Von gestern gibt’s leider nichts Nennenswerte zu berichten! Es hat den gesamten Tag geregnet, und ich war gezwungen, mich überwiegend im Wohnmobil aufzuhalten. An eine längere Wanderung oder gar eine Radtour war überhaupt nicht zu denken!

Heute war das Wetter zwar weiterhin ziemlich „übel“, aber immerhin gab es nur hin und wieder etwas Regen. Aus diesem Grund hatte ich mich entschieden, nach dem Frühstück wenigstens eine kleine Fahrradtour in die Umgebung von Blankenburg zu unternehmen. Das Hauptziel war dabei die Burg und Festung Regenstein, nur etwa 5 km von der Stadt entfernt; von der hatte ich gestern beim Stöbern im Internet zufällig gelesen.

Die Fahrt dorthin tat mir trotz des trüben Himmels richtig gut; nach dem dem langen „Eingesperrtsein“ gestern eine echte Wohltat! Pünktlich zur Öffnungszeit war ich vor Ort und somit natürlich wieder einmal nicht nur der erste, sondern lange Zeit auch der einzige Gast auf der gesamten Anlage! Auf den Eintritt von normalerweise 4,- EUR gab’s wegen meiner Blankenburger Gästekarte sogar noch eine Ermäßigung von 1,60 EUR.

Bei diesem Areal handelt es sich um die Ruine einer mittelalterlichen Felsenburg. Von der schwer einnehmbaren Anlage sind heute leider nur noch ein paar Ruinen vorhanden. Erhalten sind einige in den Fels gehauene Räume und Reste des Bergfrieds (Foto), also des unbewohnten Wachturms der Burg.

Die Burg hat eine recht bewegte Geschichte hinter sich, die aber aus meiner Sicht nicht besonders spannend ist. Die touristische Nutzung des Geländes begann 1812 mit der Eröffnung des ersten Gastronomiebetriebes. Heute ist die Ruine ist beliebtes Ausflugsziel; jährlich finden hier Ritterspiele und Garnisonsfeste statt. Sie ist sogar in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen, was jedes Jahr sicher auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Wanderern anlockt.

Fast mehr als die Anlage selbst haben mich die schönen Ausblicke in die Umgebung beeindruckt, trotz des schlechten Wetters.

Ich hielt mich etwa eine Stunde hier auf, inzwischen waren vielleicht 8 bis 10 weitere Besucher eingetroffen, die sich auf dem weitläufigen Gelände aber recht schnell verloren. Ich machte mich auf dem Rückweg zum Fahrrad, das ich am Eingang zurückgelassen hatte, und fuhr dann auf ein paar eher unfreiwilligen Umwegen zu einer weiteren Besonderheit in dieser Gegend, eigentlich nur ein paar Hundert Meter Luftlinie von der Festung entfernt.

Die Großen und Kleinen Sandhöhlen sind als Kulturdenkmal ausgewiesen und im Heers genannten Waldgebiet nordöstlich und unterhalb des 289 m hohen Regensteins gelegen. Es wird vermutet, dass sich dort in frühgeschichtlicher Zeit ein germanischer Thingplatz (historische Stätten, wo unter anderem Volks- und Gerichtsversammlungen abgehalten wurden) befunden hat. Der hier abgebaute feine Quarzsand wurde früher als Scheuersand sowie als Streusand zur Reinigung von Dielenböden benutzt.

Nach dem Besuch der Sandhöhlen fuhr ich auf einer anderen Strecke wieder zurück zum Wohnmobil. Ich war sehr froh, dass ich bisher vom Regen verschont wurde; überhaupt sah es inzwischen sogar ein wenig freundlicher aus als noch am frühen Morgen.

Nach dem Mittagessen traute ich mich deshalb, eine zweite Radtour zu unternehmen, dieses Mal zum Kloster Michaelstein, ebenfalls nicht besonders weit von meinem „Hauptquartier“ entfernt.

Die Klosteranlage ist eine ehemalige Zisterzienser-Abtei und liegt sowohl an der Straße der Romanik als auch am Harzer Klosterwanderweg. Sie befindet sich in treuhänderischer Verwaltung der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und dient heute als Musikakademie, Konzert- und Veranstaltungsort, Tagungshaus und Museum.

Zeuge der wirtschaftlichen Tätigkeit der Michaelsteiner Zisterzienser sind die mehr als 20 Fischteiche vor, auf und hinter dem ehemaligen Klostergelände.

Was für ein schicker Wohnwagen… 😉

Nachdem ich mich auch dort gründlich umgesehen hatte, ging es wieder zurück in die Stadt, wo ich noch auf das ein oder andere sehenswerte Fotomotiv traf…

Diese drei aus Gussstahl gefertigten Glocken gehörten von 1922 an zur St.-Bartholomäus-Kirche. Aufgrund ihres hohen Gewichts beschädigten sie den Glockenstuhl nachhaltig, weswegen sie 2004 durch drei Exemplare aus Bronze ersetzt wurden. Die „Schwergewichte“ wurden damals hier aufgestellt, damit sie für alle aus der Nähe zu betrachten sind. Von links nach rechts sieht man hier

  • die Festglocke „Ehre sei Gott in der Höhe“
  • die Sonntagsglocke „Gedenke des Todes“ und
  • die Betglocke „Empor die Herzen“

Gegen 16:30 Uhr beendete ich schließlich meine zweite Radtour. Ich war sehr erleichtert, dass ich wenigstens etwas aus dem heutigen Tag machen konnte, im Gegensatz zu gestern!

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