbeton hergestellte Gebilde heisst Zauberfelsen oder auch Zauberklippe. Hier ist das Begehen nicht nur möglich, sondern sogar ausdrücklich erwünscht!

Auch vor „nackten“ Hauswänden machten die Künstler nicht halt; diese Wandmalerei gefiel mir besonders gut.

Nach etwa 90 Minuten beendete ich meinen Rundgang und setzte meine Fahrt in Richtung Norden fort. Mein nächstes Ziel war Nørre Vorupør, ein Ort, den ich früher häufig besucht hatte!

Vorher machte ich etwas nördlich von Struer allerdings noch an der „Hornhechtbrücke“ halt. Ok, die heisst natürlich nicht so, aber dieser Name erinnert mich an die vielen längst vergangenen Angelausflüge mit Freunden und Arbeitskollegen. Wir waren sehr oft hier in der Gegend und standen dann teilweise den ganzen Tag lang auf dieser Brücke, um dort Hornhechte zu angeln! Das hat immer super viel Spaß gemacht, was möglicherweise auch an den kleinen Alu-Fässchen mit der „Hopfenkaltschale“ gelegen haben könnte… 😉

Die Brücke heisst in Wirklichkeit Oddesundbroen; sie ist eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke, die über den Oddesund im Limfjord führt.

Nun fuhr ich, bei sehr wenig Verkehr, das letzte Stückchen bis Nørre Vorupør durch eine hügelige und abwechslungsreiche Bilderbuchlandschaft, wie man sie sich kaum schöner vorstellen kann!

Schließlich erreichte ich mein Ziel. Ich fuhr zunächst durch den kleinen Ort (weniger als 700 Einwohner!) hindurch bis zum Strandbereich; alle Parkplätze dort waren allerdings entweder komplett belegt oder sowieso nur für PKW geeignet. Aber etwas weiter, auf der kleinen Straße nach Klitmøller, gab es direkt hinter den Dünen zwei weitere, große Parkplätze, auf denen reichlich Platz war, und auf denen ich möglicherweise sogar übernachten konnte.

Ich stellte mein Wohnmobil ab und ging zu Fuß zurück, wo jetzt schon richtig viel Betrieb war. Zuerst schaute ich mir ein paar Läden und Restaurants an; ich fand in einem Souvenirladen sogar einen Fotomagneten, der für ca. 3,50 EUR den Besitzer wechselte. Danach ging ich direkt zum Strand.

Ein Besonderheit des Orts sind, neben der 350 m langen Mole, seine bunten Fischerboote, und die sind wahrscheinlich auch einer der Hauptgründe, warum sich so viele Touristen hierher locken lassen.

Es sind natürlich nicht mehr die alten, schweren Exemplare aus Holz, die ich noch vor ca. 25 bis 30 Jahren hier kennengelernt hatte, die wären sicher nicht mehr rentabel! Aber auch die neuen Metallboote, die viel kleiner, leichter und wendiger sind, und die auch heute noch mit Traktoren an Land gezogen werden, sind hübsche Hingucker!

Sobald eines angelandet ist, scharen sich (ausser den vielen Möwen) sofort Touristen um das Boot herum und kaufen den frischesten Fisch, den man nur kaufen kann! Was nicht schon hier in den Taschen der Touris landet, geht zu den beiden örtlichen Räuchereien, um dort weiterverkauft oder verarbeitet zu werden.

Als ich eintraf, wurden gerade zwei Boote an Land gezogen; immer ein kleines Spektakel für die Zuschauer und für mich schön zu fotografieren!

Die Atmosphäre dort am Strand war unbeschreiblich schön. Das Wetter war einfach perfekt, es war sehr warm, aber leicht windig. Das Licht meinte es heute ganz besonders gut mit mir bzw. mit der Kamera, und so machte ich jede Menge Fotos, von denen ich hier nur eine „winzige“ Auswahl zeige…

Diese beiden Fotos zeigen die lange Mole, auf der wir früher unzählige Male gestanden und geangelt haben, meistens Schollen, aber auch andere Fische. Dort konnte man sich den ganzen Tag aufhalten. Sie hat vor allem die Aufgabe, den Bootslandungsplatz gegen die vorherrschenden Südwestwinde abzuschirmen und mildert dadurch auch das Wegspülen des Sands.

Nun bekam ich Hunger und erinnerte sofort mich an den Fischladen, den ich vorhin gesehen hatte. Dort roch es nämlich unverschämt gut, und ich bestellte mir leckere „Fish & Chips“! Zwar musste ich ziemlich lange darauf warten, aber der anschließende Verzehr am Strand, mit grandiosem Überblick über alles, was da vor sich ging, war einfach unvergleichlich! Der Preis allerdings auch (ca. 10,- EUR)!

Die folgenden Fotos habe ich von einer kleinen Aussichtsplattform gemacht, die es hier früher noch nicht gegeben hatte! Ein perfekter Ort für Aufnahmen in alle Himmelsrichtungen!

Sieht die Dünenlandschaft im Hintergrund nicht traumhaft schön aus…?

Natürlich bin ich auch bis zum Ende der Mole gelaufen; ich war mir ziemlich sicher, dass ich einige der unendlich vielen Tetrapoden (das sind die tonnenschweren Wellenbrecher) von früher wiedererkannt habe… 😉

Der Strand Richtung Süden ist etwas rauher und nicht so feinsandig wie der nach Norden, aber keineswegs weniger attraktiv, finde ich…

Irgendwann musste ich mich aber doch „losreißen“ und kehrte zum Wohnmobil zurück. Jetzt prüfte ich etwas gründlicher, wie es hier in der Gegend mit Stellplätzen aussah. In Klitmøller sollte es für Wohnmobile ausgewiesene Übernachtungsplätze geben, und da es bis dahin nur 15 km waren, entscheid ich mich, dort ‘mal nachzuschauen. Zur Not konnte ich ja auch wieder hierher kommen.

Die Parkplätze etwas nördlich von Klitmøller gefielen mir allerdings nicht besonders; dort gab’s nur sehr weichen Sand, und man musste höllisch aufpassen, sich nicht festzufahren!

Weil mir die Idee mit dem Zurückfahren jetzt aber auch nicht mehr genial vorkam wie noch vorhin, fuhr ich weiter Richtung Norden bis nach Hanstholm, das ja schließlich auf meiner grob geplanten Fahrtroute lag.

Dort checkte ich auf dem örtlichen Campingplatz ein (180 DKK; etwa 25,- EUR), bezog einen sehr schönen Platz mit feinem Rasen und genoss den restlichen, sonnigen Tag! Der ging mit Kaffee und einem Stückchen Kuchen, mit etwas Lesen, einem „Schwatz“ mit Campingnachbarn aus Salzwedel und ein paar Cocktails viel zu schnell vorüber…

Gin mit Bitter Lemon, wie heisst sowas eigentlich…?

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