Gegen 08:00 Uhr verließ ich zu Fuß den großen Parkplatz, auf dem um diese Zeit noch recht wenig Betrieb herrschte. Ich ging zur nächsten U-Bahn-Station, die nur ein paar Schritte entfernt lag. Der Kauf des entsprechenden Tickets sowie die Wahl des Bahnsteigs und der richtigen Linie stellten absolut kein Problem dar, dank der ausgiebigen Recherche gestern. Ich fuhr mit der Linie L2 insgesamt elf Stationen bis zur Haltestelle Paral·lel; sie liegt unterhalb der Avinguda del Paral·lel.

Als Erstes besuchte ich die markante Statue, die mir schon gestern aufgefallen war. Der Mirador de Colom mit seiner ca. 60 Meter hohen Aussichtsplattform wurde zu Ehren von Christoph Kolumbus errichtet und 1888 anlässlich der Weltausstellung eingeweiht.

Nach einem kleinen „Schlenker“ zum alten Hafen ging es dann wieder in die „Hauptschlagader“ von Barcelona, in die Las Ramblas. Dieses Mal aber mit sehr viel Zeit und vor allem ohne Fahrrad!

Auch hier war noch nicht sehr viel los, im Gegensatz zu gestern nachmittag, und so konnte ich die morgendliche Atmosphäre bei wunderschönem Wetter ohne Gedränge und Geschiebe in vollen Zügen geniessen.

Der Abstecher in den Plaça Reial, den königlichen Platz, ist ein „Muss“, er liegt östlich der Fußgängerzone. Wenn man nichts davon weiß, würde man daran glatt vorbeilaufen!

Der mit Palmen bestandene Platz mit seinen klassizistischen Bauten strahlt ein besonders angenehmes und sehr mediterranes Flair aus. Cafés und Restaurants säumen den Platz und laden zum Verweilen ein. Nachts ist hier ebenfalls einiges los; es gibt mehrere Discotheken und Clubs.

Mein nächstes Ziel war die Markhalle La Boqueria. Der Markt wurde zum ersten Mal 1217 erwähnt und ist damit einer der ältesten in Barcelona; die jetzige Hallen wurden allerdings erst um 1874 gebaut. Was man dort alles zu sehen, zu hören, zu riechen(!) und teilweise auch zu fühlen bekommt, lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben! 

Nach einer ganzen Weile erreichte ich schließlich den bereits gestern erwähnten großen Platz Plaça de Catalunya. Dort wollte ich kurz einen Elektronikladen besuchen, um mir eine SIM-Karte mit 20 GB Datenvolumen zu kaufen. Aus „kurz“ wurde leider „lang“! Das Ganze zog sich fast eine Stunde hin, was hauptsächlich an einem Missverständnis bezüglich des Preises, aber auch an beiderseitig mangelnden Sprachkenntnissen lag: Ich spreche kein Spanisch, während sich das Englisch des Personals für mich aber haargenau wie Spanisch anhörte… 😉

An dem belebten Platz befindet sich auch eine der vielen Haltestellen der Hop-On-Hop-Off-Busse. Ich zeigte einer jungen Dame den QR-Code auf meinem Smartphone, den ich gestern mit der Buchungsbestätigung für das Ticket per eMail bekommen hatte. Der wurde eingescannt und schon hatte ich mein Ticket in der Hand! Kurze Zeit später saß ich bereits auf dem Oberdeck eines der Busse der Blue Line.

Ich stieg allerdings ein paar Stationen später schon gleich wieder aus, an der berühmten Sagrada Familia, die ich mir heute natürlich auch von innen genauer ansehen wollte. Weil ich bis zu meinem gebuchten Einlass um 14:15 Uhr noch etwas Zeit hatte, gab’s „für zwischendurch“ eine leckere Fleischpastete „aus der Hand“. 

Der Monumentalbau des weltbekannten Architekten Antoni Gaudi ist wohl eine der begehrtesten Sehenswürdigkeiten weltweit! Der Andrang ist zu eigentlich jeder Zeit so groß, dass Tickets immer nur für bestimmte Uhrzeiten gelten. Man muss also pünktlich dort sein, sonst verfallen sie!

Der Bau der inzwischen vom Papst Benedikt zur Basilika erhobenen Kirche wurde 1882 begonnen und soll nach aktueller Planung 2026(!) zum 100. Todestag des Künstlers abgeschlossen sein. Seit 2005 bereits gehören Teile des Bauwerks zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Kirche ist so komplett anders als alles, was ich in meinem bisherigen Leben an Kirchen gesehen habe, dass auch hier eine ausführliche Beschreibung den Rahmen eines solchen Tagesberichts sprengen würde. Dazu gibt’s ja im Internet auch reichlich Möglichkeiten, wenn man Näheres wissen möchte. Ich kann nur raten, diese Sehenswürdigkeit bei einem Barcelona-Besuch auf keinen Fall auszulassen, auch wenn sie mit einigen Umständen wie Wartezeiten, Schlange stehen, dichten Touristenmassen und Ähnlichem verbunden ist!

Die bis zu 45(!) m hohen Gewölbe werden von steinernen Säulen getragen. Sie sollen an Bäume erinnern und besitzen deshalb an ihren oberen Enden Verzweigungen, die sich wie Baumstämme in Äste aufteilen. Zudem ist ein Blätterdach angedeutet. 


Nach dem Besuch dieser wirklich imposanten Basilika suchte ich mir die nächste Haltestelle der Blue Line und fuhr nach einigen Minuten Wartezeit zu meinem nächsten Ziel, dem Park Guëll.

Nach dem Aussteigen stellte ich fest, dass man noch ein ganzes Stückchen zu Fuß zu einem der Eingänge des Parks laufen musste. Leider „verplante“ ich mich dabei und wählte zufällig den oberen statt den unteren Eingang aus. Daher musste ich deutlich weiter laufen, als eigentlich nötig, und vor allem sehr steil bergauf, und das bei ziemlich großer Hitze! Das hatte allerdings den Vorteil, dass ich später im Park dann dafür bergab wandern konnte, bis zum unteren Ausgang, und dass die Entfernung zur nächsten Haltestelle eben wesentlich kürzer ausfiel.

Der etwa 17 ha große Park ist ebenfalls ein Werk Antoni Gaudis und wurde zwischen 1900 und 1914 gebaut. Es handelt sich dabei um eine Auftragsarbeit des Politikers und Industriellen Eusebi Guëll, der von englischen Gartenanlagen so beeindruckt war, dass er eine solche auch in Barcelona haben wollte.

Auch diese Sehenswürdigkeit Barcelonas ist bei Touristen so beliebt, dass der Zugang inzwischen reglementiert werden musste. Zum Einen kostet sie Eintritt, zum Anderen dürfen sich immer nur maximal 400 Personen zur gleichen Zeit im Park aufhalten. Von ursprünglich 9 Millionen Besuchern pro Jahr sind die Besucherahlen dadurch mittlerweile deutlich gesunken. 

Vom oberen Bereich hat man einen wundervollen Blick auf den Park, die Stadt und auf das Meer.

Im unteren Bereich, direkt am Haupteingang, befinden sich die beiden Pförtnerhäuser mit ihren „Zuckergussdächern“.

Daran anschließend führt die Monumentaltreppe mit einer doppelten Freitreppe zum so genannten Säulensaal

Die Kacheln (oder sind es Fliesen?), die man auf dem vorigen Foto links und rechts der Treppen sieht, sind allesamt kleine Kunstwerke!

Der Säulengang befindet sich gleich neben dem Säulensaal. Er ist wie eine große Welle angelegt. Säulen begrenzen die Außenseite des Ganges und auf der Innenseite befindet sich eine schräg in den Fels gehauene Wand.

Nach dem Rundgang durch den schönen Park genehmigte ich mir in einem kleinen Café direkt neben dem Eingang einen Kaffee und einen Brownie. Danach wanderte ich zurück zur Bushaltestelle und fuhr mit einem Bus der Blue Line die restliche Rundtour ab, zurück bis zum Plaça de Catalunya. Von dort aus nahm ich die bereits „vertraute“ U-Bahn-Linie L2 und war um etwa 17:00 Uhr wieder am Großparkplatz und bei meiner „Hannelore“.

Dort fand ich eine fast unerträgliche Hitze vor; das Fahrzeug stand schließlich den gesamten Tag ohne Schatten auf dem Platz! Alles, was sich an Lebensmitteln irgendwie dazu eignete, war geschmolzen, verformt, matschig, ausgelaufen, manches nicht mehr genießbar! Das sollte mir eine Lehre sein, ab sofort wird der Kühlschrank mit allem vollgestopft, was ‘reinpasst.. 😉

Abends gab’s ein paar leckere Cocktails, einen netten Video-Chat mit meinen Leuten zuhause und ein warmes Abendessen. Mit dem Schreiben meiner Notizen geht wieder ‘mal ein absolut wunderschöner Tag zu Ende. Irgendwie kann man die vielen gesammelten Eindrücke gar nicht so richtig verarbeiten! Ich hoffe, das kommt später noch, wenn ich wieder zuhause bin… 😉

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